DGB 2: Digitale Angebote, eigene Bedürfnisse, Gesundheit und Umwelt

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Die bewusste Auseinandersetzung mit digitalen Angeboten unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, eigene Bedürfnisse klarer wahrzunehmen, Chancen und Belastungen abzuwägen und digitale Entscheidungen im Alltag gesünder, nachhaltiger und selbstbestimmter zu treffen.

18.1 Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler können:

  • beschreiben, dass digitale Angebote unterschiedliche Bedürfnisse wie Information, Unterhaltung, Kommunikation, Lernen oder Organisation ansprechen.
  • erklären, dass nicht jedes digitale Angebot automatisch sinnvoll oder passend für die eigene Situation ist.
  • eigene Bedürfnisse im Umgang mit digitalen Medien benennen und von Gewohnheiten oder äußeren Reizen unterscheiden.
  • digitale Angebote im Hinblick auf Nutzen, Zeitaufwand, Ablenkung, Kosten, Gesundheit und Umweltwirkung vergleichen.
  • gesundheitliche Aspekte wie Schlaf, Konzentration, Bewegung, Haltung, Augenbelastung oder Stress im Zusammenhang mit digitaler Nutzung erläutern.
  • ökologische Aspekte wie Stromverbrauch, Geräteherstellung, Rohstoffverbrauch, Lebensdauer und Elektroschrott benennen.
  • erkennen, dass persönliche Entscheidungen über Nutzung, Kauf, Reparatur und Austausch von Geräten Folgen für Umwelt und Wohlbefinden haben.
  • passende Handlungsmöglichkeiten für einen bewussteren Umgang mit digitalen Angeboten entwickeln.
  • eigene Mediengewohnheiten reflektieren und begründete Veränderungen planen.
  • zwischen Bequemlichkeit, tatsächlichem Bedarf und verantwortungsvoller Nutzung abwägen.

18.2 Lerninhalte

Die Verbindung von persönlichem Medienhandeln mit gesundheitlichen und ökologischen Folgen fördert ein vertieftes Verständnis dafür, dass digitale Angebote zwar nützlich und attraktiv sein können, zugleich aber bewusste Entscheidungen und verantwortungsvolle Gestaltung des eigenen Alltags erfordern.

Digitale Angeboteumfassen sehr unterschiedliche Formen, etwa Lernplattformen,

Suchmaschinen, Streamingdienste, Messenger, soziale Netzwerke, Spiele, Fitness-Apps, Navigationsdienste, Einkaufsplattformen oder digitale Kalender. Sie können den Alltag erleichtern, Zeit sparen, Information zugänglich machen und Kommunikation vereinfachen. Gleichzeitig konkurrieren viele Angebote um Aufmerksamkeit, Zeit und Gewohnheiten. Deshalb

ist es wichtig, digitale Nutzung nicht nur nach Verfügbarkeit oder Beliebtheit zu beurteilen, sondern danach, ob sie zu den eigenen Bedürfnissen und zur jeweiligen Situation passt. Ein zentrales Lernfeld ist die Unterscheidung zwischen echten Bedürfnissen und spontanen Impulsen. Ein digitales Angebot kann hilfreich sein, wenn es beim Lernen unterstützt, Orientierung gibt oder Kommunikation erleichtert. Es kann aber auch vor allem genutzt werden, weil es Gewohnheit geworden ist, Benachrichtigungen locken oder Langeweile überbrückt werden soll. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass nicht jede Nutzung denselben Wert hat.

Wer gezielt recherchiert, nutzt ein Angebot anders als jemand, der aus Gewohnheit lange durch Inhalte scrollt, ohne ein klares Ziel zu verfolgen.

Digitale AngeboteLernplattform, Messenger, Streamingdienst, Spiel, Newsapp, Kalender
BedürfnisseInformation, Unterhaltung, Austausch, Orientierung, Lernen, Entspannung

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf gesundheitlichen Aspekten. Längere Bildschirmzeiten können Auswirkungen auf Konzentration, Schlaf, Augen, Haltung und Bewegung haben. Wer bis spät in die Nacht Videos schaut oder ständig Benachrichtigungen prüft, schläft oft schlechter oder kommt schwerer zur Ruhe. Langes Sitzen, starre Körperhaltung oder ungünstige Blickwinkel können zu Verspannungen führen. Häufige Unterbrechungen durch digitale Reize erschweren konzentriertes Arbeiten.

