Informatik 5: Informationsquellen erschließen, Inhalte strukturieren, bewerten und verarbeiten
11.1 Lernziele
- Suchziele klären, Suchbegriffe wählen, Quellen auswählen
- Suchstrategien planen, Suchanfragen verfeinern, Treffer vergleichen
- Quellen prüfen, Glaubwürdigkeit bewerten, Absichten erkennen
- Informationen ordnen, Inhalte gliedern, Kernaussagen markieren
- Texte zusammenfassen, Notizen erstellen, Ergebnisse strukturieren
- Darstellungen deuten, Diagramme lesen, Muster erkennen
- Informationen übertragen, Tabellen nutzen, Grafiken einsetzen
- Aussagen vergleichen, Widersprüche erkennen, Urteile begründen
- Ergebnisse dokumentieren, Quellen angeben, Präsentationen erstellen
- Datenschutz beachten, Urheberrecht beachten, Verantwortung übernehmen
11.2 Lerninhalte
Informationskompetenz entsteht besonders wirksam dann, wenn Suchen, Prüfen, Ordnen und Darstellen als zusammenhängender Arbeitsprozess verstanden werden, denn erst das Zusammenspiel dieser Schritte macht aus gefundenen Daten und Texten brauchbares, überprüfbares und verständliches Wissen.
Informationsbedarf erkennen und Suchziele festlegen
Eine erfolgreiche Recherche beginnt nicht mit dem Eintippen einzelner Wörter, sondern mit einer klaren Vorstellung davon, welche Informationen wirklich gebraucht werden, wozu sie dienen sollen und wie genau das gesuchte Ergebnis am Ende aussehen muss. Am Anfang steht die Frage: Was möchte ich genau wissen? Wer zu allgemein sucht, erhält oft unpassende, unübersichtliche oder zu viele Treffer. Deshalb ist es hilfreich, ein Thema einzugrenzen und Suchziele festzulegen. Aus „soziale Medien“ wird zum Beispiel „Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen“ oder aus „Klima“ wird „Folgen von Hitzetagen in österreichischen Städten“. Sinnvolle Vorbereitungsschritte sind:
- Thema klären, Ziel festlegen, Teilfragen bilden
- Vorwissen sammeln, Begriffe notieren, Schwerpunkte wählen
- Informationsart überlegen, Zeitraum festlegen, Zielgruppe beachten
Schulreferat, Projektfrage, Umfrageauswertung, Sachtext, Präsentation, Portfolio
Suchbegriffe und Suchstrategien entwickeln
Gute Suchergebnisse entstehen meist nicht zufällig, sondern durch bewusst gewählte Suchbegriffe, Kombinationen und Verfeinerungen, die das Thema schrittweise eingrenzen und aus einer unscharfen Anfrage eine zielführende Recherche machen. Zu einer Recherche gehören passende Schlüsselbegriffe, Synonyme und manchmal auch genaue Phrasen. Wer nur ein einzelnes Wort sucht, erhält oft ungenaue Ergebnisse. Besser ist es, mehrere passende Begriffe zu kombinieren. Hilfreich sind auch Anführungszeichen für feste Wortgruppen und Filter nach Datum, Sprache oder Region. Wichtige Suchstrategien sind:
- Schlüsselwörter sammeln, Begriffe kombinieren, Synonyme ergänzen
- Anführungszeichen nutzen, Operatoren nutzen, Filter einsetzen
- Suchanfrage prüfen, Suche verfeinern, Treffer eingrenzen
„soziale Medien“, „psychische Gesundheit“, Jugendliche „Waldbrand“ AND „Österreich“ „Plastikmüll“ NOT „Basteln“ Wenn erste Ergebnisse unpassend sind, sollte die Suchanfrage verändert werden. Dazu kann man Begriffe genauer machen, andere Wörter ausprobieren oder den Suchraum einschränken. Recherche ist daher oft ein wiederholter Prozess aus Versuch, Prüfung und Verbesserung.
