Informatik 7: Geschichtliches Wissen in Beziehung zur aktuellen Situation setzen und daraus gegebenenfalls mögliche Zukunftsszenarien ableiten

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Vergangenes Technikverständnis wird besonders wertvoll, wenn Schülerinnen und Schüler historische Entwicklungen mit heutigen Phänomenen verbinden, wiederkehrende Muster erkennen und daraus begründete, aber nicht vorschnell als sicher dargestellte Zukunftsbilder formulieren können.

15.1 Lernziele

  • Entwicklungen vergleichen
  • Muster erkennen
  • Gegenwart deuten
  • Kontinuitäten benennen
  • Brüche erklären
  • Folgen abschätzen
  • Trends beschreiben
  • Szenarien ableiten
  • Chancen benennen
  • Risiken benennen
  • Positionen begründen
  • Zukunftsfragen reflektieren

15.2 Lerninhalte

Tragfähige Zukunftsvorstellungen entstehen dann, wenn historische Entwicklungslinien, heutige Nutzungsweisen, gesellschaftliche Konflikte und technische Trends gemeinsam betrachtet werden, sodass aus Vergangenheit und Gegenwart plausible, kritisch prüfbare Zukunftsszenarien abgeleitet werden können.

Historische Entwicklung als Musterraum

Geschichtliches Wissen wird besonders anschlussfähig, wenn technische Neuerungen nicht als isolierte Einzelereignisse, sondern als wiederkehrende Bewegungen von Beschleunigung, Miniaturisierung, Automatisierung, Vernetzung und gesellschaftlicher Aushandlung verstanden werden. Wer die Entwicklung von mechanischen Rechenhilfen über Großrechner, Personal Computer und Internet bis zu heutigen Cloud- und KI-Systemen betrachtet, erkennt mehrere wiederkehrende Muster. Technik wird kleiner, schneller und alltäglicher. Bedienung wird oft einfacher, während die Systeme im Hintergrund komplexer werden. Mit jeder neuen Stufe wachsen zugleich Nutzen, Abhängigkeit und gesellschaftliche Diskussion. Genau diese Verbindung von technischem Fortschritt und sozialer Aushandlung ist zentral, wenn historische Kenntnisse auf die Gegenwart bezogen werden.

Ein historischer Vergleich zeigt außerdem, dass neue Technologien häufig zugleich Begeisterung und Skepsis auslösen. Schon frühere Medien und Geräte wurden als große Chance oder als Bedrohung für Kultur, Arbeit und Alltag beschrieben. Diese Muster kehren heute bei sozialen Netzwerken, Cloud-Diensten und Künstlicher Intelligenz erneut wieder. Geschichte liefert deshalb nicht nur Wissen über Vergangenes, sondern ein Deutungswerkzeug für heutige Debatten. Beispiele: Miniaturisierung, Vernetzung, Automatisierung, Beschleunigung, Euphorie, Skepsis, Alltag, Wandel.

Historisches Wissen auf die aktuelle Situation beziehen

Der Gegenwartsbezug wird besonders klar, wenn heutige Geräte, Dienste und Kommunikationsformen als Ergebnis längerer Entwicklungslinien gelesen werden, die von Rechenmaschinen über Personal Computer bis zu mobilen und cloudbasierten Systemen reichen. Die heutige Situation ist von sehr breiter digitaler Nutzung geprägt. Laut ITU waren 2025 rund 74 Prozent der Weltbevölkerung online, also etwa 6 Milliarden Menschen; gleichzeitig blieb mehr als ein Viertel der Menschheit offline, was zeigt, dass historische Technikentwicklung zwar enorme Reichweite erzeugt hat, aber keine vollständige Teilhabe garantiert. Hohe Nutzung und fortbestehende Ungleichheit gehören damit gleichzeitig zur Gegenwart. Historisches Wissen hilft, diese Lage einzuordnen. Der Personal Computer brachte individuelle Verfügbarkeit, das Internet globale Verbindung, das Web niedrigschwelligen Informationszugang und das Smartphone ständige Erreichbarkeit. Heute verschmelzen diese Linien in einem Gerät, das Rechner, Kamera, Kommunikationsmittel, Navigationssystem, Medienplattform und Zugangspunkt zu Cloud- und KI-Diensten zugleich ist. Dadurch wird verständlich, dass Gegenwartstechnologien meist Bündel früherer Innovationen sind und nicht völlig neue Erscheinungen aus dem Nichts. Beispiele: Smartphone, Cloud, Web, Plattform, App, Dauerverbindung, Online-Alltag, Ungleichheit.