Gleichzeitig können digitale Angebote auch gesundheitsförderlich eingesetzt werden, etwa durch Bewegungsanleitungen, Lernhilfen, Entspannungsaudios oder bewusst gesetzte Bildschirmzeiten. Entscheidend ist daher nicht nur die Nutzung selbst, sondern deren Umfang, Zeitpunkt und Gestaltung. Auch psychische und soziale Belastungen gehören dazu. Soziale Netzwerke können Austausch ermöglichen, aber auch Vergleichsdruck, Unruhe, ständige Erreichbarkeit oder das Gefühl erzeugen, etwas zu verpassen. Spiele und Plattformen können motivieren und Freude machen, aber auch viel Zeit binden und Frustration auslösen.

Schülerinnen und Schüler sollen deshalb lernen, auf Warnzeichen wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Ablenkung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Stress zu achten und die eigene Nutzung damit in Beziehung zu setzen.

GesundheitsaspekteSchlaf, Konzentration, Bewegung, Haltung, Augenbelastung, Stress

Warnzeichen Müdigkeit, Unruhe, Ablenkung, Verspannung, Reizbarkeit, Überforderung Ein ebenso bedeutsamer Bereich sind ökologische Aspekte digitaler Nutzung. Digitale Angebote wirken oft immateriell, haben aber reale Umweltfolgen. Geräte müssen hergestellt, transportiert, geladen, aktualisiert und irgendwann entsorgt werden. Für Smartphones, Tablets, Laptops und Server werden Rohstoffe, Energie und Arbeitsaufwand benötigt. Rechenzentren verbrauchen Strom, Streaming erzeugt Datenverkehr, und häufige Neukäufe verkürzen die Lebensdauer von Geräten.

Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, dass digitale Nutzung zwar Papier sparen oder Wege ersetzen kann, aber nicht automatisch umweltfreundlich ist. Besonders anschaulich wird dies bei Alltagsentscheidungen. Muss ein funktionierendes Gerät sofort ersetzt werden, nur weil ein neues Modell erscheint? Ist ein Ausdruck wirklich notwendig oder reicht eine digitale Datei? Ist es sinnvoll, ein langes Video mehrfach zu streamen, wenn eine lokale Speicherung genügt? Lohnt sich eine Reparatur, bevor ein neues Gerät angeschafft wird? Solche Fragen helfen, ökologische Folgen nicht abstrakt, sondern im eigenen Handeln zu betrachten.

Verantwortungsvolle Nutzung bedeutet daher auch, Geräte pfleglich zu behandeln, länger zu nutzen und unnötigen Ressourcenverbrauch zu vermeiden.

UmweltaspekteStromverbrauch, Rohstoffe, Herstellung, Transport, Rechenzentrum,

Elektroschrott Alltagsentscheidungen reparieren, weiterverwenden, ausschalten, speichern, drucken, ersetzen Ein weiterer Lerninhalt ist das Abwägen verschiedener Kriterien. Ein digitales Angebot kann praktisch, aber sehr zeitintensiv sein. Ein anderes spart Zeit, sammelt jedoch viele Daten. Ein Gerät kann leistungsstark, aber unnötig ressourcenintensiv sein. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, digitale Entscheidungen nicht nach einem einzigen Maßstab zu treffen, sondern mehrere Aspekte zu berücksichtigen: Brauche ich das wirklich? Hilft es mir? Passt es zu meinem Tagesablauf? Belastet es meine Konzentration?

Gibt es eine einfachere oder nachhaltigere Alternative? So entsteht ein differenzierter Blick auf persönliche Handlungsmöglichkeiten. Didaktisch wichtig ist die Verbindung von Reflexion und konkreter Gestaltung. Es genügt nicht, nur Probleme zu benennen. Die Lernenden sollen auch überlegen, wie sie ihren Umgang mit digitalen Angeboten aktiv steuern können. Dazu gehören feste Nutzungszeiten, bewusste Pausen, ausgeschaltete Benachrichtigungen, ergonomische Haltung, realistische Bildschirmgrenzen, medienfreie Phasen, Nutzung zu bestimmten Zwecken statt aus Gewohnheit sowie längere Gerätelebensdauer durch sorgsamen Umgang.