Geeignete Informationsquellen auswählen
Nicht jede Quelle passt gleich gut zu jeder Fragestellung, weshalb bewusst entschieden werden sollte, ob eher Suchmaschinen, Fachportale, Datenbanken, Bibliotheken, Nachrichtenangebote oder Interviews für das jeweilige Ziel sinnvoll und geeignet sind. Informationsquellen können sehr unterschiedlich sein. Für erste Orientierung eignet sich oft eine Suchmaschine. Für vertiefte Recherche können Fachseiten, Datenbanken, Online- Bibliotheken, offizielle Stellen oder wissenschaftsnahe Angebote sinnvoller sein. Auch Schulbücher, Diagramme, Statistiken, Videos, Podcasts oder Interviews können wichtige Informationen liefern. Quellenarten Suchmaschine, Fachseite, Datenbank, Bibliothek, Statistik, Interview
Schulwebsite, Ministeriumsseite, Nachrichtenportal, Museumssite, Lernplattform, Fachartikel Bei der Auswahl sollte gefragt werden:
- Wer veröffentlicht die Information?
- Für wen wurde sie erstellt?
- Passt die Quelle zum Thema?
- Ist sie aktuell genug?
- Ist sie sachlich oder werbend?
Gefundene Informationen bewerten
Kritisches Bewerten ist notwendig, weil digitale Inhalte leicht verfügbar, aber nicht automatisch richtig, vollständig oder vertrauenswürdig sind und deshalb immer geprüft werden müssen, bevor sie übernommen, geteilt oder in eigenen Arbeiten verwendet werden. Wichtige Kriterien zur Bewertung sind Autorität, Aktualität, Relevanz, Objektivität, Nachvollziehbarkeit und Quellenlage. Eine seriöse Quelle nennt oft Verfasserinnen oder Verfasser, Datum, Herkunft und gegebenenfalls weitere Quellen. Eine weniger verlässliche Seite fällt eher durch starke Meinung, fehlende Belege, viele Pop-ups oder unklare Absichten auf.
Autor, Datum, Quelle, Ziel, Sprache, Belege Warnzeichen Pop-ups, Fehler, Übertreibung, Werbung, Quellenmangel, Einseitigkeit Hilfreich ist der Vergleich mehrerer Quellen. Wenn verschiedene glaubwürdige Angebote ähnliche Aussagen machen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Information tragfähig ist. Stimmen wichtige Angaben nicht überein, muss genauer geprüft werden, woher die Unterschiede kommen.
Inhalte systematisieren und strukturieren
Gefundene Informationen werden erst dann wirklich nutzbar, wenn sie geordnet, gebündelt und in erkennbare Zusammenhänge gebracht werden, damit aus einer Sammlung einzelner Treffer ein verständlicher und weiterverwendbarer Wissensbestand entsteht. Nach dem Finden und Prüfen folgt das Ordnen. Dazu werden Informationen nach Themen, Unterthemen, Zeitabschnitten, Ursachen, Wirkungen, Argumenten oder Perspektiven gegliedert. So lassen sich Hauptaussagen besser erkennen und spätere Texte, Lernprodukte oder Präsentationen leichter planen. Geeignete Ordnungsformen sind:
- Stichwortliste, Gliederung, Tabelle, Mindmap, Cluster, Kartenabfrage
- Ursache-Wirkung, Vergleich, Zeitfolge, Oberbegriff-Unterbegriff, Pro-Contra
Vorteile, Nachteile Ursachen, Folgen Fakten, Meinungen Thema, Unterthema Eine Recherche zum Thema „Fast Fashion“ kann zum Beispiel in Produktion, Arbeitsbedingungen, Umweltfolgen, Konsumverhalten und Lösungen gegliedert werden. Dadurch wird aus vielen Einzeltreffern ein geordneter Lernstoff.
