Informatik 7: Informationen und Medien gezielt suchen und auswählen

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Gezielte Informationssuche verlangt eine klare Suchabsicht, passende Dienste, wirksame Suchstrategien, kritische Bewertung und bewusste Auswahl, damit Schülerinnen und Schüler Ergebnisse nicht nur finden, sondern ihre Qualität, Relevanz und Verwendbarkeit begründet einschätzen können.

2.1 Lernziele

  • Suchziele formulieren
  • Suchbegriffe wählen
  • Quellen auswählen
  • Dienste unterscheiden
  • Operatoren nutzen
  • Treffer filtern
  • Rankings verstehen
  • Quellen prüfen
  • Medien auswählen
  • Ergebnisse vergleichen
  • Suchspuren reflektieren
  • Datenschutz beachten

2.2 Lerninhalte

Wirksame Recherche entsteht aus dem Zusammenspiel von Fragestellung, Suchbegriffen, Dienstauswahl, Filterung, Bewertung und Reflexion, sodass Informationen und Medien nicht zufällig gefunden, sondern methodisch gesucht, überprüft und passend zum Arbeitsziel ausgewählt werden.

Suchziele und Suchaufträge präzisieren

Am Beginn jeder erfolgreichen Recherche steht eine klar eingegrenzte Frage, weil ungenaue Suchaufträge meist zu unpassenden Treffern führen, während präzise formulierte Ziele passende Suchbegriffe, geeignete Dienste und sinnvolle Auswahlkriterien bereits vorbereiten. Eine gute Suche beginnt nicht mit dem Tippen in ein Suchfeld, sondern mit der Entscheidung, was genau gesucht wird. Dabei hilft die Unterscheidung zwischen Sachinformation, Bildmaterial, Statistik, Nachricht, wissenschaftlicher Quelle, Videoanleitung oder frei nutzbarem Medium. Wer nach „Vulkane“ sucht, bekommt sehr breite Ergebnisse. Wer nach „aktuelle Bilder eines Schildvulkans für den Geografieunterricht“ sucht, arbeitet bereits zielgerichteter. Hilfreiche Leitfragen sind: Was suche ich genau, wofür brauche ich es, wie aktuell muss es sein, für welches Fach oder Produkt soll es verwendet werden, welches Format ist geeignet. Daraus entstehen präzisere Suchaufträge, zum Beispiel „kindgerechte Erklärung Photosynthese“, „statistische Daten Jugendsport Österreich“, „lizenzfreie Mittelalterbilder“, „Erklärvideo Bruchrechnen deutsch“.

Beispiele für Suchziele: Überblick, Definition, Bildquelle, Statistik, Hintergrundtext, Unterrichtsvideo, Primärquelle, Vergleichsmaterial.

Passende Dienste und Angebote auswählen

Unterschiedliche Suchdienste erfüllen unterschiedliche Aufgaben, weshalb die Auswahl des passenden Angebots oft genauso wichtig ist wie die Suchanfrage selbst und über Relevanz, Vertrauenswürdigkeit, Medienart und Weiterverwendbarkeit der Ergebnisse entscheidet. Allgemeine Suchmaschinen eignen sich für einen ersten Überblick. Bekannte Beispiele sind Google, Bing, Yahoo und DuckDuckGo. Sie bieten meist Websuche, Bildersuche, Videosuche und weitere Spezialbereiche. DuckDuckGo hebt zusätzlich Datenschutzaspekte hervor. Solche Dienste sind nützlich, wenn eine Fragestellung offen ist oder verschiedene Quellenarten schnell gesammelt werden sollen. Spezialisierte Angebote sind oft besser, wenn gezielt hochwertige oder bestimmte Medienarten benötigt werden. Für wissenschaftliche Texte eignen sich Fachdatenbanken und Angebote wie Google Scholar, JSTOR oder PubMed. Für kulturelle Objekte und historische Materialien sind Europeana und Wikimedia Commons hilfreich. Für offen lizenzierte Medien eignen sich Suchangebote wie Openverse oder die Mediensuche in Wikimedia Commons besonders gut. Auch innerhalb derselben Aufgabe können mehrere Dienste sinnvoll sein. Ein Referat über den Regenwald kann mit einer allgemeinen Suchmaschine beginnen, durch einen Bibliothekskatalog vertieft werden und mit Europeana oder Wikimedia Commons nach Bildern ergänzt werden. Gerade diese Kombination verbessert die Qualität der Auswahl deutlich. Beispiele für Angebote: Suchmaschine, Datenbank, Mediathek, Bibliothekskatalog, Nachrichtenportal, Bildarchiv, Videoportal, Lernplattform.

