DGB 2: Lizenzmodelle – Creative Commons, OER und Open Source
7.1 Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- erklären, warum digitale Inhalte wie Texte, Bilder, Musik, Videos und Software nicht beliebig genutzt werden dürfen.
- zwischen Urheberrecht, Nutzungsrecht und Lizenz unterscheiden.
- beschreiben, was mit offenen Lizenzmodellen gemeint ist.
- die Grundidee von Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source erklären.
- wichtige Creative-Commons-Bausteine wie BY, SA, NC und ND benennen und erläutern.
- erkennen, welche Nutzungen durch eine Lizenz erlaubt, eingeschränkt oder verboten werden.
- offene Materialien gezielt suchen und für schulische Arbeiten passend auswählen.
- Quellen und Lizenzangaben korrekt anführen.
- entscheiden, unter welchen Bedingungen Inhalte verändert, weitergegeben oder veröffentlicht werden dürfen.
- eigene Produkte mit einer passenden offenen Lizenz versehen und die Entscheidung begründen.
7.2 Lerninhalte
Die Auseinandersetzung mit Lizenzmodellen verbindet rechtliche Grundbildung mit praktischem Medienhandeln, weil Schülerinnen und Schüler lernen, digitale Inhalte nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf Rechte, Pflichten, Freiheiten und faire Nutzung einzuordnen. Digitale Inhalte wie Fotos, Texte, Musikstücke, Arbeitsblätter, Präsentationen, Videos oder Programme entstehen nicht automatisch zur freien Nutzung. In der Regel sind sie urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass die Person, die ein Werk geschaffen hat, darüber bestimmt, wie dieses genutzt, kopiert, verändert oder veröffentlicht werden darf.
Im Alltag wird das oft übersehen, weil Inhalte im Internet leicht zugänglich und mit wenigen Klicks speicherbar oder teilbar sind. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen verfügbar und erlaubt zu unterscheiden.
Ein zentrales Grundverständnis betrifft den Unterschied zwischen Urheberrecht und Lizenz. Das Urheberrecht schützt ein Werk grundsätzlich. Eine Lizenz legt fest, unter welchen Bedingungen andere Menschen dieses Werk nutzen dürfen. Wer zum Beispiel ein Foto macht, ist Urheberin oder Urheber dieses Bildes. Andere dürfen es nicht einfach weiterverwenden, außer es liegt eine Erlaubnis vor. Diese Erlaubnis kann individuell gegeben werden oder über ein Lizenzmodell geregelt sein. Lizenzen schaffen also Klarheit darüber, was erlaubt ist und was nicht.
Grundbegriffe Urheberrecht, Lizenz, Nutzungsrecht, Freigabe, Quelle, Veröffentlichung Werkarten Text, Bild, Musik, Video, Grafik, Software Offene Lizenzmodelle sind besonders bedeutsam, weil sie eine Nutzung unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich erlauben. Dazu gehören vor allem Creative Commons für viele Arten von Medieninhalten, Open Educational Resources für Bildungsinhalte und Open Source für Software. Offen bedeutet dabei nicht automatisch grenzenlos frei. Vielmehr wird festgelegt, was erlaubt ist, etwa Weitergabe, Bearbeitung oder Veröffentlichung, und welche Bedingungen dabei eingehalten werden müssen.
Diese Modelle fördern Zusammenarbeit, Nachnutzung und gemeinsames Lernen, setzen aber dennoch Regeln voraus. Creative Commons ist ein weit verbreitetes Lizenzsystem für Inhalte wie Bilder, Texte, Videos oder Arbeitsmaterialien. Die einzelnen Kürzel zeigen, welche Bedingungen gelten. BY bedeutet, dass die Urheberin oder der Urheber genannt werden muss. SA verlangt, dass bearbeitete Versionen unter derselben Lizenz weitergegeben werden. NC bedeutet, dass keine kommerzielle Nutzung erlaubt ist. ND untersagt Bearbeitungen. Aus diesen Bausteinen entstehen verschiedene Lizenzen. CC BY erlaubt zum Beispiel die Nutzung und Bearbeitung mit Namensnennung.