Wiederkehrende Debatten über Technik und Gesellschaft

Die Deutung heutiger Technologien gelingt differenzierter, wenn frühere und gegenwärtige Streitfragen über Nutzen, Risiken, Kontrolle und Nebenfolgen nebeneinandergestellt werden und dadurch wiederkehrende Argumentationsmuster sichtbar werden. Digitale Entwicklung wird häufig von gegensätzlichen Haltungen begleitet. Einerseits stehen Hoffnung auf Fortschritt, Bequemlichkeit, Effizienz und bessere Teilhabe. Andererseits stehen Sorgen über Kontrolle, Überforderung, Abhängigkeit, Umweltbelastung oder den Verlust von Privatsphäre. Die hochgeladenen Unterrichtsmaterialien beschreiben diese Spannung ausdrücklich als Technologieeuphorie, Kulturpessimismus und digitale Kompromisse. Dadurch wird klar, dass technischer Wandel fast immer auch eine Debatte über Werte und Lebensformen auslöst. Ein historischer Vergleich zeigt, dass viele heutige Diskussionen bekannte Muster fortsetzen. Früher wurde über Fernsehen, Automatisierung oder soziale Netzwerke gestritten, heute über KI, Smart-Home-Geräte, Cloudspeicher und personalisierte Suchroutinen.

Die konkrete Technik ändert sich, die Grundfragen bleiben ähnlich: Wer profitiert, wer verliert, welche Daten werden gesammelt, welche Freiheiten entstehen und welche neuen Abhängigkeiten folgen daraus. Beispiele: Fortschritt, Skepsis, Datenschutz, Bequemlichkeit, Abhängigkeit, Teilhabe, Kontrolle, Verantwortung.

Aktuelle Situation: KI, Plattformen, Daten und Energie

Gegenwartsdiagnosen werden besonders belastbar, wenn sie nicht nur auf Eindrücken beruhen, sondern mit aktuellen Entwicklungen zu KI-Nutzung, Vernetzung, Arbeitswelt und Energiebedarf verknüpft werden, die sich historisch aus längeren Innovationslinien erklären lassen. Ein deutliches Gegenwartsmerkmal ist die schnelle Verbreitung von KI. Die OECD berichtet, dass 2025 in den OECD-Ländern mit verfügbaren Daten 20,2 Prozent der Unternehmen KI nutzten, nach 14,2 Prozent im Jahr 2024 und 8,7 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig meldet die OECD eine hohe Nutzung generativer KI unter Studierenden ab 16 Jahren. Das zeigt, wie rasch sich eine neue Technik zugleich in Wirtschaft, Bildung und Alltag ausbreiten kann. Mit dieser Entwicklung wachsen neue Anforderungen und Spannungen. Der World Economic Forum berichtet für 2030 von einem erwarteten Job-Disruptionswert von 22 Prozent, mit 170 Millionen neu entstehenden und 92 Millionen verdrängten Rollen; zugleich betont der Bericht, dass technologische und menschliche Kompetenzen gemeinsam wichtiger werden. Historisch betrachtet erinnert das an frühere Automatisierungsphasen, ist heute aber durch Geschwindigkeit, globale Plattformen und datengetriebene Systeme deutlich verdichtet. Auch die materielle Seite digitaler Systeme wird wichtiger. Die IEA schätzt den Stromverbrauch von Rechenzentren für 2024 auf rund 415 TWh beziehungsweise etwa 1,5 Prozent des globalen Stromverbrauchs und projiziert im Basisszenario bis 2030 einen Anstieg auf rund 945 TWh. Damit wird sichtbar, dass digitale Entwicklung nicht nur virtuell ist, sondern Infrastruktur, Energie und ökologische Fragen unmittelbar mitbetrifft. Beispiele: KI-Nutzung, Plattformen, Datenzentren, Arbeitswelt, Strombedarf, Cloud, Automatisierung, Kompetenzwandel.

