DGB 1: Mit Daten rechnen, sammeln und präsentieren
13.1 Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- erklären, was unter Daten verstanden wird.
- einfache Daten aus Alltag und Unterricht sammeln.
- Daten geordnet in Tabellen oder Listen eintragen.
- mit Daten einfache Berechnungen durchführen.
- Summen, Anzahlen und einfache Vergleiche aus Daten ableiten.
- Daten nach Merkmalen ordnen und sortieren.
- erkennen, dass Daten in verschiedenen Formaten dargestellt werden können.
- passende visuelle Darstellungen für einfache Daten auswählen.
- Tabellen, Diagramme und andere Darstellungen lesen und beschreiben.
- Ergebnisse aus Daten verständlich präsentieren.
- erkennen, dass Darstellungen die Wahrnehmung von Daten beeinflussen können.
- Daten aus einfachen Beispielen kritisch und nachvollziehbar verwenden.
13.2 Umfangreiche Lerninhalte
Das Sammeln, Berechnen und Präsentieren von Daten eröffnet einen anschaulichen Zugang dazu, wie Beobachtungen und Informationen geordnet werden können, damit daraus verständliche Aussagen, Vergleiche und einfache Erkenntnisse für Alltag, Unterricht und digitale Anwendungen entstehen. Daten sind Informationen, die erfasst, gespeichert, geordnet und weiterverarbeitet werden können. Sie können aus Zahlen, Wörtern, Kategorien, Messwerten oder Beobachtungen bestehen. Im schulischen Alltag entstehen Daten zum Beispiel bei Umfragen, Messungen, Zählungen, Vergleichen oder Beobachtungen.
Einfache Berechnungen zählen, addieren, vergleichen, sortieren, mitteln, unterscheiden Ein Beispiel: In einer Umfrage geben Kinder an, welches Obst sie am liebsten mögen. Die Antworten Apfel, Banane, Birne und Traube werden gezählt. Danach lässt sich berechnen, welches Obst am häufigsten genannt wurde. Statt vieler einzelner Antworten entsteht so eine übersichtliche Auswertung. Ein weiteres Beispiel ist die Temperaturmessung über eine Woche. Werden die Tageswerte gesammelt, kann berechnet werden, an welchem Tag es am wärmsten war, wie groß der Unterschied zwischen zwei Tagen ist oder wie hoch die Durchschnittstemperatur war. Solche einfachen Rechnungen helfen, Entwicklungen zu erkennen.
Rechenbeispiele Anzahl Bücher, Schritte pro Tag, Klassenpunkte, Temperaturen, Umfrageergebnisse Digitale Werkzeuge erleichtern diese Arbeit. In Tabellenprogrammen oder anderen Datentools können Werte schnell eingetragen, geordnet und berechnet werden. Manche Programme zählen automatisch, bilden Summen oder erzeugen Diagramme. Dadurch wird sichtbar, dass digitale Datenverarbeitung viele Arbeitsschritte unterstützt.
Digitale Tätigkeiten eingeben, speichern, sortieren, berechnen, filtern, darstellen Daten können in unterschiedlichen Formaten präsentiert werden. Eine Tabelle zeigt genaue
Einzelwerte. Ein Balkendiagramm eignet sich gut, um Mengen zu vergleichen. Ein Kreisdiagramm zeigt Anteile. Ein Linienverlauf macht Entwicklungen über die Zeit sichtbar. Eine Liste ist oft einfach, aber weniger anschaulich als eine visuelle Darstellung.
Auswahlkriterien Genauigkeit, Übersicht, Vergleichbarkeit, Anschaulichkeit, Zielgruppe, Zweck Ein Balkendiagramm eignet sich besonders, wenn mehrere Kategorien verglichen werden, etwa Obstsorten, Verkehrsmittel oder Lieblingstiere. Ein Kreisdiagramm ist hilfreich, wenn Anteile an einem Ganzen gezeigt werden sollen, etwa wie sich eine Klasse auf verschiedene Hobbys verteilt. Ein Liniendiagramm ist günstig für Veränderungen im Zeitverlauf, zum Beispiel Temperatur oder Schrittzahl pro Tag.
Geeignete Einsatzfelder Balken für Vergleiche, Kreis für Anteile, Linie für Verläufe Auch visuelle Gestaltung spielt eine Rolle. Farben, Beschriftungen, Überschriften und Achsen helfen beim Verstehen. Fehlen Überschriften oder Einheiten, werden Daten leicht missverständlich. Zu viele Farben oder unklare Beschriftungen können verwirren. Deshalb gehört zur Datenpräsentation auch sorgfältige Gestaltung.
