DGB 1: Personenbezogene Informationen verstehen und schützen
8.1 Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- erklären, was personenbezogene Informationen sind.
- Beispiele für personenbezogene Daten aus ihrem Alltag nennen.
- beschreiben, wie personenbezogene Informationen verwendet und weitergegeben
- zwischen unproblematischen und schützenswerten Angaben unterscheiden.
- erkennen, welche Risiken durch unbedachtes Teilen persönlicher Daten entstehen
- einfache Situationen beurteilen, in denen Daten bewusst oder unbewusst
- erklären, warum Fotos, Standorte und Kontaktdaten besonders sensibel sein können.
- grundlegende Schutzmaßnahmen für personenbezogene Daten benennen.
- sichere Passwörter und einfache Schutzvorkehrungen anwenden.
- Privatsphäre-Einstellungen in digitalen Diensten als Schutzmöglichkeit erkennen.
- vor dem Teilen von Informationen über sich selbst oder andere nachdenken.
- Verantwortung für den Schutz eigener und fremder personenbezogener Daten
8.2 Umfangreiche Lerninhalte
Die Nutzung digitaler Kommunikationsmittel macht es notwendig, personenbezogene Informationen sicher zu erkennen, ihre mögliche Verwendung zu verstehen und Schutzmaßnahmen bewusst anzuwenden, damit persönliche Daten nicht unbedacht verbreitet, missbraucht oder dauerhaft öffentlich werden. Personenbezogene Informationen sind Angaben, mit denen eine Person direkt oder indirekt erkannt werden kann. Dazu gehören nicht nur offensichtliche Angaben wie Name oder Adresse, sondern auch viele weitere Informationen, die in Kombination Rückschlüsse auf eine Person zulassen können.
Beispiele personenbezogener Daten Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Foto, Stimme, Standort, Schule, Benutzername Nicht alle personenbezogenen Daten sind gleich sensibel. Manche Angaben wirken zunächst harmlos, können aber in Verbindung mit anderen Daten problematisch werden. Ein Vorname allein ist oft weniger kritisch, doch zusammen mit Schule, Wohnort und Foto kann daraus bereits ein sehr genaues Profil entstehen.
Besonders sensible Angaben Wohnadresse, Telefonnummer, Passwörter, Standort, Bankdaten, Ausweisfoto, Gesundheitsdaten Personenbezogene Informationen werden in digitalen Systemen auf verschiedene Weise verwendet. Sie können bei Anmeldungen eingegeben, in Profilen gespeichert, von Apps verarbeitet, durch Plattformen ausgewertet oder von anderen Personen weitergeleitet werden. Dadurch entstehen Datenspuren, die oft länger erhalten bleiben als zunächst angenommen.
Typische Verwendungen Anmeldung, Profil, Kontaktaufnahme, Werbung, Empfehlung, Auswertung, Weitergabe Ein Beispiel aus dem Alltag: Wer sich bei einem Onlinedienst anmeldet, gibt oft Name, E-Mail- Adresse und Geburtsdatum an. Diese Daten können zur Kontoerstellung nötig sein. Gleichzeitig können sie auch genutzt werden, um Nutzerinnen und Nutzer wiederzuerkennen, Einstellungen zu speichern oder personalisierte Inhalte anzuzeigen. Auch bei der Nutzung von Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken oder Online-Spielen werden personenbezogene Informationen häufig geteilt. Das geschieht manchmal bewusst, etwa durch das Hochladen eines Profilbilds, und manchmal unbewusst, etwa durch Standortfreigaben, automatische Synchronisationen oder Metadaten in Fotos.
Mögliche Datenspuren Profilbild, Chatverlauf, Likes, Kommentare, Standort, Suchverlauf, Gerätedaten Ein Foto kann mehr preisgeben als nur das sichtbare Bild. Es kann Hinweise auf Aufenthaltsorte, Personen im Hintergrund, Schule, Kleidung oder Aktivitäten enthalten. Auch wenn ein Foto harmlos wirkt, können daraus Informationen über Tagesabläufe, Freundschaften oder Gewohnheiten abgeleitet werden. Ein weiteres Beispiel ist das Teilen von Standorten. Wird ein aktueller Aufenthaltsort öffentlich gepostet, kann sichtbar werden, wo sich eine Person gerade befindet oder regelmäßig aufhält. Das kann unangenehm oder sogar gefährlich werden. Deshalb gehört Standortinformation zu den Daten, mit denen besonders vorsichtig umgegangen werden sollte.