Zukunftsszenarien begründet ableiten

Zukunftsszenarien werden fachlich sinnvoll, wenn sie als mögliche Entwicklungen auf Basis beobachtbarer Trends formuliert werden und nicht als sichere Vorhersagen, weil technische, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren unterschiedliche Pfade eröffnen. Ein erstes mögliches Szenario ist vernetzte Beschleunigung. Wenn KI-Nutzung, Cloud- Infrastruktur und globale Konnektivität weiter rasch wachsen, könnten automatisierte Assistenzsysteme, personalisierte Lernumgebungen, datengetriebene Arbeitsprozesse und stark vernetzte Alltagsgeräte deutlich zunehmen. Dafür sprechen der steigende Anteil online verbundener Menschen, die wachsende betriebliche KI-Nutzung und die erwartete Zunahme des Rechenzentrumsbedarfs. Dieses Szenario verspricht Komfort und Produktivität, erhöht aber zugleich Anforderungen an Energie, Datenschutz und Kompetenzen. Ein zweites mögliches Szenario ist regulierte Balance. In diesem Fall würden Staaten, Bildungssysteme, Unternehmen und Zivilgesellschaft stärker auf Datenschutz, Transparenz, Energieeffizienz, Medienkompetenz und gerechtere Teilhabe achten. Technik würde weiter

wachsen, aber stärker durch Regeln, Standards und Bildungsmaßnahmen gerahmt. Für dieses Szenario spricht, dass aktuelle Berichte den Kompetenzwandel, die Bedeutung von Reskilling und die Unsicherheit verschiedener Entwicklungspfade ausdrücklich betonen. Ein drittes mögliches Szenario ist ungleiche und fragmentierte Digitalisierung. Wenn Zugangsunterschiede, geopolitische Spannungen, hohe Energiekosten, Plattformabhängigkeiten oder Bildungsungleichheiten stärker wirken, könnten digitale Chancen sehr ungleich verteilt bleiben. Dann würden einige Gruppen stark profitieren, während andere beim Zugang, bei Kompetenzen oder beim Schutz ihrer Daten zurückfallen. Die ITU-Daten zur fortbestehenden Offline-Bevölkerung und die unterschiedlichen Online-Raten nach Einkommensgruppen machen deutlich, dass dieses Szenario bereits heute erkennbare Grundlagen hat. Beispiele: Beschleunigung, Balance, Fragmentierung, Automatisierung, Regulierung, Teilhabe, Energie, Bildung.

Zukunft kritisch prüfen und verantwortungsvoll diskutieren

Reflektierte Zukunftsbilder brauchen Bewertungsmaßstäbe, weil technische Machbarkeit allein nicht genügt und erst Fragen nach Gerechtigkeit, Umwelt, Datenschutz, Arbeitswelt und Bildung entscheiden, welche Entwicklung gesellschaftlich wünschenswert erscheint. Für die schulische Arbeit ist deshalb wichtig, Zukunftsszenarien nicht als Fantasieübung ohne Kriterien zu behandeln. Eine plausible Zukunftsaussage sollte fragen, welche historischen Muster sich fortsetzen, welche neuen Faktoren hinzukommen, wer von einer Entwicklung profitiert, welche Risiken entstehen und welche Gegenmaßnahmen möglich wären. Die Materialien zu KI, Cloud-Nutzung, digitalen Kompromissen und ökologischen Folgen der Digitalisierung betonen genau diese Verbindung von Chancen, Grenzen und Verantwortung. Besonders ergiebig sind dabei Zukunftsfragen wie: Wird Lernen stärker personalisiert oder stärker überwacht, wird Arbeit flexibler oder unsicherer, wird Technik nachhaltiger oder ressourcenintensiver, werden Informationen zugänglicher oder stärker gefiltert. Solche Fragen zeigen, dass Zukunft nicht einfach geschieht, sondern politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich mitgestaltet wird. Aus historischem Wissen folgt daher nicht nur Prognosefähigkeit, sondern auch Verantwortung für gegenwärtige Entscheidungen. Beispiele: Bildung, Arbeit, Umwelt, Datenschutz, Teilhabe, Regulierung, Kompetenz, Verantwortung.

