Informatik 7: Berufsfelder in denen die Anwendung der IT eine bedeutende Rolle spielt, und die Vielfalt an IT-Berufen kategorisieren
16.1 Lernziele
- Berufsfelder benennen
- IT-Anwendungen erkennen
- Berufe zuordnen
- Kategorien bilden
- Aufgaben beschreiben
- Rollen vergleichen
- Branchen unterscheiden
- Anforderungen nennen
- Kompetenzen zuordnen
- Ausbildungswege benennen
- Entwicklungen reflektieren
- Chancen einschätzen
16.2 Lerninhalte
Berufliche Orientierung im IT-Bereich wird besonders verständlich, wenn Anwendungsfelder, Tätigkeiten, Berufsgruppen und Ausbildungswege gemeinsam betrachtet werden, weil digitale Technologien heute in fast allen Wirtschafts- und Lebensbereichen mit sehr unterschiedlichen Aufgabenprofilen verbunden sind.
IT als Querschnittstechnologie in vielen Berufsfeldern
Die Bedeutung der IT zeigt sich nicht nur in klassischen Computerberufen, sondern in zahlreichen Arbeitsfeldern, in denen digitale Systeme Planung, Kommunikation, Produktion, Analyse, Dokumentation und Entscheidungsfindung wesentlich unterstützen oder überhaupt erst ermöglichen. Die hochgeladenen Materialien nennen zahlreiche Lebens- und Arbeitsbereiche, in denen digitale Technologien eine wichtige Rolle spielen, darunter Medizin, Bildung, Verkehr, Finanzwesen, Architektur, Design und Landwirtschaft. Ergänzend zeigt Statistik Austria, dass der IKT-Einsatz in Unternehmen Themen wie Cloud Services, Data Analytics und Künstliche Intelligenz umfasst. Damit wird deutlich, dass IT nicht nur in Softwarefirmen, sondern quer durch Wirtschaft und Gesellschaft relevant ist. Für Schülerinnen und Schüler ist diese Breite besonders wichtig. Eine digitale Anwendung im Gesundheitsbereich kann Telemedizin, Terminverwaltung oder Bilddiagnostik unterstützen. Im
Verkehr arbeiten Navigationssysteme, Verkehrssteuerung und Fahrassistenz digital. In der Bildung prägen Lernplattformen, Schulverwaltung und interaktive Lernsoftware den Alltag. Im Handel sind Warenwirtschaft, Onlineshops und Bezahlsysteme zentral. Im Kreativbereich kommen Bildbearbeitung, Animation, Audio- und Videoproduktion hinzu. So wird verständlich, dass IT-Kompetenz in vielen Berufen eine bedeutende Rolle spielt, auch wenn der Beruf nicht „Informatiker“ heißt. Beispiele: Medizin, Bildung, Verkehr, Handel, Medien, Verwaltung, Industrie, Landwirtschaft.
Klassische IT-Berufsfelder
Eine erste Orientierung gelingt besonders gut, wenn typische IT-Berufe nach ihrem fachlichen Schwerpunkt geordnet werden, weil dadurch sichtbar wird, dass Software, Infrastruktur, Sicherheit, Daten und Beratung jeweils unterschiedliche Aufgaben und Arbeitsweisen erfordern. Das AMS beschreibt IT-Jobs unter anderem mit Anwendungsentwicklung, IT-Architekturen, Wartung, Beratung, technischer Dokumentation und Analysen. Eine ältere, aber inhaltlich weiterhin nützliche AMS-Berufsübersicht zu „Computer und IKT“ nennt Kategorien wie Softwaretechnik, Programmierung, Netzwerke, Infrastruktur, Sicherheit in der IKT, Hardware, Coding, E-Business und IT-Management. Dadurch lässt sich die Vielfalt klassischer IT-Berufe gut strukturieren. Zur Kategorie Software und Entwicklung gehören Berufe wie Softwareentwicklerin, App- Entwicklerin, Webentwicklerin oder Applikationsentwicklerin. Diese Berufe planen, programmieren, testen und verbessern Anwendungen. Zur Kategorie Systeme und Infrastruktur gehören Systemadministratorin, Netzwerkadministratorin, IT-Systemtechnikerin oder Cloud- Spezialistin. Diese Berufe sorgen dafür, dass Geräte, Server, Netzwerke und Dienste zuverlässig funktionieren. Zur Kategorie IT-Sicherheit gehören etwa Security Analyst, Penetration Tester oder IT-Sicherheitsbeauftragte. Sie prüfen Systeme, erkennen Schwachstellen und entwickeln Schutzmaßnahmen. Weitere klassische Bereiche sind Daten und Analyse mit Data Scientist, Data Analyst oder Datenbankadministratorin sowie Beratung und Organisation mit IT-Consultant, IT- Projektmanagerin oder Business Analyst. BIC beschreibt Informatiker*innen allgemein als Fachkräfte, die computertechnische und anwendungsorientierte Aufgaben übernehmen, Programme erstellen, installieren und weiterentwickeln. Diese Beschreibung passt gut als Oberbegriff für mehrere IT-Berufsfelder. Kategorien: Software, Infrastruktur, Sicherheit, Daten, Beratung, Management, Hardware, Support.
