Informatik 7: Datenbankmodelle, Tabellen und ihre Beziehungsmuster sowie weitere Datenbankobjekte
10.1 Lernziele
- Modelle benennen
- Tabellen erklären
- Felder zuordnen
- Schlüssel unterscheiden
- Beziehungen erklären
- Relationstypen deuten
- ER-Modelle lesen
- Tabellen verknüpfen
- Abfragen erklären
- Formulare beschreiben
- Berichte erklären
- Ansichten deuten
10.2 Lerninhalte
Tragfähiges Verständnis entsteht dann, wenn Datenbankmodelle, Tabellenstrukturen, Beziehungsmuster und weitere Objekte gemeinsam betrachtet werden, weil erst ihr Zusammenspiel zeigt, wie Daten sinnvoll gespeichert, verknüpft, abgefragt, eingegeben und für unterschiedliche Zwecke dargestellt werden können.
Datenbankmodelle als Ordnungsprinzipien
Datenbankmodelle beschreiben, nach welcher Grundlogik Informationen aufgebaut und zusammengehalten werden, weshalb sie helfen zu verstehen, warum manche Systeme vor allem mit Tabellen, andere eher mit Dokumenten, Sammlungen oder grafischen Beziehungen arbeiten. Ein Datenbankmodell legt fest, wie Daten strukturiert werden. Das relationale Modell arbeitet mit Tabellen, Zeilen, Spalten und Beziehungen zwischen Tabellen. PostgreSQL beschreibt Tabellen als benannte Sammlungen von Zeilen mit benannten Spalten, wobei jede Spalte einen Datentyp besitzt. Das dokumentenorientierte Modell organisiert Daten dagegen in Dokumenten und Collections; MongoDB beschreibt Collections ausdrücklich als Gruppen von Dokumenten und ordnet Daten hierarchisch in Datenbanken, Collections und Dokumente ein. Für den Unterricht ist besonders das relationale Modell wichtig, weil es klar zeigt, wie Informationen in mehrere Tabellen aufgeteilt und über Schlüssel wieder verbunden werden.
Das dokumentenorientierte Modell eignet sich gut als Vergleich, um zu zeigen, dass Datenbanken nicht immer nur aus Tabellen bestehen. So kann eine Schulbibliothek relational mit Tabellen für Bücher, Lernende und Ausleihen modelliert werden, während eine App mit sehr unterschiedlich aufgebauten Profilen eher dokumentenartig gedacht werden kann. Beispiele: Relationales Modell, Dokumentenmodell, Tabelle, Dokument, Collection, Zeile, Spalte, Datentyp.
Tabellen als zentrale Struktur des relationalen Modells
Tabellen machen relationale Datenbanken greifbar, weil in ihnen gleichartige Informationen geordnet gespeichert werden und dadurch erkennbar wird, wie Datensätze, Attribute und Werte zusammenwirken, ohne dass alle Informationen in einer einzigen großen Liste vermischt werden. Eine Tabelle speichert Informationen zu einem bestimmten Gegenstandsbereich. Eine Tabelle Schueler könnte etwa die Spalten SchuelerID, Name, Klasse, Geburtsdatum besitzen. Jede Zeile ist ein Datensatz, also ein vollständiger Eintrag zu einer Person. Jede Spalte steht für ein Attribut oder Feld, also für eine bestimmte Eigenschaft. PostgreSQL zeigt beim Anlegen einer Tabelle ausdrücklich, dass Tabellenname, Spaltenname und Datentyp zusammen definiert werden. Die Aufteilung auf mehrere Tabellen verhindert Unübersichtlichkeit und unnötige Wiederholungen. Statt in einer einzigen Tabelle ständig Namen von Lernenden, Buchtitel und Ausleihdaten gemeinsam zu speichern, ist es sinnvoller, getrennte Tabellen für Schueler, Buecher und Ausleihen zu verwenden. Genau dadurch wird später nachvollziehbar, welche Daten zusammengehören und welche nur über Beziehungen verbunden sind. Beispiele: Schuelertabelle, Buechertabelle, Produkttabelle, Kundentabelle, Ausleihliste, Artikelliste, Stundenplan, Notenliste.