Risikobereiche Standortfreigabe, öffentliche Profile, fremde Fotos, unsichere Passwörter, unbekannte Kontakte Personenbezogene Daten können nicht nur von den Betroffenen selbst weitergegeben werden. Auch andere Personen können Informationen teilen, etwa wenn sie Bilder posten, Namen nennen oder Inhalte aus Chats weiterleiten. Darum umfasst Datenschutz immer auch Rücksicht auf die Daten anderer Menschen.
Ein Beispiel: Eine Schülerin schickt ein Klassenfoto in eine Gruppennachricht. Wird dieses Foto ohne Zustimmung weitergeleitet oder öffentlich gepostet, betrifft das nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen abgebildeten Personen. Datenschutz ist deshalb auch eine Frage von Respekt und Verantwortung.
Wichtige Grundsätze nur nötige Daten, vorher nachdenken, Zustimmung beachten, Fremddaten schützen Zu den Risiken unbedachten Teilens gehören unerwünschte Kontaktaufnahmen, Bloßstellung, Datenmissbrauch, Identitätsdiebstahl oder dauerhafte Verfügbarkeit im Internet. Was einmal veröffentlicht oder weitergeleitet wurde, lässt sich oft nur schwer vollständig zurückholen. Deshalb ist Vorsicht vor dem Veröffentlichen wichtiger als spätere Korrektur. Ein häufiger Irrtum besteht darin, zu glauben, Inhalte seien sicher, nur weil sie in einer kleinen Gruppe geteilt wurden. Screenshots, Weiterleitungen oder fremde Zugriffe können dafür sorgen, dass Informationen viel weiter verbreitet werden als ursprünglich gedacht. Digitale Kommunikation ist deshalb nie völlig kontrollierbar.
Mögliche Folgen Peinlichkeit, Streit, Ausgrenzung, Missbrauch, Betrug, Kontrollverlust, Dauerhaftigkeit Zum Schutz personenbezogener Daten gibt es einfache, aber wirksame Vorkehrungen. Eine zentrale Maßnahme ist es, möglichst wenige persönliche Informationen preiszugeben. Nicht jede App, jede Webseite oder jedes Spiel braucht alle abgefragten Daten. Daher sollte immer geprüft werden, welche Angaben wirklich notwendig sind.
Schutzmaßnahmen Datensparsamkeit, Privatsphäre-Einstellungen, starke Passwörter, Bildschirm sperren, Standort prüfen, Zustimmung einholen Starke Passwörter sind ein weiterer wichtiger Schutz. Ein gutes Passwort sollte nicht leicht zu erraten sein und nicht aus einfachen Namen oder Geburtsdaten bestehen. Zusätzlich hilft es, für verschiedene Dienste unterschiedliche Passwörter zu verwenden. Wo möglich, kann auch eine zusätzliche Sicherheitsabfrage sinnvoll sein. Privatsphäre-Einstellungen ermöglichen es oft, einzuschränken, wer Inhalte sehen, kommentieren oder kontaktieren darf. Schülerinnen und Schüler sollten lernen, dass diese Einstellungen regelmäßig geprüft werden sollten, weil sie nicht immer automatisch sicher gewählt sind. Ein öffentliches Profil ist meist riskanter als ein eingeschränkt sichtbares.
Sichere Einstellungen privates Profil, eingeschränkte Sichtbarkeit, Kontaktbegrenzung, Standort aus, Freigaben prüfen Auch vor dem Teilen von Fotos, Videos oder Nachrichten sollte immer überlegt werden: Muss das wirklich geteilt werden, mit wem, und welche Folgen könnte das haben? Diese kurze Prüfung hilft, viele Risiken zu vermeiden. Besonders wichtig ist das bei Informationen über andere Personen. Ein Beispiel für verantwortungsvolles Handeln: Vor dem Posten eines Gruppenfotos wird gefragt, ob alle damit einverstanden sind. Vor dem Weiterleiten einer Nachricht wird geprüft, ob persönliche Angaben enthalten sind. Vor dem Installieren einer App wird überlegt, warum Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder Kontakte verlangt wird.