Informationen verarbeiten und weiterführen
Die Verarbeitung von Informationen geht über bloßes Abschreiben hinaus, weil Inhalte verstanden, verdichtet, verglichen und in eigene Worte übertragen werden müssen, damit
daraus tragfähiges Wissen und eigenständige Ergebnisse entstehen. Zum Verarbeiten gehören zusammenfassen, markieren, paraphrasieren, vergleichen, gewichten und Schlussfolgerungen ziehen. Lernende sollen nicht ganze Textstellen übernehmen, sondern Kernaussagen herausarbeiten und in eigenen Formulierungen wiedergeben. Arbeitsschritte Markieren, notieren, zusammenfassen, umformulieren, vergleichen, ergänzen
Kurztext, Steckbrief, Tabelle, Lernkarte, Handout, Portfolio Ein langer Artikel über Cybermobbing kann zum Beispiel auf zentrale Aussagen reduziert werden: Definition, typische Formen, Folgen, Hilfsangebote, Schutzmaßnahmen. Diese Punkte lassen sich anschließend in einer Tabelle, einer Mindmap oder einem Kurzvortrag weiterverarbeiten.
Unterschiedliche Informationsdarstellungen verstehen
Informationen erscheinen in sehr verschiedenen Formen, weshalb Schülerinnen und Schüler lernen sollen, Texte, Tabellen, Grafiken, Karten, Infografiken und Diagramme jeweils passend zu lesen, zu deuten und für eigene Arbeiten einzusetzen. Nicht jede Information wird am besten in Fließtext dargestellt. Zahlen lassen sich oft übersichtlicher in Tabellen oder Diagrammen zeigen, Abläufe in Schaubildern, Beziehungen in Mindmaps, Anteile in Kreisdiagrammen und Entwicklungen über die Zeit in Liniendiagrammen. Wer Informationsdarstellungen beherrscht, kann Inhalte schneller verstehen und klarer weitergeben. Darstellungsformen Text, Tabelle, Diagramm, Infografik, Karte, Zeitleiste Typische Einsätze Vergleich, Entwicklung, Anteil, Ablauf, Verteilung, Überblick Ein Wetterverlauf über mehrere Wochen eignet sich gut für ein Liniendiagramm. Die Verteilung von Verkehrsmitteln auf dem Schulweg kann als Balken- oder Kreisdiagramm dargestellt werden. Ein historischer Ablauf lässt sich in einer Zeitleiste übersichtlicher zeigen als in einem langen Text.
Diagramme, Grafiken und Muster lesen
Das Lesen visueller Darstellungen erfordert mehr als bloßes Anschauen, weil Trends, Verteilungen, Auffälligkeiten und mögliche Schlussfolgerungen nur dann erkannt werden, wenn Beschriftungen, Skalen, Achsen und Formen bewusst mitgelesen und gedeutet werden. Beim Lesen von Diagrammen ist auf Titel, Achsen, Einheiten, Farben, Legenden und Wertebereiche zu achten. Erst dadurch lässt sich erkennen, was genau dargestellt wird und welche Aussage daraus abgeleitet werden darf. In den DGB-Materialien werden dafür unter anderem Linien-, Balken-, Torten-, Punkt- und Histogramm-Darstellungen als Beispiele genannt. Prüfpunkte Titel, Achse, Einheit, Legende, Maßstab, Zeitraum
Musterarten Trend, Spitze, Rückgang, Verteilung, Häufung, Korrelation Ein Balkendiagramm mit Verkaufszahlen kann saisonale Schwankungen zeigen. Ein Histogramm kann verdeutlichen, in welcher Altersgruppe die meisten Nutzenden einer App liegen. Ein Scatterplot kann Hinweise auf Zusammenhänge geben, etwa zwischen Werbeaufwand und Verkaufszahlen. Wichtig bleibt: Eine Darstellung kann Muster sichtbar machen, aber nicht jede Korrelation beweist automatisch eine Ursache.