  • ITU, Internetnutzung (ITU Facts and Figures 2025)
  • OECD, KI (OECD Artificial Intelligence)
  • IEA, Energie und KI (IEA Energy and AI)
  • WEF, Jobs 2025 (Future of Jobs Report 2025)
  • CERN, Web (Birth of the Web)
  • CHM, Zeitleiste (Computer History Museum Timeline)

15.4 Aufgaben für den Unterricht

15.4.1 Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft im Dreischritt vergleichen

Historisches Lernen gewinnt deutlich an Tiefe, wenn technische Entwicklungen nicht bei Jahreszahlen stehen bleiben, sondern in einer Linie von früheren Problemen über heutige Lösungen bis zu denkbaren nächsten Entwicklungsschritten beschrieben werden. Die Klasse arbeitet mit Themen wie Kommunikation, Datenspeicherung, Rechenleistung, Vernetzung oder Benutzerschnittstellen. Jede Gruppe wählt ein Thema und beschreibt drei Stufen: eine historische Ausgangslage, die heutige Situation und ein mögliches Zukunftsszenario. Dabei sollen Unterschiede, Kontinuitäten und offene Fragen sichtbar werden. So erkennen die Lernenden, dass Technikentwicklung nicht sprunghaft, sondern oft schrittweise und zugleich konflikthaft verläuft.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt eine Dreischritt-Tafel mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem Technikthema und erläutert, welche Entwicklungslinie sich daran besonders gut zeigen lässt.

  • Vergangenheit, Gegenwart
  • Zukunft, Wandel
  • Technikthema, Dreischritt
  • Vergleich, Muster
  • Chancen, Risiken
  • Tafelbild, Präsentation

15.4.2 Historische Muster in aktuellen Debatten aufspüren

Aktuelle Technikkonflikte werden besonders verständlich, wenn frühere Euphorien und Ängste mit heutigen Diskussionen verglichen werden, weil wiederkehrende Argumentationsmuster dadurch sichtbar und besser einordenbar werden. Die Gruppen erhalten Debattenpaare, etwa Automatisierung früher und KI heute, Fernsehen früher und soziale Medien heute, Großrechner früher und Cloud-Dienste heute. Zuerst sammeln sie, welche Hoffnungen und Sorgen damals genannt wurden. Danach übertragen sie diese auf heutige Diskussionen und prüfen, welche Argumente ähnlich geblieben sind und welche neu hinzugekommen sind. So entsteht ein reflektierter Blick auf gesellschaftliche Reaktionen auf Technik.

Arbeitsauftrag:

Die Schülerinnen und Schüler vergleichen zwei Technikdebatten aus unterschiedlichen Zeiten und erstellen eine Gegenüberstellung mit wiederkehrenden Mustern, neuen Problemen und bleibenden Fragen.

  • Debattenpaar, Vergleich
  • Hoffnung, Sorge
  • Muster, Unterschied
  • damals, heute
  • Uebertragung, Deutung
  • Gegenueberstellung, Diskussion

15.4.3 Zukunftsszenarien aus Trends ableiten

Zukunftsdenken wird besonders lernwirksam, wenn es nicht aus Fantasie allein entsteht, sondern aus beobachtbaren Entwicklungen, die beschrieben, gebündelt und in mehrere plausible Richtungen weitergedacht werden. Die Lehrkraft gibt aktuelle Trends vor, etwa KI im Alltag, mehr Vernetzung, steigende Datenmengen, automatisierte Assistenzsysteme, Plattformabhängigkeit oder wachsender Energiebedarf digitaler Systeme. Die Gruppen wählen zwei bis drei Trends aus und entwickeln daraus ein optimistisches, ein kritisches und ein gemischtes Zukunftsszenario. Wichtig ist, dass jede Zukunftsvorstellung aus den genannten Trends logisch abgeleitet wird und nicht als sichere Prognose dargestellt wird.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe entwickelt aus aktuellen Trends drei unterschiedliche Zukunftsszenarien und erklärt, welche Annahmen jeweils hinter dem Szenario stehen.

  • Trends, Annahmen
  • optimistisch, kritisch
  • gemischt, plausibel
  • KI, Vernetzung
  • Datenmengen, Energiebedarf
  • Szenarien, Begründung

15.4.4 Technikbiografien bis in die Gegenwart weiterdenken

Biografische Zugänge entfalten eine starke Lernwirkung, wenn Leistungen historischer Persönlichkeiten mit heutigen Technologien verbunden und in Gedanken auf zukünftige Entwicklungen weitergeführt werden. Die Gruppen wählen eine Person wie Ada Lovelace, Alan Turing, Konrad Zuse, Grace Hopper oder Tim Berners-Lee. Zuerst beschreiben sie den historischen Beitrag dieser Person. Danach zeigen sie, welche Spuren dieses Beitrags heute noch sichtbar sind. Abschließend formulieren sie, welche Entwicklung aus dieser Idee in Zukunft weiter wachsen könnte. So wird Technikgeschichte als fortlaufender Prozess mit erkennbaren Linien verstanden.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt ein Personenprofil mit drei Ebenen, historischer Beitrag, heutige Wirkung, mögliche Zukunftsrichtung.

