DGB 1: Texte und Präsentationen einzeln und gemeinsam strukturieren und formatieren
14.1 Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- Texte und Präsentationen sinnvoll gliedern.
- Überschriften, Absätze und Aufzählungen passend einsetzen.
- Inhalte übersichtlich strukturieren.
- Texte lesefreundlich formatieren.
- Präsentationsfolien klar und verständlich gestalten.
- Bilder, Grafiken und andere Objekte passend einfügen.
- die Wirkung von Größe, Farbe, Schrift und Anordnung beschreiben.
- Texte und Präsentationen einzeln und gemeinsam bearbeiten.
- gemeinsame Dateien geordnet und nachvollziehbar überarbeiten.
- grundlegende Formatierungen zielgerichtet anwenden.
- überladene oder unübersichtliche Gestaltungen erkennen und verbessern.
- Inhalte adressaten- und zweckgerecht aufbereiten.
14.2 Umfangreiche Lerninhalte
Die bewusste Strukturierung und Formatierung von Texten und Präsentationen unterstützt verständliches Arbeiten mit digitalen Inhalten, weil Informationen nicht nur gesammelt, sondern geordnet, hervorgehoben, visuell unterstützt und für Einzel- oder Gruppenarbeit sinnvoll aufbereitet werden. Texte und Präsentationen sollen Inhalte nicht nur enthalten, sondern auch gut lesbar und verständlich darstellen. Eine klare Struktur hilft dabei, Gedanken zu ordnen und Leserinnen, Leser oder Zuhörende sicher durch ein Thema zu führen. Gute Gestaltung bedeutet daher nicht bloß schönes Aussehen, sondern vor allem Übersicht, Verständlichkeit und passende Schwerpunktsetzung.
Bestandteile von Texten Titel, Überschrift, Absatz, Aufzählung, Einleitung, Hauptteil, Schluss Ein Beispiel: Ein Informationstext über Bienen wirkt deutlich verständlicher, wenn er in Abschnitte wie „Lebensraum“, „Aufgaben“, „Gefahren“ und „Bedeutung für Menschen“ gegliedert ist. Ohne diese Struktur erscheint derselbe Inhalt oft schwerer lesbar. Die Anordnung von Informationen beeinflusst also direkt das Verstehen. Formatierung bedeutet, dass Inhalte sichtbar gestaltet werden. Dazu gehören Schriftart, Schriftgröße, Fettdruck, Kursivschrift, Farbe, Zeilenabstand und Ausrichtung. Diese Mittel helfen, Wichtiges hervorzuheben und Texte lesefreundlich zu gestalten. Werden sie jedoch übertrieben eingesetzt, kann die Wirkung unruhig oder verwirrend werden.
Formatierungsmittel Schriftart, Schriftgröße, fett, kursiv, Farbe, Abstand, Ausrichtung Ein sinnvoll formatierter Text verwendet zum Beispiel größere Schrift für Überschriften, Absätze zur Trennung von Gedanken und Aufzählungen für mehrere Punkte. Ein ungünstig formatierter Text enthält möglicherweise zu viele Farben, sehr kleine Schrift oder lange Textblöcke ohne Unterbrechung. Solche Unterschiede machen die Bedeutung von Gestaltung deutlich.
Ziele der Formatierung Lesbarkeit, Übersicht, Hervorhebung, Ordnung, Verständlichkeit Aufzählungen sind besonders nützlich, wenn mehrere Aspekte übersichtlich dargestellt werden sollen. Kurze Stichpunkte können Inhalte schneller erfassbar machen als lange Sätze. Gleichzeitig sollten Aufzählungen nicht wahllos verwendet werden. Sie sind dann sinnvoll, wenn Punkte gleichgeordnet sind und knapp dargestellt werden können. Auch Präsentationen brauchen eine klare Struktur. Jede Folie sollte einen erkennbaren Schwerpunkt haben. Eine gute Präsentation führt das Publikum schrittweise durch ein Thema und verteilt Inhalte sinnvoll auf mehrere Folien. Zu viele Informationen auf einer einzigen Folie überfordern oft und lenken vom Wesentlichen ab.