IT-Berufe nach Tätigkeitsprofilen kategorisieren
Die Vielfalt an IT-Berufen wird klarer, wenn nicht nur Berufsbezeichnungen gesammelt, sondern Tätigkeitsprofile verglichen werden, weil manche Rollen entwickeln, andere absichern, organisieren, analysieren, warten oder zwischen Technik und Fachabteilung vermitteln. Eine sinnvolle Kategorisierung orientiert sich an typischen Tätigkeiten. Entwickelnde Berufe entwerfen und programmieren Software, Apps, Webseiten oder automatisierte Abläufe. Betreuende Berufe richten Systeme ein, warten Geräte, verwalten Netzwerke und helfen bei Störungen. Analytische Berufe arbeiten mit Daten, Modellen, Berichten und Optimierungen.
Schützende Berufe befassen sich mit IT-Sicherheit, Zugriffsschutz und Angriffserkennung. Beratende Berufe verbinden technische Möglichkeiten mit organisatorischen Anforderungen und begleiten Projekte in Unternehmen. Diese Unterscheidung hilft besonders bei der Berufsorientierung, weil sie zeigt, dass nicht alle IT-Berufe gleich stark auf Programmierung ausgerichtet sind. Manche verlangen viel Kundenkontakt und Kommunikation, andere stärker analytisches Denken, wieder andere handwerklich-technisches Arbeiten mit Geräten oder Netzwerken. So können Schülerinnen und Schüler IT-Berufe eher nach Interessen, Stärken und bevorzugten Arbeitsweisen einordnen. Tätigkeiten: Entwickeln, Warten, Analysieren, Absichern, Beraten, Planen, Dokumentieren, Unterstützen.
IT in anderen Berufsfeldern
Digitale Kompetenzen prägen heute auch Berufe außerhalb der engeren IT-Branche, weshalb Berufsfelder mit bedeutender IT-Anwendung als eigene Kategorie betrachtet werden sollten, um den Unterschied zwischen IT-Beruf und Beruf mit starker IT-Nutzung bewusst zu machen. Ein Beispiel ist die Medizin. Dort arbeiten Menschen nicht unbedingt als Informatiker*innen, nutzen aber digitale Diagnosebilder, Patientenverwaltung, Telemedizin und medizinische Informationssysteme. In Architektur und Design spielen CAD-Software, 3D-Modellierung und digitale Planung eine große Rolle. In Finanzwesen und Handel gehören Datenbanken, Online- Banking, E-Commerce und Analysewerkzeuge zum Alltag. In Landwirtschaft und Umwelttechnik kommen GPS-Systeme, Drohnen, Sensorik und digitale Steuerung zum Einsatz. Diese Beispiele zeigen, dass IT-Fähigkeiten längst branchenübergreifend geworden sind. Auch in Kunst, Musik und Medien entstehen neue Berufsbilder durch digitale Werkzeuge. Die Materialien nennen ausdrücklich digitale Technologien in Kunst, Musik und Literatur als kreative Anwendungsfelder. Hinzu kommen Berufe wie Mediengestalterin, Audio-Producer, Video-Editor oder UX-Designerin, die zwar nicht immer zur Kerninformatik gezählt werden, aber stark mit Software, Plattformen und digitalen Produktionsprozessen arbeiten. Berufsfelder: Gesundheitswesen, Finanzwesen, Medien, Bildung, Design, Logistik, Verwaltung, Umwelttechnik.