  • Person, Beitrag
  • Wirkung, Gegenwart
  • Zukunft, Weiterdenken
  • Idee, Entwicklung
  • Profil, Verbindung
  • Vortrag, Austausch

15.4.5 Zukunftsrat zu Schule und Digitalisierung simulieren

Besonders tiefe Lernprozesse entstehen, wenn historische Erfahrung, Gegenwartsanalyse und Zukunftsplanung in einer Entscheidungssituation zusammengeführt werden und die Lernenden begründen müssen, welche Entwicklung sie für wünschenswert oder problematisch halten. Die Klasse simuliert einen Zukunftsrat für Schule und Gesellschaft im Jahr 2035. Rollen können etwa Lehrkraft, Schülerin, Elternteil, Softwarefirma, Datenschützerin oder Bildungsministerium sein. Jede Rolle bereitet aus historischer Erfahrung und aktueller Situation eine Position vor, etwa zu KI-Lernhilfen, digitaler Überwachung, Gerätepflicht oder Plattformnutzung. Danach diskutiert die Runde über Chancen, Grenzen und sinnvolle Regeln. Dadurch wird Zukunft als gestaltbar und konfliktbehaftet erfahrbar.

Arbeitsauftrag:

Die Schülerinnen und Schüler vertreten in einer Rollensimulation unterschiedliche Perspektiven und formulieren am Ende gemeinsame Empfehlungen für den Umgang mit zukünftigen digitalen Entwicklungen.

  • Zukunftsrat, Rollen
  • Schule, Digitalisierung
  • Position, Argumente
  • Chancen, Grenzen
  • Regeln, Empfehlungen
  • Rollenspiel, Auswertung

15.4.6 Technikfolgen an einem Alltagsgerät rückwärts und vorwärts denken

Alltagsnahe Geräte fördern starken Transfer, weil an ihnen historische Entwicklung, heutige Nutzung und mögliche Zukunft leicht miteinander verbunden und konkret auf Lebenswelt, Arbeit und Kommunikation bezogen werden können. Die Gruppen wählen ein Alltagsgerät wie Smartphone, Laptop, Smartwatch oder Sprachassistent. Zuerst beschreiben sie, welche technischen Entwicklungsschritte in diesem Gerät zusammenkommen, etwa Mikroprozessor, Vernetzung, grafische Oberfläche, Touchsteuerung oder Cloudanbindung. Danach analysieren sie die heutige Nutzung. Im letzten Schritt entwerfen sie, wie dieses Gerät in zehn bis fünfzehn Jahren aussehen oder genutzt werden könnte. So wird Geschichte im Gegenstand selbst sichtbar.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt ein Entwicklungsprofil zu einem Alltagsgerät mit den Abschnitten historische Wurzeln, heutige Nutzung und mögliche Zukunft.

  • Alltagsgeraet, Profil
  • Wurzeln, Nutzung
  • Zukunft, Wandel
  • Smartphone, Laptop
  • Funktionen, Folgen
  • Profilblatt, Präsentation

15.4.7 Zukunftsschlagzeilen kritisch schreiben

Zukünftige Entwicklungen werden besonders bewusst reflektiert, wenn Lernende aus historischen Linien und aktuellen Trends Schlagzeilen formulieren und anschließend prüfen, wie wahrscheinlich, wünschenswert oder problematisch diese Zukunftsbilder tatsächlich erscheinen. Die Gruppen verfassen mehrere Schlagzeilen aus dem Jahr 2040, etwa zu KI im Unterricht, vollautomatisierten Verkehrssystemen, persönlichen Datenräumen oder klimafreundlicher Rechentechnik. Danach schreiben sie zu jeder Schlagzeile eine kurze Erläuterung, welche historischen Entwicklungen und heutigen Trends dorthin führen könnten. In einem zweiten Schritt bewerten sie selbst, ob dieses Szenario eher plausibel, eher unsicher oder eher warnend gemeint ist.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt drei Zukunftsschlagzeilen mit kurzer Herleitung und ordnet jede Schlagzeile nach plausibel, umstritten oder unwahrscheinlich ein.