Ergebnisse dokumentieren und darstellen
Rechercheergebnisse sollen nicht nur richtig, sondern auch nachvollziehbar und adressatengerecht festgehalten werden, damit andere verstehen können, woher Informationen stammen, wie sie geordnet wurden und welche Aussagen daraus begründet abgeleitet wurden. Geeignete Ergebnisformen sind:
- Handout, Lernplakat, Steckbrief, Präsentation, Dossier, Recherchemappe
- Vergleichstabelle, Mindmap, Infografik, Zeitstrahl, Diagramm, Portfolio
Dabei sollten Quellen festgehalten, Begriffe klar benannt und Aussagen nachvollziehbar aufgebaut werden. Eine gute Ergebnisdarstellung zeigt nicht nur das Endprodukt, sondern lässt oft auch erkennen, wie Informationen ausgewählt und bewertet wurden. Dokumentationshilfen Quelle notieren, Datum notieren, Autor notieren, Titel notieren, Link notieren, Fundort notieren
Verantwortung, Sorgfalt und Reflexion
Der Umgang mit Informationen verlangt neben Technik und Recherchewissen auch Verantwortung, weil falsche Übernahmen, unsaubere Quellenarbeit, vorschnelle Urteile oder unkritisches Weiterleiten von Inhalten zu Missverständnissen, Fehlinformationen und unfairen Darstellungen führen können. Wer mit Informationen arbeitet, soll Quellen angeben, Aussagen prüfen, zwischen Fakt und Meinung unterscheiden und Unsicherheiten offen benennen. Ebenso wichtig ist ein bewusster Umgang mit personenbezogenen Daten, Bildern, Zitaten und fremden Darstellungen. Gute Informationsarbeit bedeutet daher immer auch: sorgfältig, kritisch, transparent und fair vorgehen. Verantwortungsbereiche Quellenarbeit, Sorgfalt, Transparenz, Datenschutz, Urheberrecht, Fairness
11.3 Weiterführende Links
- internet-abc.de
- klicksafe.de
- saferinternet.at
- hanisauland.de
- fragfinn.de
- blinde-kuh.de
- digitalekompetenzen.gv.at
- google scholar
11.4 Unterrichtsaufgaben
11.4.1 Suchauftrag gezielt planen
Ein hoher Lernertrag entsteht besonders dann, wenn Informationssuche nicht spontan beginnt, sondern über Suchziele, Teilfragen und passende Begriffe vorbereitet wird, weil dadurch aus unscharfen Themen konkrete und bearbeitbare Rechercheaufträge werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Oberthema, etwa Cybermobbing, Klimawandel, Fast Fashion oder Künstliche Intelligenz. Zuerst formulieren sie einzeln oder in Partnerarbeit, was sie zu diesem Thema genau herausfinden möchten. Danach entwickeln sie drei bis fünf Teilfragen und notieren passende Suchbegriffe sowie mögliche Synonyme. Im zweiten Schritt vergleichen die Lernenden ihre Suchideen und überarbeiten ungenaue Begriffe. Anschließend begründen sie, warum manche Suchbegriffe zu allgemein und andere präziser sind. So lernen sie, dass gute Recherche bereits vor der ersten Suchanfrage beginnt.
Themenkarte, Suchblatt, Stifte
Teilfragen, Suchbegriffe, Plan
Suchziel, Begriffe, Eingrenzung, Vorbereitung
11.4.2 Treffer vergleichen und bewerten
Kritisches Lesen von Suchergebnissen fördert nachhaltiges Lernen, weil Schülerinnen und Schüler Unterschiede zwischen seriösen, unklaren und ungeeigneten Quellen bewusst wahrnehmen und dadurch verlässliche Informationen gezielter auswählen können. Die Lehrkraft gibt mehrere Trefferseiten oder vorbereitete Quellenausschnitte zu derselben Frage vor. Die Schülerinnen und Schüler prüfen zu jeder Quelle Autor, Datum, Sprache, Ziel, Belege und Gesamteindruck. Danach entscheiden sie, welche Quelle sie für eine schulische Arbeit verwenden würden und welche eher ungeeignet erscheint. Anschließend formulieren sie ihre Entscheidung in ganzen Sätzen und nennen mindestens zwei Begründungen. In der gemeinsamen Sicherung werden typische Warnzeichen gesammelt, etwa Übertreibung, fehlende Quellen oder sehr werbliche Sprache. Dadurch wird Quellenbewertung als überprüfbarer Denkprozess geübt.