Bestandteile von Präsentationen Titel, Folie, Stichwörter, Bild, Grafik, Diagramm, Übergang Eine Folie sollte meist nur die wichtigsten Informationen enthalten. Ganze Textblöcke sind für Präsentationen oft ungeeignet, weil das Publikum sonst gleichzeitig lesen und zuhören müsste. Besser sind kurze Stichwörter, klare Überschriften und unterstützende Bilder oder Grafiken. Die mündliche Erklärung ergänzt dann die Folieninhalte.
Merkmale guter Folien kurz, klar, übersichtlich, lesbar, passend bebildert, nicht überladen
Bilder, Grafiken und andere Objekte können Inhalte veranschaulichen und unterstützen. Ein Bild eines Vulkans hilft bei einem Vortrag über Naturphänomene, ein Diagramm macht Umfragewerte sichtbar, ein Symbol kann eine Aussage schnell verständlich machen. Solche Objekte sollten jedoch zum Thema passen und nicht bloß zur Dekoration eingefügt werden.
Mögliche Objekte Bild, Grafik, Diagramm, Symbol, Textfeld, Form, Tabelle, Audio Ein Beispiel: In einer Präsentation über Mülltrennung kann ein Symbol für Papier, Glas und Plastik die Orientierung erleichtern. In einem Referat über Wetterdaten macht ein Balkendiagramm die Temperaturen übersichtlicher als ein Fließtext. Die Wahl passender Objekte unterstützt somit das Verstehen. Beim Einfügen von Bildern und Grafiken ist auch die Anordnung wichtig. Ein zu großes Bild kann den Text verdrängen, ein zu kleines Bild bleibt unklar. Werden Objekte ungeordnet platziert, wirkt eine Seite schnell chaotisch. Gute Gestaltung berücksichtigt daher Größe, Position, Abstand und Verhältnis der Elemente zueinander.
Gestaltungsaspekte Größe, Position, Abstand, Kontrast, Anordnung, Verhältnis Farben können Inhalte gliedern oder hervorheben, sollten aber gezielt eingesetzt werden. Eine dunkle Schrift auf hellem Hintergrund ist meist gut lesbar. Zu viele kräftige Farben auf einer Seite wirken oft unruhig. Auch bei Präsentationen gilt: Gestaltung soll unterstützen und nicht ablenken. Farben, Schrift und Objekte sollten zusammenpassen.
Wirkung von Gestaltung ruhig, auffällig, übersichtlich, unruhig, sachlich, freundlich, überladen Digitale Werkzeuge ermöglichen es, Texte und Präsentationen nicht nur allein, sondern auch gemeinsam zu bearbeiten. Mehrere Personen können an einem Dokument arbeiten, Inhalte ergänzen, Fehler verbessern oder Gestaltungsvorschläge machen. Dabei sind Absprachen wichtig, damit Beiträge nicht versehentlich gelöscht oder unübersichtlich verändert werden.
Gemeinsames Arbeiten teilen, kommentieren, ergänzen, überarbeiten, abstimmen, speichern In Gruppenarbeiten kann eine Person zum Beispiel die Gliederung erstellen, eine andere passende Bilder suchen, eine dritte Formatierungen anpassen und eine vierte die Schlussfolie gestalten. Damit das gut funktioniert, sollten Rollen, Zuständigkeiten und Reihenfolgen abgesprochen werden. Gemeinsames digitales Arbeiten erfordert also sowohl technische als auch soziale Kompetenzen.
Wichtige Absprachen Rollen, Reihenfolge, Zuständigkeit, Rückmeldung, Version, Fertigstellung Beim gemeinsamen Bearbeiten helfen Kommentare, Änderungsverfolgung und Versionsstände. So kann sichtbar bleiben, wer was verändert hat. Diese Funktionen erleichtern die Zusammenarbeit und verhindern, dass wichtige Inhalte verloren gehen. Sie machen außerdem nachvollziehbar, wie ein Text oder eine Präsentation schrittweise entsteht. Texte und Präsentationen sollten immer an Ziel und Publikum angepasst werden. Für jüngere Kinder sind große Schrift, klare Bilder und kurze Sätze wichtig. Für sachliche Berichte können nüchterne Gestaltung und präzise Überschriften sinnvoller sein. Die Auswahl von Struktur und Format hängt also von Inhalt, Zweck und Adressaten ab.