Suchbegriffe, Suchoperatoren und Suchsyntax nutzen

Treffsichere Recherche entsteht häufig aus der bewussten Wahl von Schlüsselbegriffen, Kombinationen und Suchoperatoren, weil bereits kleine Veränderungen der Anfrage dazu führen können, dass Ergebnisse ungenauer, präziser, breiter oder thematisch ganz anders werden. Zunächst werden Schlüsselbegriffe gesammelt. Dabei lohnt es sich, Oberbegriffe, Unterbegriffe, Synonyme und Fachbegriffe zu notieren. Wer Informationen zu Plastik im Meer sucht, kann auch mit „Meeresmüll“, „Mikroplastik“, „Ozean Verschmutzung“ oder „marine pollution“ arbeiten. Mehrsprachige Suche erweitert die Treffermenge zusätzlich, besonders bei wissenschaftlichen oder internationalen Themen. Wichtige Suchmethoden sind Anführungszeichen für exakte Wortgruppen, Boolesche Verknüpfungen wie AND, OR, NOT sowie die Verfeinerung durch Ausschlüsse. Beispiele: "soziale Medien" AND Teenager, "Klimawandel" NOT Werbung, "Römisches Reich" OR Antike. Google beschreibt Suchoperatoren wie Anführungszeichen und site: zur Eingrenzung auf eine bestimmte Domain, DuckDuckGo bietet ebenfalls erweiterte Syntax und sogenannte !Bang-Weiterleitungen auf andere Suchangebote. Besonders wirksam ist die Kombination aus Thema, Format und Zielgruppe. Statt nur „Bienen“ einzugeben, kann gesucht werden nach „Bienen Bestäubung Erklärung Kinder“,

„Bienensterben Statistik Europa“, „Bienen Foto CC“, „Bienen Arbeitsblatt PDF“. So wird die Suche nicht länger allgemein, sondern auf die tatsächliche Verwendung ausgerichtet. Beispiele für Suchanfragen: "Erster Weltkrieg Ursachen", site:orf.at Medienbildung, Plastikmüll Statistik, Bruchrechnen Video, Mittelalter Bild CC.

Filter, Sortierung und Verfeinerung anwenden

Viele Treffer werden erst dann wirklich brauchbar, wenn Suchergebnisse nach Datum, Format, Sprache, Region, Medienart oder Nutzbarkeit gefiltert werden, weil so aus einer großen Ergebnismenge gezielt eine kleinere und passendere Auswahl entsteht. Suchmaschinen und Datenbanken bieten oft zusätzliche Werkzeuge, die im Unterricht ausdrücklich geübt werden sollten. Dazu zählen Zeitfilter für aktuelle Ergebnisse, Sprachfilter für deutschsprachige Quellen, Medienfilter für Bilder oder Videos und Eingrenzungen nach Region oder Dokumenttyp. Bei Europeana werden etwa Filter wie Medienart und Nutzbarkeit hervorgehoben, und Wikimedia Commons bietet eine bildorientierte Mediensuche mit strukturierten Daten. Die Verfeinerung erfolgt schrittweise. Zuerst wird breit gesucht, danach werden unpassende Ergebnisse erkannt und die Suchanfrage verändert. Wird zu viel gefunden, wird die Suche präziser. Wird zu wenig gefunden, werden Begriffe vereinfacht oder erweitert. Gute Recherche ist daher ein Prozess aus Prüfen, Anpassen, Neuversuchen. Beispiele für Filter: Datum, Sprache, Region, Bildtyp, Videolänge, Lizenz, Quelle, Dateiformat.