Neue Berufsfelder durch KI, Daten und Automatisierung
Berufsorientierung braucht heute auch den Blick auf neu entstehende Rollen, weil KI, Automatisierung und datengetriebene Systeme klassische IT-Berufe verändern und zugleich neue Spezialisierungen hervorbringen, die vor wenigen Jahren noch kaum verbreitet waren. Die hochgeladenen Materialien betonen, dass KI neue Berufsfelder schafft und traditionelle Berufe verändert. BIC beschreibt AI-Spezialist*innen als Fachkräfte, die KI-Software entwickeln und programmieren, damit Systeme lernen, Informationen verarbeiten oder Sprache, Gesichter und Objekte erkennen können. Damit wird deutlich, dass neue IT-Berufe oft auf bestehenden Informatikberufen aufbauen, sich aber durch spezialisierte Aufgaben erweitern. Zu solchen neueren Rollen gehören etwa AI-Spezialistin, Machine-Learning-Engineer, Prompt- Designer, Data Engineer, Cloud Architect, Cybersecurity Analyst oder Spezialistin für digitale Plattformen. Daneben gewinnen interdisziplinäre Profile an Bedeutung. Das AMS Jobbarometer hebt hervor, dass IT-Fachkräfte mit interdisziplinären Kompetenzprofilen besonders gefragt
sind und neben technischem Wissen auch Projektmanagement, betriebswirtschaftliches Verständnis und Kommunikationsstärke brauchen. Beispiele: KI-Spezialistin, Data Engineer, Cloud Architect, Security Analyst, UX-Designerin, Automation Engineer, Prompting, Plattformmanagement.
Ausbildungswege und Zugänge zu IT-Berufen
Die Vielfalt der IT-Berufe spiegelt sich auch in unterschiedlichen Bildungswegen, weil Lehre, schulische Ausbildung, Studium, Spezialisierung und Weiterbildung je nach Berufsfeld und Tätigkeitsprofil verschiedene Einstiegsmöglichkeiten eröffnen. Das AMS Berufslexikon bietet Informationen zu vielen Berufen und Ausbildungswegen, BIC bündelt Berufsbeschreibungen und Interessenprofile, und die WKO beschreibt für Österreich IT-Lehrberufe ausdrücklich als wichtigen Ausbildungsweg. Genannt werden dort unter anderem Lehrberufe wie Applikationsentwicklung – Coding. Dadurch wird sichtbar, dass IT- Berufe nicht nur über ein Studium erreichbar sind, sondern über mehrere Zugänge erschlossen werden können. Für die schulische Berufsorientierung ist wichtig, dass unterschiedliche Rollen unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Ein Ausbildungsweg in der IT kann stärker praktisch, stärker technisch, stärker gestalterisch oder stärker analytisch ausgerichtet sein. Entscheidend ist deshalb, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur „den IT-Beruf“ suchen, sondern passende Kategorien, Interessen und Zugänge erkennen. Zugänge: Lehre, HTL, Studium, Kurs, Weiterbildung, Praxis, Spezialisierung, Umschulung.
Kompetenzen und Anforderungen in IT-Berufen
Berufliche Orientierung wird realistischer, wenn IT-Berufe nicht nur über technische Themen, sondern auch über typische Fähigkeiten beschrieben werden, weil Teamarbeit, Problemlösen, Genauigkeit und Kommunikation in vielen Rollen ebenso wichtig sind wie Fachwissen. Das AMS Jobbarometer betont neben technischem Wissen ausdrücklich Projektmanagementfähigkeiten, betriebswirtschaftliches Grundverständnis und Kommunikationsstärke. Daraus folgt, dass IT-Berufe nicht nur etwas für Menschen sind, die allein programmieren möchten. Viele Rollen verlangen Zusammenarbeit mit Kundinnen, Fachabteilungen, Design, Management oder Sicherheitsteams. Wer IT-Berufe kategorisiert, sollte deshalb auch zwischen reinen Technikschwerpunkten und stärker kommunikativen oder organisatorischen Profilen unterscheiden. Wichtige Kompetenzen sind je nach Rolle logisches Denken, Sorgfalt, Fehlersuche, Lernbereitschaft, Teamfähigkeit, Kreativität, Dokumentation und die Fähigkeit, technische Probleme verständlich zu erklären. Gerade diese Mischung macht die Vielfalt des Berufsfeldes aus und hilft Schülerinnen und Schülern, eigene Stärken mit möglichen Berufswegen zu verknüpfen. Kompetenzen: Logik, Teamarbeit, Kreativität, Genauigkeit, Kommunikation, Problemlösen, Lernbereitschaft, Verantwortung.