CC BY-SA erlaubt dies ebenfalls, verlangt aber dieselbe Lizenz bei Weitergabe. CC BY-ND erlaubt Nutzung, aber keine Veränderung. CC BY-NC schränkt die kommerzielle Nutzung ein. CC BY-NC-ND ist besonders restriktiv, weil weder Bearbeitungen noch kommerzielle Nutzung erlaubt sind.
Beispiele CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC, CC BY-ND, CC BY-NC-SA, CC BY-NC-ND Für die schulische Praxis ist wichtig, dass nicht jede Creative-Commons-Lizenz gleich offen ist. Materialien mit ND dürfen nicht verändert werden, also etwa nicht gekürzt, sprachlich angepasst oder mit anderen Inhalten kombiniert werden, wenn dadurch eine Bearbeitung entsteht. Materialien mit NC dürfen nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden, wobei die genaue Abgrenzung manchmal schwierig sein kann. Besonders gut weiterverwendbar sind deshalb häufig CC BY und CC BY-SA. Diese ermöglichen sowohl Anpassung als auch Weitergabe, solange die Bedingungen eingehalten werden.
Schülerinnen und Schüler sollen lernen, diese Unterschiede bewusst wahrzunehmen. Open Educational Resources, kurz OER, sind Lehr- und Lernmaterialien, die offen lizenziert sind und deshalb für Bildungskontexte genutzt, angepasst und weitergegeben werden können. Dazu zählen etwa Arbeitsblätter, Erklärvideos, Präsentationen, Aufgabenpools, Infografiken oder interaktive Lernmaterialien. Der Vorteil von OER liegt darin, dass Materialien nicht nur konsumiert, sondern weiterentwickelt werden dürfen. Eine Lehrkraft kann ein Arbeitsblatt an die eigene Klasse anpassen, Schülerinnen und Schüler können Materialien für ein Referat
nutzen und verändern, solange die Lizenz dies erlaubt. OER stehen damit für eine Kultur des Teilens und Weiterentwickelns im Bildungsbereich. Open Source bezieht sich auf Software. Hier geht es nicht nur darum, dass ein Programm kostenlos genutzt werden kann, sondern vor allem darum, dass der Quellcode einsehbar, prüfbar, veränderbar und weiterverteilbar ist, sofern die jeweilige Lizenz das vorsieht. Bekannte Beispiele sind LibreOffice, GIMP, Inkscape, Audacity oder Firefox. Open Source fördert Transparenz, Zusammenarbeit und technische Weiterentwicklung. Gleichzeitig gibt es auch hier unterschiedliche Lizenzmodelle mit verschiedenen Bedingungen.
Entscheidend ist, dass offen nicht mit kostenlos oder beliebig gleichgesetzt wird. Offene Bereiche Medieninhalte, Lernmaterialien, Software, Grafik, Audio, Code Beispiele Arbeitsblatt, Foto, Erklärvideo, LibreOffice, GIMP, Audacity Ein weiterer Lerninhalt ist die korrekte Quellen- und Lizenzangabe. Wer ein offen lizenziertes Bild oder einen Text nutzt, muss in der Regel die Urheberin oder den Urheber nennen, den Titel angeben, die Lizenz aufführen und möglichst auch die Quelle vermerken. Bei Creative Commons wird oft empfohlen, nach dem Prinzip Titel, Urheber, Quelle, Lizenz vorzugehen.
Diese Angaben machen Nutzung transparent und respektieren die Arbeit der Erstellerinnen und Ersteller. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Offenheit nicht bedeutet, auf Nennung verzichten zu dürfen. Praktische Beispiele helfen beim Verstehen. Wird ein Bild mit CC BY verwendet, darf es in ein Referat eingefügt und auch bearbeitet werden, solange die Quelle korrekt genannt wird. Ein Arbeitsblatt mit CC BY-SA darf verändert werden, aber die neue Version muss wieder unter derselben Lizenz veröffentlicht werden.