Treffer und Quellen kritisch bewerten

Nicht jeder Treffer ist geeignet, auch wenn er weit oben erscheint, denn Suchmaschinen ordnen Ergebnisse nach Relevanzsignalen, Algorithmen und weiteren Faktoren, wodurch Sichtbarkeit nicht automatisch mit Qualität, Glaubwürdigkeit oder Neutralität gleichzusetzen ist. Zur Bewertung helfen klare Kriterien. Wichtig sind Autorenschaft, Aktualität, fachliche Qualität, Quellenangaben, Zielgruppe, Sprache, Werbeanteil und erkennbare Absicht. Eine Universitätsseite, ein Ministerium oder ein Museum hat meist eine andere Aussagekraft als ein anonymer Blogeintrag. Auch gut gestaltete Seiten können unzuverlässig sein, wenn Belege fehlen oder stark emotionalisiert wird. Treffer sollten deshalb verglichen werden. Mindestens zwei bis drei Quellen zu prüfen, ist besonders bei umstrittenen Themen sinnvoll. Stimmen zentrale Aussagen überein, steigt die Verlässlichkeit. Weichen sie stark ab, muss nach Ursache, Perspektive oder Interessenlage gefragt werden. Diese vergleichende Prüfung gehört zum Kern gezielter Auswahl. Prüfkriterien: Autor, Datum, Quelle, Absicht, Belege, Sprache, Werbung, Perspektive.

Informationen und Medien passend auswählen

Auswahl bedeutet mehr als Finden, weil Ergebnisse zur Aufgabe, zum Alter der Zielgruppe, zum benötigten Format und zur rechtlichen Nutzbarkeit passen müssen, damit Informationen und Medien tatsächlich sinnvoll weiterverarbeitet werden können. Für ein Referat ist oft eine gut verständliche Übersicht geeignet, für eine Argumentation eher eine belastbare Statistik oder Fachquelle, für ein Plakat ein aussagekräftiges Bild, für ein Video

ein kurzes und klar strukturiertes Beispiel. Deshalb reicht es nicht, einen Treffer „interessant“ zu finden. Er muss zum Produkt passen. Auch Länge, Schwierigkeitsgrad und Darstellungsform spielen eine Rolle. Bei Medien kommt die Frage der Nutzung hinzu. Nicht jedes gefundene Bild darf in Arbeitsblättern, Präsentationen oder auf Schulwebseiten weiterverwendet werden. Suchangebote wie Europeana, Wikimedia Commons und Openverse unterstützen die gezielte Suche nach Medien und bieten Hinweise zu Rechten, Lizenzen oder Nutzbarkeit. Für die Unterrichtspraxis ist das besonders wichtig. Auswahlkriterien: Relevanz, Verständlichkeit, Aktualität, Bildqualität, Lizenzstatus, Quellenwert, Zielgruppe, Format.