Quellenblätter, Prüfraster, Markierstifte
Bewertung, Begründung, Raster
Autor, Datum, Sprache, Belege
11.4.3 Informationen ordnen und gliedern
Besonders wirksam lernen Schülerinnen und Schüler das Strukturieren von Inhalten, wenn sie aus einer ungeordneten Sammlung von Informationen sinnvolle Oberbegriffe, Unterpunkte und Beziehungen herstellen und dadurch aus Materialüberschuss eine klare inhaltliche Ordnung entwickeln. Die Lernenden erhalten mehrere kurze Textausschnitte, Notizen oder Informationskarten zu einem Thema. Ihre Aufgabe besteht darin, diese Informationen zu sortieren und in eine sinnvolle Gliederung zu überführen. Dabei sollen sie Oberthemen festlegen, Unterpunkte bilden und entscheiden, welche Informationen zusammengehören. Danach erstellen sie aus ihrer Ordnung eine Mindmap, eine Stichwortgliederung oder ein Strukturblatt. In der Auswertung vergleichen mehrere Gruppen ihre Lösungen und besprechen, warum unterschiedliche, aber dennoch nachvollziehbare Ordnungen möglich sind. So wird deutlich, dass Strukturierung eine aktive Denkleistung ist.
Infokarten, Schere, Papier, Stifte
Gliederung, Mindmap, Strukturblatt
Ordnung, Oberbegriffe, Unterpunkte, Zusammenhänge
11.4.4 Kernaussagen zusammenfassen
Das Verdichten von Informationen steigert den Lernertrag erheblich, weil Schülerinnen und Schüler dabei unwichtige Details von tragenden Aussagen unterscheiden und Inhalte in eigene, klarere Formulierungen überführen müssen, statt bloß Textpassagen zu übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler lesen einen Sachtext oder arbeiten mit mehreren kurzen Quellen zu einem gemeinsamen Thema. Danach markieren sie die wichtigsten Aussagen und formulieren daraus eine knappe Zusammenfassung mit einer festgelegten Wortgrenze oder mit einer festen Zahl an Sätzen. Im zweiten Schritt tauschen die Lernenden ihre Zusammenfassungen aus und prüfen, ob die Kernaussagen vollständig, verständlich und sachlich korrekt wiedergegeben sind. Die Überarbeitung macht sichtbar, dass Zusammenfassen ein Auswahl- und Formulierungsprozess ist und nicht nur ein Kürzen.
Sachtext, Marker, Schreibblatt
Zusammenfassung, Markierung, Überarbeitung
Kernaussagen, Verdichtung, Umformulierung, Kontrolle
11.4.5 Darstellungsformen passend wählen
Ein tieferes Verständnis von Informationsdarstellungen entsteht dann, wenn Lernende bewusst entscheiden müssen, ob ein Inhalt besser als Text, Tabelle, Mindmap, Zeitleiste oder Diagramm dargestellt werden sollte, weil Form und Aussage eng zusammenhängen. Die Lehrkraft gibt verschiedene Informationsarten vor, etwa einen zeitlichen Ablauf, eine Mengenverteilung, einen Vergleich, eine Ursache-Wirkung-Beziehung oder eine Sammlung von Unterthemen. Die Schülerinnen und Schüler wählen dazu jeweils eine passende Darstellungsform und begründen ihre Entscheidung. Danach gestalten sie mindestens zwei Inhalte in unterschiedlichen Formen, zum Beispiel eine Zeitleiste für historische Ereignisse, eine Tabelle für Vergleichsdaten oder eine Mindmap für Unterthemen. In der Besprechung wird deutlich, dass gute Darstellung die Verständlichkeit erhöht und nicht zufällig gewählt werden sollte.