Ein Musikstück mit CC BY-ND darf in ein Video eingebunden werden, aber nicht geschnitten oder verändert werden, wenn die Lizenz das untersagt. Eine Software unter Open-Source-Lizenz darf installiert, genutzt und oft auch angepasst werden, während proprietäre Programme meist nur unter engeren Bedingungen nutzbar sind. Solche Unterschiede zeigen, dass Lizenzmodelle konkrete Folgen für das Handeln haben. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu geschlossenen oder proprietären Modellen. Viele kommerzielle Programme, Bilddatenbanken, Streamingdienste oder Schulbücher erlauben nur bestimmte Nutzungen.
Inhalte dürfen dort oft angesehen oder genutzt, aber nicht verändert, kopiert oder weiterverbreitet werden. Auch kostenlose Angebote sind nicht automatisch offen lizenziert. Ein kostenlos herunterladbares Bild kann trotzdem urheberrechtlich streng geschützt sein. Diese Unterscheidung ist zentral, weil kostenlose Verfügbarkeit im Netz oft fälschlich als freie Nutzbarkeit verstanden wird. Pflichtangaben Titel, Urheber, Quelle, Lizenz Abgrenzungen kostenlos, offen, erlaubt, bearbeitbar, veröffentlichbar, kommerziell Für die Anwendung im Unterricht ist die Frage entscheidend, wie Materialien rechtssicher ausgewählt werden können.
Schülerinnen und Schüler sollen lernen, bei Suchportalen, Bilddatenbanken oder Lernplattformen gezielt nach offen lizenzierten Inhalten zu suchen. Dabei müssen sie prüfen, welche Lizenz vorliegt, ob Bearbeitungen erlaubt sind und ob die Nutzung zum geplanten Zweck passt. Wenn beispielsweise ein Plakat erstellt, ein Video
geschnitten oder eine Präsentation veröffentlicht werden soll, ist die Lizenzfrage besonders relevant. So wird aus abstraktem Regelwissen praktische Entscheidungskompetenz. Auch die Veröffentlichung eigener Werke kann mit Lizenzmodellen verbunden werden. Schülerinnen und Schüler können bei selbst erstellten Texten, Bildern, Präsentationen oder Lernmaterialien bewusst entscheiden, ob und wie andere diese nutzen dürfen. Wer ein Material offen zugänglich machen möchte, kann etwa eine Creative-Commons-Lizenz wählen. Diese Entscheidung sollte begründet erfolgen: Soll nur die Nutzung erlaubt sein oder auch die Bearbeitung?
Ist eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen gewünscht? Dadurch lernen die Lernenden, nicht nur Rechte anderer zu respektieren, sondern auch eigene Rechte bewusst zu gestalten. Ein vertiefender Aspekt ist die Frage nach Fairness, Teilhabe und Wissensaustausch. Offene Lizenzen können Zusammenarbeit erleichtern, Bildungszugang verbessern und kreative Weiterentwicklung fördern. Gleichzeitig schützen sie Urheberinnen und Urheber nicht durch völlige Freigabe, sondern durch klar formulierte Bedingungen. So entsteht ein ausgewogener Zugang zwischen Schutz und Offenheit.
Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Lizenzmodelle nicht bloß juristische Details sind, sondern Regeln für gerechtes digitales Miteinander darstellen. Anwendungssituationen Referat, Plakat, Video, Podcast, Arbeitsblatt, Webseite Entscheidungsfragen Darf ich es nutzen, Darf ich es ändern, Muss ich nennen, Darf ich teilen Die Verbindung von Medienpraxis und Rechtsverständnis führt dazu, dass Lernende digitale Inhalte bewusster auswählen, sauber kennzeichnen und verantwortungsvoll veröffentlichen.