Solche Maßnahmen machen Verantwortungsbewusstsein praktisch umsetzbar. Abwägungskriterien Nutzen, Zeitaufwand, Gesundheit, Umwelt, Kosten, Ablenkung Handlungsmöglichkeiten Pausen, Benachrichtigungen aus, Bildschirmzeit, Reparatur, Mehrfachnutzung, Geräteschutz Praktische Beispiele aus dem Alltag verdeutlichen diese Zusammenhänge. Eine Lernplattform kann sinnvoll sein, wenn sie Materialien bündelt und das Lernen erleichtert, aber belastend werden, wenn ständig neue Aufgabenmeldungen aufscheinen. Ein Messenger hilft bei Absprachen, kann aber auch durch dauernde Mitteilungen vom Arbeiten ablenken.

Streaming ist bequem, kann aber viel Zeit binden und hohe Datenmengen verursachen. Ein digitales Heft spart Papier, benötigt aber Strom und ein funktionierendes Gerät. Ein Fitnessvideo kann Bewegung fördern, obwohl es auf Bildschirmnutzung beruht. Solche Beispiele zeigen, dass digitale Angebote nicht einfach gut oder schlecht sind, sondern bewusst eingeordnet werden müssen. Auch Unterschiede zwischen Personen spielen eine Rolle. Was für eine Person hilfreich ist, kann für eine andere belastend sein. Manche nutzen digitale Kalender sehr organisiert, andere fühlen sich durch viele Erinnerungen eher unter Druck gesetzt.

Manche lernen gut mit Videos, andere verlieren dabei die Konzentration. Deshalb sollen Schülerinnen und Schüler eigene

Bedürfnisseernst nehmen und nicht nur allgemeine Regeln übernehmen. Ziel ist nicht ein

starres Verbot oder ein pauschales Lob digitaler Angebote, sondern eine begründete und selbstreflektierte Auswahl.

AlltagsbeispieleLernplattform, Messenger, Streaming, Fitnessapp, Kalender, Onlineshop

Personenbezug Gewohnheit, Vorlieben, Belastung, Nutzen, Selbststeuerung, Alltag Ein vertiefender Aspekt betrifft Konsum und Kaufentscheidungen. Digitale Angebote sind oft mit Anschaffungen, Abonnements oder Upgrades verbunden. Werbung und Trends können den

Eindruck erzeugen, dass neue Geräte oder Dienste notwendig seien. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass zwischen tatsächlichem Bedarf und erzeugtem Wunsch unterschieden werden muss. Ein älteres Gerät kann für viele Aufgaben völlig ausreichen. Ein kostenloses Angebot kann durch Werbung oder Datennutzung indirekte Kosten verursachen. Damit verbindet sich digitale Bildung mit Konsumkompetenz und verantwortlicher Entscheidungsfähigkeit. Für die Reflexion eignen sich Fragen wie: Wozu nutze ich dieses Angebot? Was bringt es mir wirklich? Was kostet es mich an Zeit, Aufmerksamkeit oder Energie? Welche gesundheitlichen Folgen bemerke ich?

Welche Umweltwirkungen könnten mit Gerät oder Nutzung verbunden sein? Gibt es eine einfachere, sparsamere oder gesündere Alternative? Solche Leitfragen fördern eine Haltung, in der digitale Angebote nicht nur konsumiert, sondern bewusst geprüft und gestaltet werden.

KonsumfragenBedarf, Wunsch, Werbung, Kosten, Upgrade, Abo
LeitfragenBrauche ich es, Hilft es mir, Belastet es mich, Welche Folgen hat es, Welche

Alternative gibt es Schließlich sollen die Lernenden erkennen, dass verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Angeboten immer eine Verbindung von persönlichem Nutzen, Selbstfürsorge und Umweltverantwortung darstellt. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Bedürfnisse ernst genommen, Gewohnheiten reflektiert und gesundheitliche sowie ökologische Folgen mitbedacht werden.