Personalisierung, Suchblasen und Datenschutz reflektieren

Suchergebnisse entstehen nicht für alle Menschen identisch, weil personalisierte Suchroutinen, gesammelte Nutzerdaten und algorithmische Gewichtungen beeinflussen können, welche Inhalte sichtbar werden und welche Perspektiven eher verborgen bleiben. Personalisierung kann nützlich sein, weil Ergebnisse oft schneller als passend erscheinen. Gleichzeitig entstehen Risiken wie Filterblasen, eingeschränkte Perspektiven oder die verstärkte Wiederholung bereits bekannter Interessen. Schülerinnen und Schüler sollten deshalb lernen, dass dieselbe Suchanfrage auf verschiedenen Geräten, Konten oder Diensten unterschiedliche Ergebnisse liefern kann. Zur Gegensteuerung helfen Vergleichssuchen in unterschiedlichen Diensten, das bewusste Löschen von Suchverläufen, das Prüfen von Datenschutzeinstellungen und die Nutzung datenschutzfreundlicher Suchangebote. Solche Maßnahmen fördern informationelle Selbstbestimmung und machen Suchprozesse transparenter. Beispiele für Reflexionsfragen: Wer sieht was, warum zuerst, welche Daten wirken, welche Quellen fehlen, welche Alternativen gibt es.

Recherche dokumentieren und Ergebnisse sichern

Nachhaltige Recherche wird sichtbarer und überprüfbarer, wenn Suchwege, Begriffe, Quellen und Auswahlentscheidungen dokumentiert werden, weil dadurch Ergebnisse nachvollzogen, verbessert, verglichen und in späteren Arbeitsphasen leichter weiterverwendet werden können. Sinnvoll sind Suchprotokolle mit Suchbegriffen, Diensten, Filtern, Treffern und einer kurzen Begründung für die Auswahl. So wird erkennbar, warum eine Quelle verwendet oder verworfen wurde. Gerade bei Gruppenarbeiten verbessert das die Zusammenarbeit, weil alle Beteiligten auf denselben Stand zugreifen können. Auch das Speichern von Links, Screenshots, Zitaten und Lizenzhinweisen ist wichtig. Wer später eine Präsentation, ein Erklärvideo oder ein Arbeitsblatt erstellt, spart viel Zeit, wenn Quellen bereits geordnet und korrekt notiert wurden. Recherche endet daher nicht beim Finden, sondern mit strukturierter Sicherung und begründeter Auswahl. Beispiele für Dokumentation: Suchprotokoll, Linkliste, Screenshot, Notizzettel, Quellenblatt, Lizenznotiz, Vergleichstabelle.

  • Google Hilfe, https://support.google.com/websearch/answer/2466433
  • DuckDuckGo Syntax, https://duckduckgo.com/duckduckgo-help-pages/results/syntax
  • DuckDuckGo Bangs, https://duckduckgo.com/duckduckgo-help-pages/features/bangs
  • Europeana Hilfe, https://www.europeana.eu/en/help
  • Europeana Suchtipps, https://www.europeana.eu/en/help/search-tips
  • Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Media_search
  • Openverse, https://docs.openverse.org/

2.4 Aufgaben für den Unterricht

2.4.1 Recherchewerkstatt mit Suchplan

Eine strukturierte Rechercheaufgabe entfaltet besonders starke Lernwirkungen, wenn Lernende Suchziele präzisieren, Schlüsselbegriffe entwickeln, passende Dienste auswählen und ihre Suchstrategie vor dem eigentlichen Suchen bewusst planen, statt unmittelbar mit unklaren Eingaben zu beginnen. Die Klasse erhält mehrere Themen, etwa „Auswirkungen von Fast Fashion“, „Bedeutung von Bienen für Ökosysteme“ oder „Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Alltag“. Jede Gruppe formuliert zunächst ein genaues Suchziel und hält fest, welche Art von Ergebnis benötigt wird, etwa Überblickstext, Statistik, Bildquelle, Erklärvideo oder Fachartikel. Danach sammeln die Lernenden Schlüsselbegriffe, Synonyme, Oberbegriffe und mögliche englische Begriffe. Erst im nächsten Schritt wählen sie passende Dienste aus, etwa allgemeine Suchmaschine, Bildsuche, Datenbank oder Mediathek. Der Lerngewinn entsteht vor allem dadurch, dass Suchstrategien sichtbar gemacht werden. Schülerinnen und Schüler erleben, dass gute Recherche mit Planung beginnt und dass unpräzise Anfragen meist schwächere Ergebnisse liefern als gezielte, vorbereitete Suchwege. Die Lehrkraft begleitet mit Leitfragen, greift aber erst ein, nachdem die Gruppen ihre erste Strategie selbst erprobt haben.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe erstellt vor der Recherche einen Suchplan und dokumentiert anschließend, welche Begriffe und Dienste gut funktioniert haben und welche verändert werden mussten. Material, Tablets Themenkarten, Arbeitsblatt Suchplan, Tabelle