Gerade in einer Kultur des Kopierens, Teilens und Umgestaltens ist dieses Wissen grundlegend, damit kreative Arbeit, Bildung und Zusammenarbeit rechtlich korrekt und respektvoll gelingen können.
Weiterführende Links
- creativecommons.org
- creativecommons.org/licenses
- oerinfo.de
- open-educational-resources.de
- opensource.org
- saferinternet.at
7.3 Aufgaben für den Unterricht
7.3.1 Lizenzmodelle unterscheiden und zuordnen
Die gezielte Zuordnung verschiedener Lizenzmodelle unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, rechtliche Unterschiede nicht nur auswendig zu lernen, sondern in konkreten Nutzungssituationen sicher und begründet anzuwenden.
Die Lernenden erhalten Kärtchen mit Begriffen, Symbolen, Lizenzkürzeln und Beispielen, etwa CC BY, CC BY-NC, Open Source, OER, proprietäre Software oder urheberrechtlich geschütztes Bild. Diese ordnen sie passenden Beschreibungen und Nutzungsmöglichkeiten zu. Anschließend vergleichen sie ihre Ergebnisse mit einer Partnergruppe und besprechen, welche
Lizenzen konkrete Folgen für Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe haben und nicht bloß formale Zusätze sind. Sozialform Einzelarbeit, Partnerarbeit, Plenum Material Lizenzkarten, Beispielsammlung, Symbolkarten, Zuordnungsbogen Schwerpunkte Zuordnung, Begriffsverständnis, Abgrenzung, Anwendung Ergebnis Ordnungsschema, Merkblatt, Tafelbild
7.3.2 Nutzungssituationen rechtlich bewerten
Die Arbeit mit realistischen Fallsituationen fördert die Fähigkeit, Lizenzwissen auf praktische Medienhandlungen zu übertragen und nicht nur abstrakt zu wissen, was erlaubt sein könnte. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten konkrete Fälle, etwa ein Bild für ein Referat übernehmen, Musik in ein Video einbauen, ein Arbeitsblatt verändern, ein Foto auf der Schulhomepage veröffentlichen oder freie Software auf dem Schulrechner nutzen. Zu jedem Fall entscheiden sie, ob die Handlung erlaubt ist, unter welchen Bedingungen sie erlaubt wäre und welche Angaben gemacht werden müssen.
Die Klasse bespricht anschließend Unterschiede zwischen sicher erlaubten, problematischen und unklaren Fällen. So entstehen anwendungsbezogene Handlungssicherheit und ein realitätsnahes Rechtsverständnis. Fallbeispiele Bildnutzung, Musikvideo, Arbeitsblatt, Präsentation, Software, Schulhomepage
Lernprodukte Fallanalyse, Begründung, Entscheidungstabelle
7.3.3 Creative-Commons-Lizenzen entschlüsseln
Die genaue Analyse der Creative-Commons-Bausteine hilft den Schülerinnen und Schülern, die Bedeutung von Kürzeln nicht isoliert zu lernen, sondern in ihrem Zusammenspiel zu verstehen und in Medienprojekten korrekt zu berücksichtigen. Die Lernenden untersuchen die Bestandteile BY, SA, NC und ND zunächst einzeln und kombinieren sie anschließend zu vollständigen Lizenzen. Zu jeder Lizenz formulieren sie, was konkret erlaubt ist und was nicht, etwa Bearbeiten, Veröffentlichen, kommerzielle Nutzung oder Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
Danach lösen sie kleine Anwendungsaufgaben, in denen sie entscheiden müssen, welche Lizenz zu einer bestimmten Nutzung passt. So wächst aus der Symbolkenntnis ein anwendbares Verständnis offener Lizenzen.