Weiterführende Links

  • saferinternet.at
  • klicksafe.de
  • umweltbundesamt.de
  • internet-abc.de
  • jugendundmedien.ch
  • oesterreich.gv.at

18.3 Aufgaben für den Unterricht

18.3.1 Eigene digitale Nutzung beobachten und auswerten

Die bewusste Beobachtung eigener Nutzungsgewohnheiten fördert ein realistisches Verständnis dafür, welche digitalen Angebote tatsächlich hilfreich sind, wo Gewohnheit oder Ablenkung überwiegt und welche gesundheitlichen oder zeitlichen Folgen sich daraus ergeben können. Die Schülerinnen und Schüler führen über mehrere Tage ein einfaches Nutzungsprotokoll zu digitalen Angeboten wie Messenger, Streaming, Spiele, Lernplattformen oder sozialen Netzwerken. Sie notieren Anlass, Dauer, Ziel der Nutzung und ihre Wahrnehmung danach, etwa konzentriert, müde, entspannt oder abgelenkt. Anschließend werten sie aus, welche Angebote

ihre Bedürfnisse sinnvoll unterstützen und bei welchen Angeboten eher Routine, Zeitverlust oder Überforderung sichtbar werden. In der gemeinsamen Besprechung werden erste Zusammenhänge zwischen Nutzung, Wohlbefinden und Alltag erarbeitet. Beobachtungspunkte Dauer, Anlass, Ziel, Stimmung, Nutzen, Belastung Angebote Messenger, Streaming, Spiel, Lernplattform, Video, Newsapp Ergebnis Nutzungsprotokoll, Auswertung, Kurzreflexion

18.3.2 Bedürfnisse und Gewohnheiten unterscheiden

Die bewusste Unterscheidung zwischen echtem Bedarf und automatisierter Mediennutzung stärkt die Fähigkeit, digitale Entscheidungen selbstbestimmter zu treffen und Angebote nicht nur aus Gewohnheit oder durch äußere Reize zu nutzen. Die Lernenden erhalten verschiedene Alltagssituationen, etwa Lernen für eine Prüfung, Langeweile am Nachmittag, Kommunikation in der Klasse, Informationssuche oder Entspannung am Abend. Sie überlegen jeweils, welches Bedürfnis vorliegt und ob ein digitales Angebot dieses sinnvoll unterstützt oder eher nur kurzfristig beschäftigt.

Danach vergleichen sie ihre Einschätzungen und diskutieren, wie leicht Benachrichtigungen, Trends oder Gewohnheiten als scheinbare Bedürfnisse wirken können. So lernen die Schülerinnen und Schüler, bewusster zwischen tatsächlichem Nutzen und impulsiver Nutzung zu unterscheiden.

BedürfnisseInformation, Austausch, Entspannung, Orientierung, Lernen, Unterhaltung
EinflussfaktorenGewohnheit, Reiz, Benachrichtigung, Langeweile, Druck, Trend

Lernprodukte Zuordnungstabelle, Fallanalyse, Merksatz

18.3.3 Gesundheitswirkungen digitaler Nutzung untersuchen

Die gezielte Betrachtung körperlicher und psychischer Folgen digitaler Nutzung unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, digitale Angebote nicht nur nach Spaß oder Bequemlichkeit, sondern auch nach ihrem Einfluss auf Konzentration, Schlaf, Bewegung und Wohlbefinden zu beurteilen. Die Klasse arbeitet mit Fallbeispielen, etwa langes Scrollen vor dem Schlafengehen, ständige Nachrichten beim Lernen, stundenlanges Sitzen beim Spielen oder gezielte Nutzung einer Lernplattform mit Pausen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren, welche gesundheitlichen Wirkungen jeweils möglich sind und welche Verhaltensänderungen entlastend wirken könnten.

Anschließend formulieren sie konkrete Empfehlungen für einen gesundheitsförderlicheren Umgang mit digitalen Angeboten. Dadurch wird sichtbar, dass digitale Nutzung gestaltbar ist und nicht nur hingenommen werden muss.

GesundheitsaspekteSchlaf, Konzentration, Bewegung, Haltung, Augen, Stress

Fallbeispiele Scrollen, Spielen, Lernen, Chatten, Streaming, Nachtgebrauch Ergebnis Wirkungstabelle, Empfehlungsliste, Tafelbild

18.3.4 Ökologische Folgen digitaler Angebote abwägen

Die Auseinandersetzung mit Umweltwirkungen digitaler Nutzung fördert die Einsicht, dass digitale Angebote zwar praktisch erscheinen, aber immer auch Ressourcen, Energie und Geräte beanspruchen und deshalb bewusste Entscheidungen erfordern. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Alltagssituationen wie Streaming oder Download, Ausdruck oder digitale Datei, Geräteaustausch oder Reparatur, neues Smartphone oder längere Nutzung des alten Geräts. Sie sammeln ökologische Aspekte wie Stromverbrauch, Rohstoffbedarf, Herstellung, Transport, Rechenzentren und Elektroschrott.