Schlüssel und Beziehungsmuster
Beziehungen zwischen Tabellen werden erst dann verständlich, wenn Primärschlüssel, Fremdschlüssel und typische Relationstypen gemeinsam betrachtet werden, weil genau sie festlegen, wie Einträge eindeutig erkennbar und zugleich mit anderen Tabellen verknüpfbar bleiben. Ein Primärschlüssel identifiziert jeden Datensatz eindeutig, etwa SchuelerID, BuchID oder Bestellnummer. Ein Fremdschlüssel verweist auf den Primärschlüssel einer anderen Tabelle. PostgreSQL beschreibt Fremdschlüssel als Mittel, um Tabellen miteinander zu verbinden, und zeigt außerdem, dass mehrere Fremdschlüssel auch für n:m-Beziehungen genutzt werden können. Wichtige Beziehungsmuster sind 1:1, 1:n und n:m. Eine 1:1-Beziehung liegt etwa vor, wenn jede Lehrperson genau einen Dienstausweis hat und jeder Dienstausweis genau einer Lehrperson gehört. Eine 1:n-Beziehung entsteht, wenn eine Klasse viele Schülerinnen und Schüler enthält, aber jede Schülerin genau einer Klasse zugeordnet ist. Eine n:m-Beziehung liegt vor, wenn viele Lernende viele Wahlpflichtfächer besuchen können. Dann braucht man meist eine zusätzliche Zwischentabelle, etwa Belegung, die beide Seiten verbindet. Das didaktische Skriptum nennt 1:n- und n:m-Relationen ausdrücklich als zentrale Lernziele bei Datenbankmodellen.
Beispiele: Primärschlüssel, Fremdschlüssel, 1:1, 1:n, n:m, Zwischentabelle, Verknüpfung, Referenz.
ER-Modell und konzeptionelle Modellierung
Bevor Tabellen technisch umgesetzt werden, hilft ein konzeptionelles Modell, weil Entitäten, Attribute und Beziehungen zunächst inhaltlich geklärt werden und dadurch ein verständlicher Bauplan für die spätere Tabellenstruktur entsteht. Das ER-Modell beschreibt Daten zunächst auf einer fachlichen Ebene. Entitäten sind dabei Gegenstandsbereiche wie Schueler, Lehrer, Klasse, Buch oder Raum. Attribute sind ihre Eigenschaften, etwa Name, Klasse, Titel oder Geburtsdatum. Beziehungen zeigen, wie diese Entitäten zusammenhängen. Das hochgeladene didaktische Skriptum formuliert als operationalisierte Lernziele ausdrücklich das Benennen von Entitätsmengen, das Anschreiben von Attributen und das Herstellen von 1:n- sowie n:m-Relationen anhand eines konkreten Falles. Ein einfaches Beispiel ist eine kleine Schule. Entitäten wären Schueler, Lehrer, Klasse, Raum. Attribute der Entität Schueler könnten SchuelerID, Name, Geburtsdatum, KlasseID sein. Zwischen Klasse und Schueler bestünde eine 1:n-Beziehung, zwischen Lehrer und Klasse je nach Szenario ebenfalls eine Beziehung, und Raum könnte einer Klasse fest zugeordnet sein. Das ER-Modell hilft also, bevor Tabellen gezeichnet oder SQL-Befehle geschrieben werden, die fachliche Logik sauber zu klären. Begriffe: Entität, Attribut, Beziehung, ER-Modell, Entitätsmenge, Kardinalität, Modellskizze, Fachfall.
Weitere Datenbankobjekte: Abfragen, Formulare, Berichte, Ansichten
Datenbanken bestehen im Alltag nicht nur aus Tabellen, weil Nutzerinnen und Nutzer meist über Abfragen, Eingabemasken, Berichte und Ansichten mit den gespeicherten Daten arbeiten und gerade diese Objekte den praktischen Nutzen der Datenbank sichtbar machen. Eine Abfrage wählt Daten nach bestimmten Kriterien aus. Sie kann filtern, sortieren oder Tabellen zusammenführen. So lässt sich etwa fragen: „Welche Bücher sind überfällig“, „Welche Produkte kosten mehr als 20 Euro“, „Welche Schülerinnen besuchen die 4A“. In Access werden Beziehungen ausdrücklich genutzt, um bei Formularen und Berichten passende Informationen vorzuschlagen. Ein Formular ist ein Datenbankobjekt zur Eingabe, Bearbeitung oder Anzeige von Daten. Microsoft beschreibt ein Formular als Benutzeroberfläche für eine Datenbankanwendung; gebundene Formulare sind direkt mit Tabellen oder Abfragen verbunden. Ein Bericht dient dazu, Daten übersichtlich anzuzeigen, zu formatieren und zusammenzufassen. Microsoft nennt als Beispiel Telefonlisten oder Zusammenfassungen von Verkaufsdaten. Eine Ansicht zeigt einen bestimmten Ausschnitt oder eine bestimmte Perspektive auf vorhandene Daten, etwa nur aktive Bestellungen oder nur ausgeliehene Medien. Beispiele: Abfrage, Formular, Bericht, Ansicht, Suchmaske, Ergebnisliste, Eingabemaske, Zusammenfassung.