  • Schlagzeilen, Zukunft
  • Herleitung, Trends
  • plausibel, umstritten
  • unwahrscheinlich, kritisch
  • Geschichte, Gegenwart
  • Bewertung, Begründung

15.4.8 Kontinuitäten und Brüche in einer Entwicklungslinie markieren

Historische Urteilsfähigkeit wächst deutlich, wenn Lernende nicht nur Veränderungen sehen, sondern auch erkennen, was sich über längere Zeit gehalten hat und wo tatsächlich ein grundlegender Bruch stattgefunden hat. Die Lehrkraft gibt Entwicklungslinien vor, etwa von der Rechenmaschine zum KI-System, von der Lochkarte zur Cloud oder von der Großanlage zum tragbaren Gerät. Die Gruppen markieren in dieser Linie, was als Kontinuität gelten kann, etwa die Suche nach Effizienz oder Automatisierung, und wo ein Bruch liegt, etwa durch Vernetzung, Miniaturisierung oder künstliche Intelligenz. Danach erläutern sie, warum nicht jede Neuerung automatisch ein völliger Neubeginn ist.

Arbeitsauftrag:

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen eine Entwicklungslinie und kennzeichnen darin mindestens drei Kontinuitäten und drei Brüche mit kurzer Begründung.

  • Kontinuitaet, Bruch
  • Entwicklungslinie, Markierung
  • frueher, heute
  • Technikziel, Wandel
  • Begruendung, Deutung
  • Linie, Sicherung

15.4.9 Chancen-Risiken-Matrix für Zukunftsszenarien erstellen

Komplexe Zukunftsfragen werden besonders übersichtlich, wenn mögliche Entwicklungen systematisch nach Chancen und Risiken geordnet werden und dabei verschiedene gesellschaftliche Bereiche berücksichtigt werden. Die Gruppen wählen ein Zukunftsszenario, etwa KI in der Arbeitswelt, vollständig vernetzte Haushalte, digitale Medizin oder automatisierte Lernsysteme. Anschließend erstellen sie eine Matrix mit den Bereichen Bildung, Arbeit, Umwelt, Datenschutz und soziale Teilhabe. Für jeden Bereich formulieren sie Chancen und Risiken. Danach werden Prioritäten gesetzt, welche Folgen besonders stark oder besonders dringend erscheinen. Die Aufgabe hilft, Zukunftsbilder ausgewogen und nicht einseitig zu betrachten.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt zu einem Zukunftsszenario eine Chancen-Risiken-Matrix und formuliert am Ende ein begründetes Gesamturteil.

  • Szenario, Matrix
  • Chancen, Risiken
  • Bildung, Arbeit
  • Umwelt, Datenschutz
  • Teilhabe, Urteil
  • Prioritaeten, Ergebnis

15.4.10 Brief aus der Zukunft auf historischer Grundlage schreiben

Besonders nachhaltiges Lernen entsteht, wenn historische Kenntnisse in eine erzählerische, aber fachlich gebundene Form überführt werden und die Lernenden aus einer möglichen Zukunft auf die Entwicklungslinie zurückblicken. Die Schülerinnen und Schüler verfassen einen Brief oder Tagebucheintrag aus dem Jahr 2045. Die schreibende Person beschreibt, wie sich Technik, Alltag, Schule oder Arbeit verändert haben und welche historischen Schritte dorthin geführt haben. Der Text soll nicht frei erfunden sein, sondern auf bekannten Entwicklungslinien, aktuellen Trends und begründeten Annahmen beruhen. In der Auswertung wird geprüft, welche Aussagen besonders plausibel und welche eher spekulativ sind.

Arbeitsauftrag:

Jede Schülerin und jeder Schüler schreibt einen Zukunftstext, in dem Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft logisch miteinander verbunden werden.

  • Zukunftsbrief, Tagebuch
  • Vergangenheit, Gegenwart
  • Zukunft, Entwicklungslinie
  • Plausibilitaet, Annahmen
  • Alltag, Technik
  • Text, Reflexion

Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).

Kategorien: Informatik | 7. Klasse