Danach ordnen sie die Beispiele auf einer Skala von eher ressourcenschonend bis eher belastend ein und begründen ihre Entscheidung. So lernen sie, digitale Bequemlichkeit mit Umweltfolgen in Beziehung zu setzen.

UmweltaspekteStrom, Rohstoffe, Herstellung, Transport, Rechenzentrum, Elektroschrott

Vergleiche Streaming, Download, Ausdruck, Reparatur, Neukauf, Weiterverwendung Sicherung Skala, Begründung, Vergleichsblatt

18.3.5 Digitale Angebote nach mehreren Kriterien bewerten

Die vergleichende Bewertung verschiedener Angebote unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, Entscheidungen nicht eindimensional zu treffen, sondern persönliche Bedürfnisse, gesundheitliche Aspekte, Umweltfolgen und Alltagstauglichkeit gemeinsam in den Blick zu nehmen. Die Lernenden erhalten mehrere digitale Angebote, etwa Lernapp, Streamingdienst, Messenger, Spiel, Kalender-App oder Fitnessvideo. Zu jedem Angebot prüfen sie Kriterien wie Nutzen, Zeitaufwand, Ablenkungsgefahr, gesundheitliche Wirkung, ökologische Folgen und tatsächlichen Bedarf.

Anschließend erstellen sie ein Bewertungsraster und entscheiden begründet, ob und wie das Angebot für sie sinnvoll eingesetzt werden könnte. In der Auswertung wird deutlich, dass verantwortungsvolle Nutzung Abwägung verlangt und nicht nur spontane Auswahl. Bewertungskriterien Nutzen, Zeit, Gesundheit, Umwelt, Ablenkung, Bedarf Angebote Lernapp, Streamingdienst, Messenger, Spiel, Kalender, Fitnessvideo Ergebnis Bewertungsraster, Einschätzung, Kurzbegründung

18.3.6 Eigene Handlungsmöglichkeiten planen

Die Entwicklung persönlicher Handlungsschritte stärkt die Selbststeuerung der Schülerinnen und Schüler und zeigt, dass verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Angeboten nicht bei der Analyse stehen bleibt, sondern zu konkret umsetzbaren Entscheidungen im Alltag führen kann. Die Schülerinnen und Schüler wählen zwei oder drei Situationen aus ihrem Alltag, in denen sie ihre digitale Nutzung bewusster gestalten möchten, etwa weniger nächtliche Bildschirmzeit, gezieltere Nutzung von Lernplattformen, Pausen beim Spielen oder längere Nutzung eines Geräts statt schneller Neuanschaffung.

Dazu formulieren sie realistische Maßnahmen, die zu ihren eigenen Bedürfnissen und ihrem Alltag passen. Anschließend prüfen sie in Partnerarbeit,

ob diese Maßnahmen konkret, umsetzbar und sinnvoll begründet sind. So wird Reflexion in handlungsorientierte Planung überführt. Handlungsfelder Bildschirmzeit, Pausen, Benachrichtigungen, Reparatur, Auswahl, Geräteschutz Planungsschritte wählen, begründen, festlegen, prüfen, anpassen, umsetzen Produkte Handlungsplan, Partnerfeedback, Vorsatzkarte

18.3.7 Alltagsdilemmata diskutieren

Die Diskussion widersprüchlicher Alltagssituationen fördert die Fähigkeit, digitale Entscheidungen differenziert zu betrachten und zwischen Bequemlichkeit, Bedürfnis, Gesundheitsaspekt und Umweltverantwortung begründet abzuwägen. Die Klasse bearbeitet Dilemma-Situationen wie „Das alte Handy funktioniert noch, aber ein neues Modell ist attraktiver“, „Streaming ist bequem, aber ich verliere viel Zeit“, „Eine Lernapp hilft mir, aber ich bin ständig am Bildschirm“ oder „Ich drucke alles aus, obwohl die Datei digital reicht“.