Beziehungsmuster an konkreten Beispielen erklären
Beziehungsmuster werden besonders klar, wenn sie wiederholt in unterschiedlichen Anwendungssituationen auftauchen, weil dadurch sichtbar wird, dass dieselben relationalen Grundideen in Schule, Handel, Medizin, Medien und Verwaltung immer wieder ähnlich funktionieren. In einer Bibliothek kann ein Buch viele Ausleihen haben, aber eine einzelne Ausleihe bezieht sich jeweils auf genau ein Buch. In einem Onlineshop kann eine Bestellung viele Produkte enthalten, und ein Produkt kann in vielen Bestellungen vorkommen; das ist ein typischer n:m- Fall mit einer Zwischentabelle wie Bestellposition. In einer Schule kann eine Klasse viele Lernende haben, aber eine Lernende gehört meist nur einer Klasse gleichzeitig an; das ist ein 1:n-Fall. In einer Arztpraxis kann eine Patientin viele Termine haben, jeder Termin gehört aber genau zu einer Patientin. Gerade diese Beispiele helfen beim sprachlichen Erklären. Lernende sollen nicht nur die Zeichen 1:n oder n:m auswendig kennen, sondern sagen können, was sie bedeuten: „Ein Eintrag auf der linken Seite kann mit vielen Einträgen rechts verbunden sein“ oder „Viele Einträge auf beiden Seiten können miteinander verknüpft werden“. So wird aus einer formalen Notation eine verständliche Strukturidee. Beispiele: Bibliothek, Onlineshop, Arztpraxis, Schulklasse, Bestellung, Termin, Belegung, Ausleihe.
Datenintegrität, Regeln und saubere Modellierung
Ein gutes Datenbankmodell bleibt nur dann langfristig brauchbar, wenn Eindeutigkeit, Gültigkeit und Verknüpfung zuverlässig geregelt sind, denn falsche oder widersprüchliche Einträge können spätere Abfragen, Berichte und Entscheidungen erheblich verfälschen. PostgreSQL beschreibt Constraints als Regeln für Tabellen und Spalten. Dazu gehören PRIMARY KEY, FOREIGN KEY, UNIQUE, NOT NULL und weitere Bedingungen. Solche Regeln verhindern etwa doppelte Schlüssel, leere Pflichtfelder oder ungültige Verweise. Dadurch wird Datenintegrität gesichert. Ein Fremdschlüssel soll nur auf einen tatsächlich vorhandenen Datensatz zeigen, ein Primärschlüssel darf nicht doppelt vorkommen, und ein Pflichtfeld wie Titel oder Bestelldatum sollte nicht leer bleiben. Für den Unterricht ist wichtig, dass diese Regeln nicht nur technische Zusatzfunktionen sind, sondern Teil des Modells selbst. Wer saubere Tabellen und Beziehungen plant, erleichtert später Eingabe, Suche, Auswertung und Schutz der Daten. Gerade bei Schul-, Kunden- oder Gesundheitsdaten wird so verständlich, warum Modellierung und Verantwortung zusammengehören. Begriffe: Integrität, Pflichtfeld, Eindeutigkeit, Verweis, Constraint, Gueltigkeit, Regel, Konsistenz.