16.3 Weiterführende Links
- AMS Berufslexikon, Berufsinformationen
- AMS IT Jobs, Tätigkeitsfelder
- AMS Jobbarometer, IT-Analyse und -Organisation
- BIC, Informatiker*in
- BIC, Berufsinformation allgemein
- BIC, AI-Spezialist*in
- WKO, IT-Ausbildung
- WKO, IT-Lehrberufe
- Statistik Austria, IKT-Einsatz in Unternehmen
16.4 Aufgaben für den Unterricht
16.4.1 Berufsfelder-Matrix erstellen
Eine systematische Matrix macht die Breite digital geprägter Arbeitswelten besonders sichtbar, weil Lernende gleichzeitig Branchen, typische IT-Anwendungen und mögliche Berufsrollen gegenüberstellen und dadurch Zusammenhänge zwischen Techniknutzung und Berufsfeld deutlich erkennen. Die Klasse sammelt zunächst verschiedene Berufsfelder, etwa Medizin, Handel, Bildung, Industrie, Medien, Verkehr oder Verwaltung. Danach tragen die Gruppen zu jedem Feld typische IT-Anwendungen ein, etwa Datenbanken, Diagnosesoftware, Onlineshops, Robotik, Lernplattformen oder Netzwerke. Im dritten Schritt ergänzen sie passende Berufe. So entsteht eine übersichtliche Matrix, die zeigt, dass IT nicht nur in Softwarefirmen, sondern in vielen Branchen zentral ist.
Jede Gruppe erstellt eine Berufsfelder-Matrix mit mindestens sechs Branchen, passenden IT- Anwendungen und dazugehörigen Berufen und erläutert anschließend zwei besonders überraschende oder vielseitige Beispiele.
- Branchen, Anwendungen
- Berufe, Matrix
- Medizin, Handel
- Bildung, Industrie
- Vergleich, Überblick
- Präsentation, Sicherung
16.4.2 IT-Berufe nach Tätigkeiten kategorisieren
Die Vielfalt an IT-Berufen wird besonders verständlich, wenn Berufsbezeichnungen nicht alphabetisch gesammelt, sondern nach ihren typischen Tätigkeiten geordnet werden, weil dadurch Unterschiede zwischen Entwickeln, Analysieren, Betreuen, Absichern und Beraten klarer hervortreten. Die Lehrkraft gibt Karten mit Berufsbezeichnungen aus, etwa Softwareentwicklerin, Data Analyst, IT-Support, Netzwerktechnikerin, UX-Designerin, IT-Sicherheitsfachkraft oder Projektmanagerin. Die Gruppen ordnen diese Karten selbst gewählten Kategorien zu. Danach vergleichen sie ihre Kategorien mit anderen Gruppen und diskutieren, warum manche Berufe mehreren Bereichen zugeordnet werden könnten. So entsteht ein differenziertes Bild beruflicher Rollen.
Die Schülerinnen und Schüler sortieren Berufskarten in sinnvolle Kategorien, benennen ihre Ordnungskriterien und erklären, warum einzelne Berufe zwischen mehreren Gruppen liegen können.
- Berufskarten, Kategorien
- Entwickeln, Betreuen
- Analysieren, Absichern
- Beraten, Gestalten
- Ordnungskriterium, Begründung
- Vergleich, Diskussion
16.4.3 Berufe-Steckbriefe mit Kompetenzprofilen verfassen
Berufsbilder bleiben besonders gut im Gedächtnis, wenn Tätigkeiten, Arbeitsmittel, typische Aufgaben und benötigte Kompetenzen in kompakten Profilen zusammengeführt werden, die Berufsnamen mit konkreten Vorstellungen und realistischen Anforderungen verbinden. Jede Gruppe wählt zwei IT-Berufe oder Berufe mit starker IT-Nutzung aus. Zu jedem Beruf erstellt sie einen Steckbrief mit Aufgaben, eingesetzten Technologien, typischen Arbeitsorten, wichtigen Kompetenzen und möglichen Ausbildungswegen. Anschließend werden die Profile im Raum aufgehängt und im Gallery Walk verglichen. So können die Lernenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Berufen schnell erfassen.
Jede Gruppe erstellt zwei Berufssteckbriefe mit Aufgaben, Werkzeugen, Kompetenzen und Zugängen und markiert, welche Eigenschaften für die gewählten Berufe besonders wichtig sind.