Arbeitsformen entschlüsseln, kombinieren, vergleichen, begründen, anwenden Erkenntnisse Nutzung, Bearbeitung, Weitergabe, Einschränkung
7.3.4 Offene Materialien gezielt suchen
Die gezielte Recherche nach offen lizenzierten Inhalten stärkt die Fähigkeit, digitale Materialien nicht zufällig zu übernehmen, sondern bewusst nach rechtlich nutzbaren Quellen zu suchen und diese passend auszuwählen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, für ein kleines Referat, Plakat oder Erklärvideo geeignete Bilder, Texte oder Audiodateien zu finden, die offen lizenziert sind. Sie dokumentieren die Quelle, die Lizenz und die geplante Verwendung. Anschließend prüfen sie, ob die gewählten Materialien wirklich für ihren Zweck geeignet sind, etwa ob Bearbeitung erlaubt ist oder ob Namensnennung erforderlich bleibt.
Die Ergebnisse werden verglichen und hinsichtlich Brauchbarkeit, Klarheit und Rechtssicherheit besprochen. Suchziele Bild, Text, Audio, Video, Arbeitsblatt, Software Prüfkriterien Lizenz, Quelle, Bearbeitbarkeit, Nutzungszweck, Nennung, Offenheit Ergebnis Materialsammlung, Quellenliste, Kurzpräsentation
7.3.5 Quellen und Lizenzen korrekt angeben
Die saubere Kennzeichnung genutzter Materialien fördert Genauigkeit, Respekt vor fremder Arbeit und die Einsicht, dass offene Nutzung immer mit klaren Angaben und nachvollziehbarer Dokumentation verbunden ist. Die Lernenden erhalten offen lizenzierte Materialien und üben, dazu vollständige Angaben zu formulieren. Sie nennen Titel, Urheberin oder Urheber, Quelle und Lizenz in einer passenden Form für Referat, Arbeitsblatt, Präsentation oder Videoabspann. Danach vergleichen sie verschiedene Varianten und besprechen, welche Angaben fehlen, unklar oder fehlerhaft sind.
Diese Aufgabe macht deutlich, dass offene Lizenzen die Nutzung erleichtern, aber keine namenlose Übernahme erlauben. Pflichtangaben Titel, Urheber, Quelle, Lizenz Produkte Bildnachweis, Quellenliste, Folienhinweis, Abspann, Fußnote, Materialblatt
7.3.6 Offene und geschlossene Modelle vergleichen
Die Gegenüberstellung offener und proprietärer Modelle unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, Lizenzfragen nicht nur juristisch, sondern auch im Hinblick auf Teilhabe, Kosten, Anpassbarkeit und Zusammenarbeit zu bewerten. Kleingruppen vergleichen Paare wie freies Bildmaterial und klassische Bilddatenbank, OER- Arbeitsblatt und geschlossenes Schulbuchmaterial oder Open-Source-Software und proprietäres Programm. Sie untersuchen, welche Nutzungen möglich sind, wo Grenzen liegen und welche Vor- oder Nachteile sich für Schule, Lernen und Zusammenarbeit ergeben.
Anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse und formulieren, in welchen Situationen offene Modelle besonders hilfreich sind und wo geschlossene Modelle dennoch verbreitet bleiben.