Fragen vor dem Teilen Brauche ich das, Wer sieht es, Ist es privat, Ist es fair, Ist es sicher Personenbezogene Daten zu schützen bedeutet nicht, digitale Medien zu meiden, sondern sie bewusst und informiert zu nutzen. Wer versteht, welche Informationen sensibel sind, wie Daten verarbeitet werden und welche Schutzmaßnahmen helfen, kann sicherer kommunizieren und auch andere besser respektieren.
Weiterführende Links
- https://www.klicksafe.de
- https://www.saferinternet.at
- https://www.watchyourweb.de
- https://www.bpb.de
- https://www.internet-abc.de
8.3 Aufgaben für den Unterricht
8.3.1 Personenbezogene Daten sammeln und ordnen
Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst Beispiele für Informationen, die etwas über eine Person aussagen, etwa Name, Foto, Adresse, Lieblingsort, Telefonnummer oder Schule. Anschließend ordnen sie diese Angaben danach, ob sie eher unproblematisch, sensibel oder besonders schützenswert sind, und begründen ihre Entscheidungen. In der gemeinsamen Besprechung wird herausgearbeitet, dass manche Daten erst in Kombination mit anderen Informationen kritisch werden. Die Aufgabe schafft ein grundlegendes Verständnis dafür, was personenbezogene Daten sind und warum nicht alle Angaben gleich harmlos sind.
8.3.2 Alltagssituationen zum Teilen von Daten beurteilen
Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten kurze Situationen aus dem digitalen Alltag, etwa das Posten eines Gruppenfotos, das Weiterleiten eines Screenshots, das Ausfüllen eines Profils oder die Freigabe des Standorts in einer App. Sie entscheiden jeweils, welche personenbezogenen Informationen betroffen sind, welche Risiken entstehen könnten und ob das Verhalten unproblematisch, kritisch oder nicht in Ordnung ist. Diese Aufgabe fördert genaues Hinschauen und stärkt die Fähigkeit, Datensituationen nicht nur technisch, sondern auch sozial und verantwortungsvoll zu bewerten. Situationen Gruppenfoto, Screenshot, Profilangabe, Standortfreigabe, Klassenchat
8.3.3 Wie Daten verwendet werden, sichtbar machen
Die Schülerinnen und Schüler verfolgen an einfachen Beispielen, wie personenbezogene Informationen in digitalen Diensten genutzt werden können, etwa zur Anmeldung, zur Kontaktaufnahme, für Empfehlungen oder für Werbung. Dazu ordnen sie Datenarten typischen Verwendungsweisen zu und überlegen, welche Angaben wirklich notwendig sind. Anschließend besprechen sie, dass Daten oft nicht nur gespeichert, sondern auch ausgewertet, kombiniert oder weitergegeben werden. Diese Aufgabe macht abstrakte Datenverarbeitung verständlich und stärkt das Bewusstsein für Datenspuren.