Inhaltskarten, Vorlagen, Stifte
Darstellungen, Begründung, Vergleich
Text, Tabelle, Mindmap, Zeitleiste
11.4.6 Diagramme lesen und deuten
Visuelle Informationsverarbeitung wird besonders gut gelernt, wenn Schülerinnen und Schüler Diagramme nicht nur beschreiben, sondern aus Achsen, Werten und Verläufen konkrete Aussagen ableiten und mögliche Fehlinterpretationen erkennen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten verschiedene Diagramme, etwa Balken-, Linien- oder Kreisdiagramme. Sie benennen zunächst Titel, Achsen, Legende und Einheit. Danach formulieren sie in ganzen Sätzen, was das Diagramm zeigt, welche Auffälligkeiten erkennbar sind und welche Aussage sich daraus ableiten lässt. Im zweiten Schritt vergleichen sie zwei ähnliche Diagramme mit unterschiedlicher Darstellung und prüfen, ob eines davon irreführend oder schwer lesbar ist. So wird die Fähigkeit gefördert, grafische Informationen nicht nur anzusehen, sondern kritisch auszuwerten.
Diagrammblatt, Leitfragen, Stifte
Deutung, Vergleich, Auswertung
Achsen, Werte, Trends, Kritik
11.4.7 Quellenvergleich mit Urteil
Urteilsbildung gelingt besonders nachhaltig, wenn mehrere Quellen zu derselben Frage nebeneinander betrachtet werden, weil Unterschiede in Perspektive, Sprache, Aktualität und Absicht sichtbar werden und dadurch begründete Entscheidungen möglich werden. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten zwei oder drei Quellen zu einer gemeinsamen Fragestellung, etwa ein Nachrichtenartikel, ein Blogbeitrag und eine offizielle Informationsseite. Sie notieren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Widersprüche. Danach entscheiden sie, welche Quelle für welches Ziel am besten geeignet ist. In der Sicherung formulieren die Lernenden ein kurzes Gesamturteil, in dem sie benennen, welche Quelle sie für ein Referat, eine Diskussion oder eine erste Orientierung auswählen würden. Dadurch lernen sie, dass Quellen nicht pauschal gut oder schlecht sind, sondern immer im Zusammenhang mit dem Zweck beurteilt werden müssen.
Quellenmappe, Vergleichsblatt, Marker
Vergleich, Urteil, Begründung
Perspektive, Absicht, Aktualität, Eignung
11.4.8 Rechercheprodukt erstellen
Besonders hoher Lernertrag entsteht, wenn Informationen am Ende nicht nur gesammelt, sondern in ein eigenes Produkt überführt werden, weil dadurch Recherche, Auswahl, Ordnung, Bewertung und Darstellung zu einem vollständigen Arbeitsprozess zusammenwachsen. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten eine Leitfrage und erstellen auf Grundlage ihrer Recherche ein Produkt, etwa ein Handout, ein Lernplakat, eine Kurzpräsentation, eine Infografik oder ein Rechercheblatt. Das Produkt soll Quellen ausweisen, eine erkennbare Struktur haben und mindestens eine geeignete Informationsdarstellung enthalten. Anschließend präsentieren die Lernenden ihr Produkt kurz und erklären, wie sie ihre Informationen ausgewählt und geordnet haben. In der Reflexion halten sie fest, welche Suchstrategie gut funktioniert hat und an welcher Stelle sie ihre Recherche beim nächsten Mal verbessern würden. So wird der gesamte Informationsprozess bewusst gemacht.
Rechercheauftrag, Vorlage, Endgerät, Quellenblatt
Handout, Plakat, Präsentation, Infografik
Recherche, Struktur, Darstellung, Reflexion
Grundlage: Informatik – Lehrband 5. Klasse, Final V1.1 (2026).