- Steckbrief, Aufgaben
- Werkzeuge, Kompetenzen
- Ausbildung, Zugang
- Software, Daten
- Vergleich, Profil
- Gallery Walk, Austausch
16.4.4 IT im Alltag anderer Berufe untersuchen
Ein vertieftes Verständnis entsteht besonders dann, wenn Lernende erkennen, dass viele Berufe keine reinen IT-Berufe sind, aber dennoch stark von digitalen Systemen, Software und Datenverarbeitung geprägt werden. Die Gruppen wählen Alltagsberufe wie Ärztin, Landwirt, Logistikplanerin, Lehrkraft, Architekt oder Mediengestalterin. Danach untersuchen sie, welche Rolle IT in diesem Beruf spielt, etwa durch Diagnosesoftware, GPS-Steuerung, Terminverwaltung, Lernplattformen, CAD oder Schnittsoftware. Im Anschluss entscheiden sie, ob es sich eher um einen IT-Beruf oder um einen Beruf mit hoher IT-Anwendung handelt. Das fördert begriffliche Klarheit und berufliche Orientierung zugleich.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren ausgewählte Berufe außerhalb der Kerninformatik und beschreiben, welche digitalen Werkzeuge dort unverzichtbar oder besonders prägend sind.
- Alltagsberufe, Analyse
- Werkzeuge, Software
- Daten, Systeme
- IT-Beruf, IT-Nutzung
- Abgrenzung, Erklärung
- Beispiele, Ergebnis
16.4.5 Berufsbilder-Ranking nach Interessen und Stärken
Berufsorientierung wird besonders wirksam, wenn Schülerinnen und Schüler IT-Berufe mit eigenen Interessen und Stärken in Beziehung setzen und dadurch Unterschiede zwischen technischem Können, kreativer Gestaltung, Teamarbeit und analytischem Denken bewusst reflektieren. Die Klasse sammelt zunächst Kriterien wie Kreativität, mathematisches Denken, Kommunikation, Genauigkeit, Problemlösen oder Teamarbeit. Danach wählen die Gruppen mehrere IT-Berufe aus und ordnen sie entlang dieser Kriterien ein. Im zweiten Schritt reflektieren die Lernenden, welche Berufe eher zu ihren eigenen Stärken oder Interessen passen könnten. So entsteht ein persönlicherer Zugang zur Vielfalt digitaler Berufsfelder.
Jede Gruppe erstellt ein Ranking mehrerer IT-Berufe nach vorgegebenen Kompetenzkriterien und erläutert anschließend, welche Berufe zu unterschiedlichen Interessenprofilen besonders gut passen könnten.
- Interessen, Staerken
- Kreativitaet, Logik
- Teamarbeit, Genauigkeit
- Ranking, Kriterien
- Passung, Reflexion
- Profil, Austausch
16.4.6 Ausbildungswege vergleichen
Ein realistisches Bild von IT-Berufen entsteht besonders dann, wenn Lernende nicht nur Tätigkeiten kennen, sondern auch sehen, dass unterschiedliche Ausbildungswege zu ähnlichen oder verschiedenen Berufsfeldern führen können. Die Gruppen untersuchen für ausgewählte Berufe verschiedene Zugänge, etwa Lehre, berufsbildende Schule, Studium, Weiterbildung oder Quereinstieg. Danach vergleichen sie, welche Wege für welche Tätigkeitsprofile besonders typisch sind und wo mehrere Wege offenstehen. Die Aufgabe stärkt Berufsorientierung, weil sie zeigt, dass IT-Berufe nicht an einen einzigen Bildungsweg gebunden sind.
Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Ausbildungswege für mehrere IT-Berufe und erstellen eine Übersicht, welche Zugänge eher praktisch, eher theoretisch oder eher spezialisiert ausgerichtet sind.
- Lehre, Schule
- Studium, Weiterbildung
- Quereinstieg, Praxis
- Wege, Vergleich
- praktisch, theoretisch
- Übersicht, Begründung
16.4.7 Rolleninterview zu einem IT-Beruf vorbereiten
Perspektivenübernahme fördert starken Lernerfolg, weil Berufsbilder nicht nur von außen beschrieben, sondern aus der Sicht einer fiktiven Fachkraft erklärt werden und dadurch Tätigkeiten, Anforderungen und Arbeitsrealitäten lebendiger verständlich werden. Die Gruppen wählen einen IT-Beruf und entwickeln ein Interview mit typischen Fragen zu Aufgaben, Projekten, Teamarbeit, Problemen, Ausbildung und Zukunftschancen. Eine Person übernimmt die Rolle, eine zweite führt das Interview. Die übrigen Gruppen geben Rückmeldung, ob das Berufsbild klar und plausibel dargestellt wurde. Dadurch werden Fachbegriffe, Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen in eine sprechende Form überführt.