Wichtige Gestaltungselemente Titel, Achsen, Legende, Farbe, Beschriftung, Einheit Ein Beispiel: Eine Klasse zählt, wie viele Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit dem Auto zur Schule kommen. Die Daten werden zuerst in einer Tabelle gesammelt, dann gezählt und in einem Balkendiagramm dargestellt. Anschließend kann besprochen werden, welches Verkehrsmittel am häufigsten vorkommt und welche Unterschiede sichtbar werden. Daten können aus vielen Fachbereichen stammen. Im Mathematikunterricht werden Umfragedaten ausgewertet. Im Sachunterricht werden Wetterwerte gesammelt. Im Sport kann die Zeit für einen Lauf gemessen werden. In Biologie können Wachstumsdaten einer Pflanze dokumentiert werden. Dadurch wird deutlich, dass Datenarbeit fachübergreifend wichtig ist.
Fächerbezüge Mathematik, Sachunterricht, Biologie, Sport, Geografie, Musik Ein weiteres Beispiel ist das Pflanzenwachstum. Die Höhe einer Pflanze wird über mehrere Wochen gemessen und in einer Tabelle notiert. Anschließend werden die Werte in einem Liniendiagramm dargestellt. So wird sichtbar, wie sich die Pflanze entwickelt hat. Diese Verbindung von Beobachtung, Berechnung und Visualisierung zeigt den Nutzen von Datenarbeit besonders anschaulich. Beim Arbeiten mit Daten ist auch Genauigkeit wichtig. Falsche Einträge, fehlende Werte oder unklare Kategorien können zu ungenauen Ergebnissen führen. Deshalb sollten Daten sorgfältig erhoben und überprüft werden. Schon einfache Datenarbeit schult damit Genauigkeit, Ordnung und nachvollziehbares Denken.
Worauf zu achten ist Vollständigkeit, Genauigkeit, gleiche Einheiten, klare Kategorien, saubere Beschriftung Nicht jede Darstellung zeigt Daten neutral. Durch Auswahl, Farben, Achseneinteilung oder das Weglassen von Werten kann eine Darstellung stärker oder schwächer wirken. Schülerinnen und Schüler sollen daher lernen, Daten nicht nur zu präsentieren, sondern auch Darstellungen kritisch zu betrachten und nach ihrer Aussagekraft zu fragen. Die Fähigkeit, mit Daten einfache Berechnungen durchzuführen und sie in verschiedenen visuellen Formaten zu sammeln und zu präsentieren, ist eine wichtige Grundlage für digitale Bildung. Wer Daten ordnen, auswerten und verständlich darstellen kann, erkennt Muster leichter, kommuniziert Ergebnisse klarer und nutzt digitale Werkzeuge bewusster.
Weiterführende Links
- https://www.klicksafe.de
- https://www.saferinternet.at
- https://www.internet-abc.de
- https://www.bpb.de
- https://www.code.org
13.3 Aufgaben für den Unterricht
13.3.1 Klassendaten erheben und tabellarisch sammeln
Die Schülerinnen und Schüler führen eine einfache Umfrage in der Klasse durch, etwa zu Lieblingsobst, Verkehrsmitteln am Schulweg, Hobbys oder Haustieren. Die Ergebnisse werden zunächst ungeordnet gesammelt und anschließend in einer übersichtlichen Tabelle festgehalten. Danach besprechen die Lernenden, warum Tabellen für die geordnete Sammlung von Daten hilfreich sind und welche Angaben wie Überschrift, Spalten oder Kategorien notwendig sind. Die Aufgabe schafft eine verständliche Grundlage für weitere Berechnungen und Darstellungen.