Anpassung an Zielgruppen Kinder, Klasse, Lehrkraft, Publikum, Projektgruppe Ein Beispiel: Ein Merkblatt für Mitschülerinnen und Mitschüler braucht meist eine andere Gestaltung als eine Präsentation für einen Elternabend. Das Merkblatt sollte schnell lesbar und klar gegliedert sein, die Präsentation eher visuell unterstützen und mündliche Erklärungen begleiten. Gute Mediengestaltung berücksichtigt solche Unterschiede. Häufige Probleme sind überladene Seiten, zu kleine Schrift, unpassende Bilder, fehlende Überschriften oder uneinheitliche Gestaltung. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, solche Schwächen zu erkennen und zu verbessern. Überarbeitung gehört daher wesentlich zum Erstellen digitaler Inhalte dazu.
Typische Probleme Textwüste, kleine Schrift, bunte Unruhe, Bildchaos, fehlende Gliederung, uneinheitliches Layout Die Fähigkeit, Texte und Präsentationen einzeln und gemeinsam zu strukturieren und zu formatieren, ist eine wichtige Grundlage digitaler Produktion. Wer Inhalte klar gliedert, passende Objekte einsetzt und Gestaltung bewusst nutzt, kann Informationen verständlicher, ansprechender und zielgerichteter vermitteln.
Weiterführende Links
- https://www.klicksafe.de
- https://www.saferinternet.at
- https://www.internet-abc.de
- https://www.bpb.de
- https://www.code.org
14.3 Aufgaben für den Unterricht
14.3.1 Unstrukturierte Texte gliedern und formatieren
Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen unformatierten Text ohne Absätze, Überschriften oder Hervorhebungen und überarbeiten ihn so, dass eine klare Gliederung entsteht. Sie fügen einen passenden Titel ein, bilden sinnvolle Abschnitte, setzen Zwischenüberschriften und markieren wichtige Begriffe. Anschließend vergleichen sie die ursprüngliche und die überarbeitete Fassung und beschreiben, wie sich Lesbarkeit und Verständlichkeit verändert haben. Die Aufgabe macht sichtbar, dass Struktur nicht nur Ordnung schafft, sondern das Verstehen direkt unterstützt.
14.3.2 Gute und schlechte Formatierung vergleichen
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen zwei Fassungen desselben Textes oder derselben Folie, von denen eine übersichtlich und eine bewusst ungünstig gestaltet ist. Sie benennen Unterschiede bei Schriftgröße, Farben, Textmenge, Bildern, Abständen und Übersicht und leiten daraus Regeln für gelungene Gestaltung ab. Diese Aufgabe stärkt die Wahrnehmung für Gestaltungsmängel und hilft, Qualitätsmerkmale digitaler Texte und Präsentationen bewusst zu erkennen. Vergleichspunkte Schriftgröße, Farbe, Abstand, Bildwahl, Textmenge, Übersicht
14.3.3 Texte mit Bildern und Grafiken sinnvoll ergänzen
Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen kurzen Informationstext und wählen passende Bilder, Grafiken oder Symbole aus, die den Inhalt sinnvoll unterstützen. Anschließend fügen sie diese Objekte ein, ordnen sie übersichtlich an und begründen ihre Auswahl. In der Auswertung wird besprochen, welche Bilder hilfreich, dekorativ oder eher störend wirken. Diese Aufgabe fördert den gezielten Einsatz visueller Elemente und zeigt, dass Bilder Inhalte unterstützen, aber auch vom Wesentlichen ablenken können. Objekte Bild, Symbol, Grafik, Tabelle, Diagramm
14.3.4 Eine Präsentationsfolie überarbeiten
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine überladene oder unübersichtliche Folie mit zu viel Text, unruhigen Farben oder ungünstig platzierten Bildern. Sie überarbeiten diese Folie so, dass ein klarer Titel, kurze Stichwörter, passende Objekte und eine bessere Anordnung entstehen. Danach erläutern sie, welche Änderungen sie vorgenommen haben und warum die neue Version verständlicher wirkt. Diese Aufgabe stärkt die Fähigkeit, Präsentationen adressatengerecht und übersichtlich zu gestalten. Verbesserungsbereiche Titel, Stichwörter, Bilder, Farben, Anordnung, Schrift