10.3 Weiterführende Links
- PostgreSQL, Konzepte
- PostgreSQL, Tabellen
- PostgreSQL, Fremdschlüssel
- PostgreSQL, Constraints
- Microsoft Access, Beziehungen
- Microsoft Access, Formulare
- Microsoft Access, Berichte
- MongoDB, Databases und Collections
10.4 Aufgaben für den Unterricht
10.4.1 Beziehungsmuster mit Rollenkarten darstellen
Beziehungen zwischen Tabellen werden besonders verständlich, wenn Lernende Personen, Objekte und Verbindungen selbst darstellen, weil 1:1-, 1:n- und n:m-Muster dadurch räumlich sichtbar und nicht nur abstrakt als Fachbegriffe behandelt werden. Die Klasse arbeitet mit einem Szenario wie Schulbibliothek, Onlineshop, Klassenverwaltung oder Sportverein. Einzelne Lernende oder Karten übernehmen die Rollen von Entitäten wie Buch, Schülerin, Bestellung oder Kurs. Danach werden Beziehungen mit Schnüren, Pfeilen oder Verbindungskarten dargestellt. So wird unmittelbar sichtbar, ob ein Eintrag genau einem anderen zugeordnet ist, mit vielen verbunden werden kann oder eine Zwischentabelle nötig wäre.
Die Gruppen stellen zu einem Fallbeispiel mindestens drei Beziehungsmuster dar, benennen die beteiligten Tabellen und erklären, warum es sich jeweils um 1:1, 1:n oder n:m handelt. Entitäten, Beziehungen 1:1, 1:n n:m, Verknüpfung Schnüre, Karten Fallbeispiel, Erklärung Vergleich, Sicherung
10.4.2 Tabellen aus einem ER-Modell ableiten
Der Übergang vom konzeptionellen Modell zur Tabellenstruktur fördert tiefes Verständnis, weil Lernende erkennen, dass Entitäten, Attribute und Beziehungen nicht zufällig in Tabellen auftauchen, sondern aus einem geplanten fachlichen Modell hervorgehen. Die Lehrkraft gibt ein einfaches ER-Modell vor, etwa für Schulbibliothek, Musikschule oder Tierheim. Die Lernenden lesen zunächst die Entitäten und Attribute und übertragen diese anschließend in passende Tabellen. Danach markieren sie Primärschlüssel und überlegen, wo Fremdschlüssel eingefügt werden müssen. Besonders wirksam ist die Aufgabe, weil die
Gruppen nicht mit fertigen Tabellen starten, sondern den Aufbau selbst aus dem Modell ableiten.
Die Schülerinnen und Schüler leiten aus einem ER-Modell passende Tabellen ab, ergänzen Schlüssel und erklären, welche Beziehungsmuster zwischen den Tabellen bestehen. ER-Modell, Tabellen Entität, Attribut Primärschlüssel, Fremdschlüssel Ableitung, Ordnung Beziehung, Begründung Skizze, Vergleich
10.4.3 Schlechte Tabellenstrukturen verbessern
Lernwirksame Einsichten entstehen besonders dann, wenn fehlerhafte Datenbankstrukturen analysiert und überarbeitet werden müssen, weil doppelte Informationen, unklare Felder und ungeeignete Beziehungen die Vorteile sauberer Modellierung deutlich machen. Die Gruppen erhalten eine absichtlich schlecht gebaute Tabelle, etwa eine riesige Bibliotheksliste, in der Buchdaten, Personendaten und Ausleihdaten in einer einzigen Struktur vermischt sind. Die Lernenden markieren Probleme wie Redundanzen, unübersichtliche Felder oder Mehrfacheinträge. Danach entwickeln sie eine verbesserte Lösung mit mehreren Tabellen und passenden Beziehungen. Der Lerngewinn ist hoch, weil aus der Korrektur heraus der Sinn relationaler Aufteilung sichtbar wird.
Jede Gruppe untersucht eine ungeeignete Tabellenvorlage, benennt mindestens fünf Strukturprobleme und entwickelt daraus ein besseres Datenbankmodell. Fehlstruktur, Analyse Dubletten, Redundanz Felder, Ordnung Tabellen, Aufteilung Beziehungen, Verbesserung Urteil, Reflexion
10.4.4 Primär- und Fremdschlüssel begründet zuordnen
Schlüsselbegriffe werden besonders sicher verstanden, wenn Lernende nicht nur Definitionen wiederholen, sondern in konkreten Tabellen entscheiden müssen, welches Feld eindeutig kennzeichnet und welches auf eine andere Tabelle verweist. Die Klasse arbeitet mit vorbereiteten Tabellen aus Bereichen wie Schule, Shop, Bibliothek oder Terminverwaltung. In jeder Tabelle sind mehrere mögliche Felder markiert. Die Gruppen entscheiden, welches Feld als Primärschlüssel geeignet ist und welche Felder Fremdschlüssel sein könnten. Danach begründen sie ihre Wahl. Besonders stark ist die Aufgabe, weil Lernende typische Fehler erkennen, etwa wenn Namen statt IDs als eindeutige Kennzeichen verwendet werden sollen.