13.3.2 Häufigkeiten zählen und vergleichen
Die Schülerinnen und Schüler werten eine kleine Datensammlung aus, indem sie gleiche Antworten zählen und Häufigkeiten vergleichen. Dabei halten sie fest, welche Kategorie am häufigsten, am seltensten oder gleich oft vorkommt. Anschließend formulieren sie einfache Aussagen auf Grundlage der Daten, etwa „Die meisten Kinder kommen mit dem Bus“. Diese Aufgabe verbindet Datensammlung mit ersten Auswertungsschritten und zeigt, wie aus einzelnen Angaben übersichtliche Informationen entstehen. Berechnungen zählen, vergleichen, ordnen, Häufigkeit bestimmen
13.3.3 Summen und einfache Unterschiede berechnen
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit kleinen Datensätzen, etwa gelesene Bücher, tägliche Schritte, gesammelte Klassenpunkte oder Messwerte aus einem Experiment. Sie berechnen Summen, Unterschiede oder einfache Mittelwerte und erklären anschließend, was diese Ergebnisse aussagen. Die Aufgabe stärkt das Verständnis dafür, dass Daten nicht nur gesammelt, sondern auch rechnerisch ausgewertet werden können, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Datensätze Bücher, Schritte, Punkte, Temperaturen, Pflanzenhöhe
13.3.4 Daten in verschiedene Darstellungsformen übertragen
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Tabelle mit einfachen Daten und übertragen diese in eine andere Darstellungsform, zum Beispiel in ein Balkendiagramm, ein Piktogramm oder ein Kreisdiagramm. Danach vergleichen sie, welche Informationen in der Tabelle genauer und welche im Diagramm schneller erkennbar sind. Diese Aufgabe macht sichtbar, dass unterschiedliche Darstellungen verschiedene Stärken haben und bewusst gewählt werden sollten. Darstellungsformen Tabelle, Balkendiagramm, Kreisdiagramm, Piktogramm, Liste
13.3.5 Passende Darstellung auswählen und begründen
Die Schülerinnen und Schüler erhalten verschiedene Datensituationen, etwa Umfrageergebnisse, Temperaturverläufe oder Anteile einer Klasse, und entscheiden, welche Darstellungsform jeweils am besten geeignet ist. Anschließend begründen sie ihre Wahl mit Blick auf Übersicht, Vergleichbarkeit und Anschaulichkeit. Die Aufgabe fördert ein differenziertes Verständnis dafür, dass nicht jede visuelle Form für jeden Datentyp gleich sinnvoll ist. Datensituationen Umfrage, Temperaturreihe, Klassenanteile, Punktestände, Wachstumsdaten
13.3.6 Diagramme lesen und Aussagen formulieren
Die Schülerinnen und Schüler analysieren einfache Diagramme und halten fest, welche Informationen daraus direkt ablesbar sind. Sie formulieren Aussagen wie „Am Mittwoch war der höchste Wert“ oder „Rot kommt doppelt so oft vor wie Blau“ und überprüfen gemeinsam, ob diese Aussagen durch die Darstellung gedeckt sind. Diese Aufgabe stärkt nicht nur die Präsentation von Daten, sondern auch das genaue Lesen und Verstehen visueller Formate. Diagrammtypen Balken, Kreis, Linie, Piktogramm
13.3.7 Daten digital eingeben und berechnen
Die Schülerinnen und Schüler tragen einfache Daten in ein digitales Tabellenwerkzeug ein und nutzen grundlegende Funktionen zum Addieren, Zählen oder Sortieren. Anschließend vergleichen sie die digitale Bearbeitung mit einer handschriftlichen Auswertung und reflektieren, welche Vorteile digitale Werkzeuge bei Übersicht, Geschwindigkeit und Veränderbarkeit bieten. Diese Aufgabe verbindet Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Werkzeugen mit datenbezogenem Denken. Digitale Tätigkeiten eingeben, speichern, sortieren, addieren, zählen, darstellen
13.3.8 Fehler in Datendarstellungen erkennen
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen absichtlich fehlerhafte Tabellen oder Diagramme, etwa mit fehlendem Titel, unklarer Achse, falscher Beschriftung oder unvollständigen Daten. Sie benennen die Probleme und verbessern die Darstellung so, dass die Daten verständlich und nachvollziehbar werden. Diese Aufgabe fördert kritisches Betrachten und zeigt, dass gute Datenpräsentation auch von sorgfältiger Gestaltung abhängt.
13.3.9 Reziprokes Lehren zu Datenformaten und Berechnungen
Kleine Gruppen erhalten jeweils einen Schwerpunkt wie Tabelle, Balkendiagramm, Kreisdiagramm, einfache Summe, Häufigkeit oder Durchschnitt. Sie bereiten dazu eine kurze Erklärung mit Beispiel vor und vermitteln diese Inhalte anschließend an andere Gruppen. Durch das aktive Erklären werden Begriffe, Funktionen und Unterschiede gesichert und verständlicher gemacht. Diese Methode erhöht den Lernerfolg, weil Rechnen, Darstellen und Beschreiben miteinander verbunden werden.
13.3.10 Abschlussaufgabe mit vollständigem Datenprojekt
Zum Abschluss führen die Schülerinnen und Schüler ein kleines Datenprojekt durch: Sie wählen ein Thema, sammeln Daten, tragen diese geordnet ein, führen einfache Berechnungen durch und präsentieren die Ergebnisse in einer passenden visuellen Form. Danach erläutern sie, warum sie diese Darstellung gewählt haben und welche Aussagen sich aus den Daten ableiten lassen. Diese Aufgabe sichert das Gelernte, weil Sammeln, Rechnen, Darstellen und Präsentieren in einem vollständigen Arbeitsprozess zusammengeführt werden. Projektideen Schulweg, Lieblingsobst, Wetterwoche, Lesezeit, Pflanzenwachstum
Grundlage: Digitale Grundbildung – Lehrband 1. Klasse, Ausgabe 2026.