Begriffe, Synonyme Dienste, Quellen Ergebnis, Reflexion

2.4.2 Suchmaschinenvergleich mit gleichem Suchauftrag

Ein direkter Vergleich mehrerer Suchdienste macht Unterschiede in Trefferlisten, Darstellungsformen und Schwerpunkten erkennbar, wodurch Lernende verstehen, dass Suchergebnisse nicht neutral erscheinen, sondern von Diensten, Algorithmen, Einstellungen und Suchoberflächen beeinflusst werden. Die Lernenden bearbeiten denselben Suchauftrag in mindestens drei Diensten, etwa Google, Bing und DuckDuckGo oder in Kombination mit einer Bildsuche und einer wissenschaftlichen Suche. Gesucht wird beispielsweise nach „Plastikmüll Meer Statistik“, „Mittelalter Burg Bild“ oder „soziale Medien Jugendliche Auswirkungen“. Danach vergleichen die Gruppen die ersten Treffer, deren Reihenfolge, die sichtbaren Zusatzinformationen und die Art der angebotenen Inhalte. Besonders lernwirksam ist die gemeinsame Auswertung. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass verschiedene Suchmaschinen verschiedene Schwerpunkte setzen und dass Trefferlisten nicht identisch sein müssen. Dadurch wächst ein reflektierter Umgang mit Suchdiensten, weil Ergebnisse nicht bloß übernommen, sondern als Auswahlleistung eines Systems verstanden werden.

Arbeitsauftrag:

Die Gruppen dokumentieren die ersten zehn Treffer ihrer Suchdienste und markieren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Auffälligkeiten. Anschließend begründen sie, welcher Dienst für welchen Suchzweck besonders geeignet war. Suchauftrag, Vergleich Trefferliste, Reihenfolge Bildsuche, Websuche Quelle, Datum Dienst, Eignung Begründung, Präsentation

2.4.3 Operatorentraining mit Trefferverbesserung

Kleine Veränderungen in der Suchanfrage führen oft zu deutlich besseren Ergebnissen, weshalb gezieltes Training mit Anführungszeichen, Booleschen Operatoren, Ausschlüssen und Filtern eine besonders wirksame Grundlage für selbstständige und erfolgreiche Informationssuche bildet. Die Lehrkraft gibt bewusst unpräzise Suchanfragen vor, etwa „Wasser“, „Römer“, „Bienen“ oder „Klima“. Die Aufgabe besteht darin, diese so zu verbessern, dass ein konkretes Arbeitsziel erfüllt wird. Aus „Bienen“ wird zum Beispiel „Bienen Bestäubung Erklärung Kinder“, „Bienensterben Österreich Statistik“ oder "Bienensterben" AND Landwirtschaft. Danach testen die Lernenden, wie sich die Treffer verändern, wenn Anführungszeichen, AND, OR, NOT oder Datumsfilter eingesetzt werden. Der hohe Lernwert liegt darin, dass die Wirkung einzelner Suchtechniken unmittelbar sichtbar wird. Lernende erfahren nicht nur, dass Operatoren existieren, sondern erleben, wann sie

sinnvoll sind und wie aus einer vagen Suche eine zielgerichtete Recherche wird. Besonders stark ist die Aufgabe, wenn jede Gruppe am Ende eine eigene Vorher-Nachher-Dokumentation präsentiert.