Die Schülerinnen und Schüler markieren in mehreren Tabellen Primär- und Fremdschlüssel und erklären, warum alternative Felder weniger geeignet wären. Schlüssel, Tabellen Primärschlüssel, Fremdschlüssel ID, Verweis Eindeutigkeit, Beziehung Markierung, Begründung Gegenbeispiel, Sicherung
10.4.5 Zwischentabellen für n:m-Beziehungen entwickeln
Viele Missverständnisse lösen sich auf, wenn n:m-Beziehungen nicht nur beschrieben, sondern mit einer Zwischentabelle konstruiert werden, weil dadurch sichtbar wird, wie komplexe Verknüpfungen relational sauber und übersichtlich umgesetzt werden. Die Gruppen bearbeiten Szenarien wie Schülerinnen und Wahlfächer, Produkte und Bestellungen, Personen und Veranstaltungen oder Filme und Schauspielerinnen. Zuerst beschreiben sie die Beziehung in Alltagssprache. Danach überlegen sie, warum zwei direkte Tabellen nicht ausreichen. Im nächsten Schritt entwerfen sie eine Zwischentabelle mit den passenden Fremdschlüsseln. So erkennen die Lernenden, dass viele komplexe Zusammenhänge durch zusätzliche Tabellen klar lösbar werden.
Jede Gruppe entwickelt zu einem n:m-Beispiel eine vollständige Struktur mit zwei Haupttabellen und einer Zwischentabelle und erläutert deren Funktion. n:m, Zwischentabelle Haupttabellen, Verweise Belegung, Position Schueler, Kurs Produkt, Bestellung Funktion, Erklärung
10.4.6 Datenbankobjekte im Alltag identifizieren
Datenbanken werden besonders greifbar, wenn Lernende reale Oberflächen untersuchen und darin Formulare, Berichte, Abfragen oder Ansichten wiedererkennen, weil technische Fachbegriffe so direkt mit sichtbaren Anwendungen verbunden werden. Die Lehrkraft zeigt Screenshots oder kurze Live-Demonstrationen aus einer Bibliothekssuche, einem Webshop, einer Schulplattform oder einer Terminverwaltung. Die Lernenden identifizieren, welche Teile als Formular, Bericht, Abfrage oder Ansicht verstanden werden können. Danach begründen sie, welche Aufgabe das jeweilige Objekt erfüllt. Die Aufgabe wirkt stark, weil viele Datenbankobjekte im Alltag benutzt, aber selten bewusst erkannt werden.
Die Gruppen analysieren mehrere Anwendungssituationen, ordnen sichtbare Elemente den passenden Datenbankobjekten zu und beschreiben deren Funktion. Formular, Bericht Abfrage, Ansicht
Suchmaske, Trefferliste Eingabe, Ausgabe Zuordnung, Funktion Alltag, Transfer
10.4.7 Abfragen aus Beziehungsmustern ableiten
Der Nutzen relationaler Modelle wird besonders deutlich, wenn aus Tabellen und Beziehungen konkrete Fragen entwickelt werden, weil Lernende dadurch erkennen, warum Datenbanken gerade für verknüpfte Suche und strukturierte Auswertung gebaut werden. Die Gruppen erhalten eine kleine Datenbankstruktur mit zwei bis vier Tabellen, etwa Buecher, Schueler, Ausleihen oder Produkte, Kunden, Bestellungen. Danach formulieren sie sinnvolle Fragen wie „Welche Bücher sind überfällig“, „Welche Kundinnen haben mehr als drei Bestellungen“ oder „Welche Schülerinnen haben aktuell ein Medium ausgeliehen“. Anschließend markieren sie, welche Tabellen für die Antwort verbunden werden müssen. So wird die Beziehung zwischen Modell und Nutzung besonders klar.