8.3.4 Sichere und unsichere Profile vergleichen
Die Schülerinnen und Schüler erhalten zwei oder mehr Beispielprofile aus einem sozialen Netzwerk oder Messenger, die sich in Sichtbarkeit, Passwortqualität, Fotoauswahl und geteilten Informationen unterscheiden. Sie vergleichen die Profile und markieren, welche Elemente eher sicher und welche eher riskant sind. Danach formulieren sie Regeln für ein datensparsames und geschütztes Profil. Diese Aufgabe verbindet Analyse und Handlung und hilft, Schutzmaßnahmen konkret auf digitale Kommunikationssituationen zu übertragen. Vergleichspunkte Profilbild, Benutzername, Sichtbarkeit, Passwort, Bio, Standort
8.3.5 Privatsphäre-Einstellungen reflektieren
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen anhand von Screenshots, Demonstrationen oder Modelloberflächen typische Privatsphäre-Einstellungen, etwa wer Beiträge sehen darf, wer Kontakt aufnehmen kann oder ob ein Standort geteilt wird. Sie erklären, welche Wirkung diese Einstellungen haben und welche Varianten mehr Schutz bieten. Anschließend entwickeln sie eine kurze Checkliste für sichere Grundeinstellungen. Die Aufgabe stärkt die Einsicht, dass Datenschutz nicht nur von Regeln, sondern auch von konkreten Entscheidungen in Anwendungen abhängt. Einstellungen Sichtbarkeit, Kontakte, Kommentare, Standort, Freigaben, Profilstatus
8.3.6 Starke Passwörter und Schutzmaßnahmen entwickeln
Die Schülerinnen und Schüler vergleichen beispielhafte Passwörter und beurteilen, welche leicht zu erraten und welche deutlich sicherer sind. Anschließend formulieren sie Merkmale guter Passwörter und ergänzen weitere Schutzmaßnahmen wie Bildschirmsperre, verschiedene Passwörter für verschiedene Dienste oder sorgfältigen Umgang mit Logins. Dabei wird deutlich, dass Datenschutz auch mit grundlegender Gerätesicherheit zusammenhängt. Diese Aufgabe fördert praktische Handlungskompetenz und alltagsnahe Vorsorge.
8.3.7 Fremde Daten mitdenken und Verantwortung übernehmen
Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten Beispiele, in denen nicht die eigenen, sondern die Daten anderer Personen betroffen sind, etwa beim Teilen eines Klassenfotos, beim Weiterleiten einer Sprachnachricht oder beim Nennen eines Namens in einem öffentlichen Beitrag. Sie überlegen, welche Verantwortung dabei besteht und warum Zustimmung vor dem Teilen wichtig ist. Diese Aufgabe erweitert den Blick vom Selbstschutz auf respektvolles Handeln in digitalen Kommunikationsräumen.
8.3.8 Reziprokes Lehren zu Datenschutzregeln
Kleine Gruppen erhalten jeweils einen Teilbereich wie personenbezogene Daten, Risiken beim Teilen, Passwörter, Privatsphäre-Einstellungen oder Zustimmung bei Fotos. Sie bereiten dazu eine kurze Erklärung mit Beispiel vor und vermitteln diese Inhalte anschließend anderen Gruppen. Rückfragen und kleine Anwendungsaufgaben sichern das Verständnis. Diese Methode erhöht den Lernerfolg, weil Fachbegriffe und Schutzregeln aktiv aufbereitet und in eigenen Worten weitergegeben werden.
8.3.9 Schutzregeln für den digitalen Alltag formulieren
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln aus den bisherigen Aufgaben gemeinsame Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten im Schulalltag und in der Freizeit. Dabei sollen sie sowohl den Schutz eigener Daten als auch den respektvollen Umgang mit Daten anderer berücksichtigen. Die Ergebnisse werden in einer übersichtlichen Regelkarte oder einem Klassenplakat festgehalten. Diese Aufgabe sichert das Gelernte und fördert die Übertragung in konkrete Handlungssituationen. Regelthemen wenig teilen, vorher fragen, Einstellungen prüfen, Passwörter schützen, Standort aus
8.3.10 Abschlussaufgabe mit Fallanalyse und Lösungsvorschlag
Zum Abschluss bearbeiten die Schülerinnen und Schüler einen zusammenhängenden Fall, in dem personenbezogene Informationen unbedacht geteilt oder unzureichend geschützt wurden. Sie beschreiben, welche Daten betroffen sind, wie diese verwendet oder weitergegeben werden könnten, welche Risiken bestehen und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll wären. Danach formulieren sie einen kurzen Lösungsvorschlag. Diese Aufgabe verbindet Wissen, Bewertung und Handlungsplanung in einer vollständigen Anwendungssituation. Fallthemen öffentliches Profil, weitergeleitetes Foto, unsicheres Passwort, Standortpost, offener Klassenchat
Grundlage: Digitale Grundbildung – Lehrband 1. Klasse, Ausgabe 2026.