14.3.5 Einen Text in eine Präsentation übertragen
Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen zusammenhängenden Sachtext und übertragen dessen wichtigste Inhalte in eine kurze Präsentation. Dabei müssen sie entscheiden, welche Informationen als Stichwörter, welche als Bild oder Grafik und welche nur mündlich erklärt werden sollen. Die Aufgabe zeigt besonders deutlich, dass Texte und Präsentationen unterschiedliche Anforderungen haben und Inhalte nicht einfach unverändert übernommen werden sollten. Übertragungsformen Stichwort, Bild, Grafik, Tabelle, mündliche Erklärung
14.3.6 Gemeinsames Dokument arbeitsteilig gestalten
Die Schülerinnen und Schüler erstellen in einer Kleingruppe ein gemeinsames digitales Dokument, in dem jede Person einen klaren Gestaltungs- oder Inhaltsbereich übernimmt. Eine Person strukturiert den Text, eine andere fügt passende Bilder ein, eine dritte überprüft Formatierungen, eine vierte kontrolliert Überschriften und Reihenfolge. Anschließend reflektiert die Gruppe, welche Absprachen nötig waren und wie gemeinsames Arbeiten an einem Text gelingen kann. Diese Aufgabe verbindet Formatierungskompetenz mit digitaler Kooperation. Rollen Gliederung, Bilder, Formatierung, Kontrolle, Rückmeldung
14.3.7 Präsentationen mit klarer Folienstruktur planen
Die Schülerinnen und Schüler planen für ein kleines Thema eine Präsentation mit sinnvoller Reihenfolge der Folien, etwa Einstieg, Hauptpunkte, Beispiel und Schluss. Dazu legen sie fest, welche Inhalte auf welche Folie gehören und welche Bilder, Grafiken oder Diagramme jeweils unterstützend eingesetzt werden können. Diese Aufgabe fördert die Fähigkeit, Informationen nicht nur auf einzelnen Folien, sondern als zusammenhängende Präsentationsstruktur zu denken. Folienplanung Einstieg, Überblick, Hauptteil, Beispiel, Schluss
14.3.8 Kommentare zur Überarbeitung nutzen
Die Schülerinnen und Schüler geben sich gegenseitig Rückmeldungen zu Texten oder Präsentationen, wobei sie auf Gliederung, Lesbarkeit, Bildauswahl und Formatierung achten. Diese Rückmeldungen werden über Kommentarfunktionen oder auf einem Rückmeldebogen festgehalten und anschließend in die Überarbeitung einbezogen. Die Aufgabe stärkt die Fähigkeit, Gestaltung nicht nur selbst umzusetzen, sondern auch bei anderen sachlich und konstruktiv zu beurteilen.
14.3.9 Reziprokes Lehren zu Struktur und Formatierung
Kleine Gruppen erhalten jeweils einen Schwerpunkt wie Überschriften, Absätze, Aufzählungen, Bilder, Foliengestaltung oder einheitliches Layout und bereiten dazu eine kurze Erklärung mit Beispiel vor. Anschließend vermitteln sie ihre Ergebnisse anderen Gruppen und beantworten Rückfragen. Diese Methode vertieft das Verständnis, weil Gestaltungsgrundlagen aktiv erklärt, veranschaulicht und mehrfach wiederholt werden.
14.3.10 Abschlussaufgabe mit Text oder Präsentation
Zum Abschluss erstellen die Schülerinnen und Schüler einzeln oder in Gruppen ein vollständiges Produkt, etwa einen übersichtlich formatierten Informationstext oder eine klar gestaltete Präsentation mit Bildern, Grafiken oder anderen Objekten. Danach erläutern sie ihre Struktur- und Formatierungsentscheidungen und vergleichen, wie sich diese auf Verständlichkeit und Wirkung auswirken. Diese Aufgabe sichert das Gelernte, weil Planung, Gestaltung, Zusammenarbeit und Reflexion in einem vollständigen Arbeitsprozess verbunden werden.
Grundlage: Digitale Grundbildung – Lehrband 1. Klasse, Ausgabe 2026.