Arbeitsauftrag:

Aus fünf ungenauen Suchanfragen sollen fünf verbesserte Suchanfragen entwickelt, getestet und begründet werden. Die Gruppe erklärt anschließend, welche Veränderung den größten Qualitätsgewinn gebracht hat. Anfrage, Version Operator, Filter Zitat, Phrase Trefferzahl, Relevanz Vorher, Nachher Begründung, Wirkung

2.4.4 Quellencheck mit Bewertungsraster

Gezielte Auswahl wird erst dann belastbar, wenn Informationen anhand nachvollziehbarer Kriterien geprüft werden, sodass Lernende Autorenschaft, Aktualität, Objektivität, Belege und Interessenlage bewusst untersuchen und zwischen brauchbaren sowie problematischen Quellen unterscheiden können. Mehrere vorbereitete Webseiten, Artikel oder Beiträge zum selben Thema werden verteilt, darunter verlässliche, veraltete, werbliche und fragwürdige Beispiele. Die Lernenden prüfen jede Quelle mit einem Raster. Sie suchen nach Autor, Veröffentlichungsdatum, institutionellem Hintergrund, sprachlichen Auffälligkeiten, Belegen und möglichen Interessen. Danach ordnen sie die Quellen auf einer Skala von „sehr geeignet“ bis „nicht geeignet“ ein und begründen jede Entscheidung. Die Aufgabe entfaltet hohe Lernwirkungen, weil Bewertung nicht abstrakt bleibt. Schülerinnen und Schüler müssen Unterschiede tatsächlich erkennen und argumentativ begründen. Der Vergleich mehrerer Quellen zum selben Thema verhindert oberflächliche Urteile und zeigt, dass gute Recherche immer auch kritische Auswahl bedeutet.

Arbeitsauftrag:

Jede Gruppe bewertet vier bis sechs Quellen mit einem Prüfraster und erstellt am Ende eine begründete Empfehlung, welche zwei Quellen für ein Referat oder Arbeitsblatt verwendet werden sollten. Autor, Datum Quelle, Verlag Belege, Sprache Absicht, Werbung Eignung, Ranking Urteil, Begründung

2.4.5 Bild- und Mediensuche mit Nutzungsauswahl

Die Auswahl von Medien wird besonders lernwirksam, wenn Suchende nicht nur passende Inhalte finden, sondern zugleich auf Bildqualität, Informationswert, Zielgruppe und rechtliche

Nutzbarkeit achten und dadurch Suchkompetenz mit verantwortlicher Medienverwendung verbinden. Die Klasse erhält den Auftrag, für ein konkretes Produkt passende Medien zu finden, etwa für ein Lernplakat, eine Präsentation oder einen kurzen Erklärclip. Gesucht werden zum Beispiel zwei Bilder, ein Diagramm und ein kurzes Videoausschnitt-Beispiel zu einem Thema wie „erneuerbare Energien“, „Planeten“ oder „Mittelalter“. Die Lernenden vergleichen dabei allgemeine Suchdienste mit Angeboten für frei nutzbare Inhalte und prüfen zusätzlich, ob Namensnennung oder andere Lizenzbedingungen zu beachten sind. Der Lerngewinn ist hoch, weil sich fachliche Passung und rechtliche Verantwortung verbinden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass ein schönes Bild nicht automatisch geeignet ist und dass Auswahl immer auch bedeutet, Format, Qualität und Nutzungskontext mitzudenken. Eine anschließende Galeriebegehung verstärkt die Reflexion zusätzlich.