Die Schülerinnen und Schüler formulieren zu einer Datenbankstruktur mehrere Abfragen in Alltagssprache und kennzeichnen, welche Tabellen und Beziehungen dafür nötig sind. Abfragen, Kriterien Filter, Sortierung Tabellen, Verknüpfung Treffer, Ergebnis Alltagssprache, Fachsprache Modell, Nutzung
10.4.8 Formulare und Berichte passend planen
Vertieftes Verständnis für Datenbankobjekte entsteht dann, wenn Eingabe und Ausgabe bewusst geplant werden, weil Lernende erkennen, dass Formulare und Berichte keine Dekoration, sondern funktionale Werkzeuge für unterschiedliche Nutzungssituationen sind. Die Klasse bearbeitet ein Szenario wie Bibliotheksverwaltung, Arztpraxis oder Klassenorganisation. Die Gruppen entwerfen zuerst ein Formular für die Dateneingabe, etwa für neue Ausleihen oder neue Schülerinnen. Danach planen sie einen Bericht, zum Beispiel für überfällige Medien, offene Termine oder Klassenlisten. Die Ergebnisse werden verglichen, damit sichtbar wird, warum Eingabemaske und Auswertungsliste unterschiedliche Anforderungen erfüllen.
Jede Gruppe gestaltet zu einem Fallbeispiel ein Formular und einen Bericht und erläutert, welche Informationen jeweils sichtbar, bearbeitbar oder zusammengefasst sein sollen. Formular, Bericht Eingabe, Ausgabe Pflichtfeld, Auswahl Liste, Zusammenfassung Gestaltung, Funktion Fallbeispiel, Vergleich
10.4.9 Datenbankmodell für ein Mini-Projekt entwerfen
Besonders nachhaltiges Lernen entsteht, wenn Schülerinnen und Schüler ein vollständiges kleines Datenbankmodell selbst planen, weil sie dabei Fachbegriffe, Tabellenlogik, Beziehungen und Datenbankobjekte in einem zusammenhängenden Arbeitsprozess anwenden müssen. Die Gruppen wählen ein Mini-Projekt wie Klassenbibliothek, Schulcafé, Fahrradverleih oder Turnieranmeldung. Zuerst bestimmen sie die nötigen Entitäten und Attribute. Danach erstellen sie Tabellen, markieren Schlüssel, zeichnen Beziehungsmuster und überlegen, welche Abfragen, Formulare oder Berichte später nützlich wären. So wird aus der reinen Begriffsarbeit ein strukturierter Entwurfsprozess mit direktem Praxisbezug.
Die Gruppen entwickeln für ein eigenes Mini-Projekt ein vollständiges Grundmodell mit Tabellen, Schlüsseln, Beziehungen und mindestens zwei weiteren Datenbankobjekten. Mini-Projekt, Entwurf Entitäten, Attribute Tabellen, Schlüssel Beziehungen, Objekte Abfrage, Formular Bericht, Präsentation
10.4.10 Modelle vergleichen und begründet bewerten
Hohe Lernwirksamkeit entsteht, wenn verschiedene Datenbankentwürfe gegenübergestellt und bewertet werden, weil Lernende dadurch nicht nur Strukturen aufbauen, sondern Qualität, Übersicht, Eindeutigkeit und Zweckmäßigkeit fachlich beurteilen lernen. Nach der Projektarbeit tauschen die Gruppen ihre Modelle untereinander. Mit einem einfachen Kriterienbogen prüfen sie Übersichtlichkeit, passende Tabellenaufteilung, sinnvolle Schlüssel, klare Beziehungsmuster und passende Datenbankobjekte. Danach geben sie Rückmeldung und formulieren Verbesserungsvorschläge. Diese Vergleichsphase stärkt Fachsprache und Urteilsfähigkeit, weil die Lernenden ihre eigenen Entscheidungen gegen alternative Lösungen abwägen müssen.
Die Schülerinnen und Schüler bewerten ein fremdes Datenbankmodell mit klaren Kriterien und formulieren am Ende ein begründetes Gesamturteil mit Verbesserungshinweisen. Kriterienbogen, Bewertung Uebersicht, Eindeutigkeit Schluessel, Beziehungen Objekte, Passung Rueckmeldung, Urteil Verbesserung, Reflexion
Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).