Vergleichspaare OER, Schulbuch, Open Source, Proprietär, freies Bild, Datenbank
Ergebnis Pro-Contra-Liste, Übersicht, Bewertung
7.3.7 Eigene Medienprodukte passend lizenzieren
Die bewusste Auswahl einer Lizenz für eigene Werke fördert ein vertieftes Verständnis dafür, dass Urheberinnen und Urheber selbst entscheiden können, welche Nutzungen sie anderen erlauben wollen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen ein eigenes kleines Produkt, etwa ein Bild, ein Arbeitsblatt, eine Präsentationsfolie, eine Infografik oder eine Audiodatei. Anschließend wählen sie eine passende Lizenz und begründen ihre Entscheidung. Dabei überlegen sie, ob
unter gleichen Bedingungen gewünscht ist. So wechseln die Lernenden von der Rolle der Nutzenden in die Rolle der Veröffentlichenden und wenden Lizenzwissen aktiv an. Eigene Werke Plakat, Grafik, Audio, Text, Präsentation, Arbeitsblatt Entscheidungsfragen Bearbeitung, Namensnennung, Weitergabe, Offenheit, Schutz, Zweck Lernprodukte Lizenzwahl, Begründung, Werkkennzeichnung
7.3.8 Fehlerhafte Nutzungen erkennen und korrigieren
Die Analyse problematischer Beispiele schärft den Blick für typische Fehler im Umgang mit fremden Inhalten und hilft, unsichere oder unzulässige Medienpraktiken sachgerecht zu verbessern. Die Klasse untersucht Beispiele, in denen Bilder ohne Quellenangabe verwendet, Lizenzbedingungen missachtet oder freie und nicht freie Materialien vermischt wurden. Die Schülerinnen und Schüler markieren die problematischen Stellen, erklären den Fehler und schlagen eine korrekte Lösung vor. Danach werden die Fälle gemeinsam besprochen und zu einer Liste häufiger Irrtümer zusammengeführt.
Diese Aufgabe ist besonders wirksam, weil sie an realen Fehlmustern ansetzt und präventiv wirkt.
Namensfehler, Mischform Methoden markieren, erklären, korrigieren, vergleichen, sichern, diskutieren Sicherung Fehlerliste, Merkkarte, Checkliste
7.3.9 OER und Open Source im Schulalltag einordnen
Die Verbindung mit konkreten schulischen Anwendungen zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass offene Lizenzmodelle nicht nur Theorie sind, sondern in Unterricht, Zusammenarbeit und eigener Medienproduktion eine praktische Rolle spielen. Die Lernenden sammeln Beispiele aus dem Schulalltag, in denen offene Lernmaterialien oder freie Software genutzt werden könnten, etwa bei Referaten, Bildbearbeitung, Audioprojekten, Textarbeit oder Präsentationen. Sie prüfen, welche Werkzeuge oder Materialien dafür geeignet
wären und welche Vorteile sich ergeben könnten. Anschließend erstellen sie eine schulbezogene Empfehlungsliste mit Beispielen, Einsatzmöglichkeiten und Begründungen. So wird sichtbar, dass Offenheit eine konkrete Ressource für Lernen und Gestalten sein kann. Schulbezüge Referat, Podcast, Grafik, Präsentation, Arbeitsblatt, Recherche Möglichkeiten OER nutzen, Open Source einsetzen, Inhalte anpassen, Material teilen Ergebnis Empfehlungsliste, Anwendungsübersicht, Kurzvortrag
7.3.10 Reflexion und Ergebnissicherung
Die abschließende Reflexion verbindet Begriffswissen, Fallanwendung und eigene Entscheidungen zu einem stabilen Verständnis dafür, wie Lizenzmodelle verantwortungsvolles digitales Handeln im Schulalltag und darüber hinaus strukturieren. Die Schülerinnen und Schüler halten schriftlich oder mündlich fest, welche Lizenzmodelle sie unterscheiden können, worauf sie bei der Nutzung fremder Inhalte achten müssen und in welcher Situation offene Lizenzen besonders hilfreich sind. Zusätzlich formulieren sie eine Regel, die sie künftig bei Referaten, Präsentationen oder Medienprojekten beachten wollen.
Die Ergebnisse werden als gemeinsame Übersicht gesichert und dienen als Orientierung für spätere Arbeitsaufträge. Reflexionsfragen Was darf ich, Was muss ich nennen, Was darf ich ändern, Was wähle ich Sicherung Lernjournal, Exit Card, Merkblatt, Wandplakat
Grundlage: Digitale Grundbildung II – Lehrband 2. Klasse, Final V2.5.