Arbeitsauftrag:

Die Gruppen stellen ein kleines Medienpaket für ein Unterrichtsprodukt zusammen und dokumentieren zu jedem Fund, warum er inhaltlich passt und ob er rechtlich nutzbar ist. Bildsuche, Videosuche Lizenz, Quelle Qualität, Relevanz Plakat, Präsentation Medienpaket, Nachweis Auswahl, Begründung

2.4.6 Ranking, Personalisierung und Suchblasen untersuchen

Bewusste Vergleichssuche fördert tiefes Verständnis dafür, dass Trefferlisten nicht nur vom Thema abhängen, sondern auch durch Personalisierung, Suchverlauf und algorithmische Gewichtungen beeinflusst werden können, was kritische Distanz gegenüber scheinbar objektiven Ergebnissen stärkt. Die Lernenden suchen denselben Begriff auf unterschiedlichen Geräten, in verschiedenen Browsern oder einmal mit und einmal ohne Anmeldung. Zusätzlich werden Suchverläufe gelöscht oder Datenschutzeinstellungen verändert. Anschließend vergleichen die Gruppen, ob und wie sich die Trefferlisten, Vorschläge oder priorisierten Inhalte unterscheiden. Besonders geeignet sind Themen, bei denen Meinungen, Konsum oder Interessen mitschwingen, etwa „beste Spielekonsole“, „gesunde Ernährung“, „Nachrichten Ukraine“ oder „Lernapps Mathematik“. Die Aufgabe wirkt stark, weil sie eine oft unsichtbare Struktur erfahrbar macht. Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Suchergebnisse beeinflusst sein können und dass bewusste Gegenstrategien sinnvoll sind, etwa Vergleichssuchen, alternative Dienste oder kritischere Quellenauswahl. So wird Recherche zugleich zu einem Thema der Medienbildung und der informationellen Selbstbestimmung.

Arbeitsauftrag:

Die Gruppen führen Vergleichssuchen durch, protokollieren Unterschiede und formulieren anschließend Tipps, wie man sich gegen einseitige oder voreingestellte Suchergebnisse absichern kann.

Vergleichssuche, Browser Anmeldung, Verlauf Ranking, Unterschiede Datenschutz, Kontrolle Filterblase, Reflexion Tippliste, Plakat

2.4.7 Recherchechallenge mit Dokumentation und Auswahlbegründung

Komplexe Rechercheaufträge mit offenem Ausgang erzeugen besonders nachhaltiges Lernen, wenn Schülerinnen und Schüler Suchwege dokumentieren, Zwischenergebnisse verwerfen, Entscheidungen begründen und am Ende nicht nur das Ergebnis, sondern den gesamten Rechercheprozess transparent machen. Jede Gruppe erhält eine anspruchsvollere Leitfrage, etwa „Welche Energiequelle eignet sich langfristig für unsere Region“, „Wie verlässlich sind aktuelle Informationen über KI im Schulalltag“ oder „Welche Ursachen und Folgen hat Mikroplastik“. Die Aufgabe umfasst mehrere Informationsarten, beispielsweise Überblickstext, Statistik, Bildquelle und mindestens eine kritisch geprüfte Hintergrundquelle. Alle Suchschritte werden in einem Rechercheprotokoll festgehalten. Dazu gehören Suchbegriffe, Dienste, Filter, verworfene Treffer, ausgewählte Quellen und die Begründung für jede Auswahl. Besonders stark ist diese Aufgabe, weil sie Planung, Suche, Bewertung, Auswahl und Reflexion in einem vollständigen Arbeitsprozess bündelt. Lernende trainieren nicht nur einzelne Recherchetechniken, sondern erleben Informationssuche als methodischen, überprüfbaren und verbesserbaren Vorgang. Die Präsentation des Suchwegs ist dabei ebenso wichtig wie das thematische Ergebnis.

Arbeitsauftrag:

Die Gruppen bearbeiten eine Leitfrage, erstellen ein Rechercheprotokoll und präsentieren am Ende sowohl ihre Ergebnisse als auch die Gründe für ihre Suchentscheidungen und Quellenwahlen. Leitfrage, Suchweg Protokoll, Tabelle Quelle, Statistik Bildmaterial, Nachweis Auswahl, Begründung Präsentation, Feedback

Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).

Kategorien: Informatik | 7. Klasse