Jede Gruppe erstellt ein Rolleninterview zu einem IT-Beruf und macht darin typische Aufgaben, Werkzeuge und Anforderungen für die Klasse anschaulich.
- Rolleninterview, Fragen
- Aufgaben, Werkzeuge
- Teamarbeit, Ausbildung
- Probleme, Chancen
- Berufsbild, Darstellung
- Szene, Rückmeldung
16.4.8 Berufsfelder-Messe im Klassenzimmer organisieren
Eine kleine Messe erzeugt besonders nachhaltige Lernprozesse, weil jede Gruppe Inhalte eigenständig aufbereitet und zugleich von vielen anderen Gruppen lernt, wodurch ein breites Bild der IT-Berufswelt in kurzer Zeit entsteht. Jede Gruppe gestaltet einen Stand zu einem Berufsfeld wie Software, Daten, IT-Sicherheit, Medienproduktion, Netzwerke, Robotik oder Support. Der Stand enthält Berufskategorien, typische Aufgaben, eingesetzte Technologien und Beispiele aus Branchen mit starker IT- Anwendung. Beim Rundgang sammeln die Lernenden Informationen auf einem Laufzettel und vergleichen anschließend, welche Berufsfelder sie besonders interessant oder vielseitig fanden.
Die Gruppen planen einen Messestand zu einem IT-Berufsfeld und bereiten Materialien so auf, dass Mitschülerinnen und Mitschüler Aufgaben, Beispiele und Berufskategorien schnell verstehen können.
- Messestand, Berufsfeld
- Aufgaben, Technologien
- Kategorien, Beispiele
- Laufzettel, Rundgang
- Austausch, Überblick
- Auswertung, Sicherung
16.4.9 Zukunft neuer IT-Berufe diskutieren
Die Auseinandersetzung mit neuen digitalen Rollen fördert besonders tiefe Lernwirkungen, weil Lernende erkennen, dass IT-Berufe nicht statisch sind, sondern sich durch KI, Datenanalyse, Automatisierung und neue Plattformen laufend verändern. Die Lehrkraft gibt Beispiele neuerer Berufsbilder wie KI-Spezialist*in, Data Engineer, Cloud Architect, Prompt Designer oder Cybersecurity Analyst. Die Gruppen untersuchen, welche älteren Berufsfelder darin weiterleben und welche neuen Anforderungen hinzugekommen sind. Danach diskutieren sie, welche IT-Berufe in Zukunft eher an Bedeutung gewinnen könnten und warum. So verbindet die Aufgabe Gegenwartsanalyse mit Zukunftsorientierung.
Die Schülerinnen und Schüler vergleichen klassische und neuere IT-Berufe und formulieren begründete Vermutungen darüber, welche Rollen in den nächsten Jahren wichtiger werden könnten.
- klassische Berufe, neue Berufe
- KI, Daten
- Cloud, Sicherheit
- Wandel, Bedeutung
- Vermutung, Begründung
- Diskussion, Transfer
16.4.10 Persönliches Berufsorientierungsblatt erstellen
Berufsorientierung wird besonders wirksam, wenn Informationen am Ende auf die eigene Person bezogen werden und Lernende aus der Vielfalt an Möglichkeiten eine erste, reflektierte Auswahl treffen. Zum Abschluss erstellt jede Schülerin und jeder Schüler ein persönliches Berufsorientierungsblatt. Darin werden drei interessante Berufsfelder, passende Berufe, wichtige Kompetenzen und mögliche nächste Informationsschritte festgehalten. Außerdem reflektieren die Lernenden, in welchen Berufsfeldern IT eine bedeutende Rolle spielt und welche Kategorien von IT-Berufen sie besonders ansprechen. So wird aus fachlichem Überblick eine erste individuelle Orientierung.
Jede Schülerin und jeder Schüler erstellt ein persönliches Blatt mit interessanten Berufsfeldern, passenden IT-Berufen, eigenen Stärken und möglichen nächsten Schritten der weiteren Berufsorientierung.
- Berufsfelder, Interessen
- IT-Berufe, Staerken
- Kompetenzen, Wege
- Auswahl, Reflexion
- naechste Schritte, Ziel
- Blatt, Sicherung
Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).