In Gruppen entwickeln die Schülerinnen und Schüler Argumente für verschiedene Entscheidungen und wägen diese gegeneinander ab. Anschließend werden die Fälle im Plenum besprochen und unter Gesichtspunkten von Selbstbestimmung, Gesundheit und Nachhaltigkeit reflektiert. Dilemmata Neukauf, Streaming, Lernapp, Ausdruck, Gaming, Dauerchat

AbwägungenNutzen, Wunsch, Belastung, Umwelt, Gewohnheit, Verantwortung

Ergebnis Argumentesammlung, Diskussion, Entscheidungsbegründung

18.3.8 Gesunde und nachhaltige Medienpraxis gestalten

Die praktische Entwicklung alltagstauglicher Regeln unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, eigene Nutzungsweisen bewusster zu gestalten und gesundheitliche wie ökologische Überlegungen in konkrete Routinen zu übersetzen. Ausgehend von den vorangegangenen Aufgaben entwerfen die Lernenden persönliche oder gemeinsame Regeln für einen gesünderen und nachhaltigeren Umgang mit digitalen Angeboten. Dazu können feste Offline-Phasen, ausgeschaltete Benachrichtigungen beim Lernen, bewusste Lade- und Nutzungszeiten, sorgsamer Umgang mit Geräten oder die Prüfung von Reparaturmöglichkeiten gehören.

Anschließend begründen sie jede Regel mit einem gesundheitlichen oder ökologischen Aspekt. So entsteht eine praxisnahe Orientierung für selbstverantwortliches Handeln. Regelbereiche Pausen, Schlaf, Haltung, Benachrichtigungen, Reparatur, Mehrfachnutzung Begründungen Entlastung, Konzentration, Schonung, Nachhaltigkeit, Ruhe, Selbststeuerung Ergebnis Regelplakat, Klassenvereinbarung, Merkliste

18.3.9 Angebote aus Schule und Freizeit vergleichen

Die Gegenüberstellung schulischer und freizeitbezogener digitaler Angebote zeigt, dass dieselben Geräte sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen können und dass eine verantwortungsvolle Gestaltung immer vom jeweiligen Ziel und Kontext abhängt. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Angebote wie Lernplattform, Erklärvideo, Messenger, Spiel, Streamingdienst oder Social-Media-App danach, welche Bedürfnisse sie ansprechen und welche gesundheitlichen oder ökologischen Folgen damit verbunden sein können.

Dabei arbeiten sie heraus, dass schulisch sinnvolle Nutzung nicht automatisch unproblematisch ist und freizeitbezogene Nutzung nicht automatisch unvernünftig sein muss. Entscheidend ist die begründete Einordnung. So wird ein differenzierter Blick auf digitale Angebote im gesamten Alltag gefördert. Vergleichsfelder Schule, Freizeit, Lernen, Unterhaltung, Kommunikation, Organisation Prüffragen Wozu dient es, Was bringt es, Was kostet es, Was belastet es Lernprodukte Vergleichstafel, Einordnung, Kurzstatement

18.3.10 Reflexion und Ergebnissicherung

Die abschließende Sicherung unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, persönliche Einsichten, Bewertungskriterien und Handlungsideen zu einem tragfähigen Verständnis verantwortungsvoller digitaler Nutzung zusammenzuführen. Die Schülerinnen und Schüler halten schriftlich oder mündlich fest, welche digitalen Angebote ihre Bedürfnisse sinnvoll unterstützen, wo sie gesundheitliche oder ökologische Probleme sehen und welche Handlungsmöglichkeiten sie für sich selbst als besonders realistisch einschätzen. Zusätzlich formulieren sie eine konkrete Veränderung, die sie künftig ausprobieren möchten.

Die Ergebnisse werden in einer gemeinsamen Übersicht gesammelt und als Orientierung für weiteres verantwortungsbewusstes Medienhandeln gesichert. Reflexionsfragen Was brauche ich, Was belastet mich, Was schont Ressourcen, Was ändere ich Sicherung Lernjournal, Exit Card, Merkblatt, Wandplakat

Grundlage: Digitale Grundbildung II – Lehrband 2. Klasse, Final V2.5.