Informatik 7: Technische Grundlagen und Funktionsweisen von Informatiksystemen
1.1 Lernziele
- Komponenten benennen
- Ebenen unterscheiden
- Abläufe erklären
- Datenflüsse deuten
- Speicherarten vergleichen
- Treiber erklären
- Protokolle zuordnen
- Bootvorgänge erklären
- Schutzmaßnahmen begründen
- Fehler eingrenzen
- Systeme optimieren
- Grenzen reflektieren
1.2 Lerninhalte
Die Lerninhalte vertiefen das Zusammenspiel von Eingaben, Verarbeitung, Speicherung, Übertragung und Absicherung, damit Schülerinnen und Schüler technische Abläufe vom Start eines Geräts bis zur sicheren Datenkommunikation in alltagsnahen und beruflich relevanten Beispielen nachvollziehen können.
Systemebenen und Abstraktion
Vom Antippen einer App bis zur sichtbaren Reaktion auf dem Bildschirm arbeiten mehrere Ebenen zusammen, wobei jede Schicht Aufgaben abstrahiert, damit komplexe Technik bedienbar bleibt und einzelne Komponenten gezielt entwickelt, ausgetauscht oder verbessert werden können. Ein Informatiksystem lässt sich als Schichtenmodell lesen. Begriffe: App, Betriebssystem, Treiber, Hardware. Eine Textverarbeitung kennt zum Beispiel den Befehl „Datei öffnen“, aber nicht die elektrischen Signale einer SSD. Das Betriebssystem organisiert Fenster, Benutzerrechte, Speicherverwaltung und Dateizugriffe. Ein Treiber übersetzt gerätespezifische Anforderungen. Die Hardware führt den eigentlichen physischen Vorgang aus. Ein vollständiger Ablauf wird besonders klar, wenn eine Datei geöffnet wird. Das Programm sendet eine Anforderung, das Betriebssystem stellt den Dateizugriff bereit, der Massenspeicher-Treiber übersetzt den Befehl, die SSD oder Festplatte liest die Daten, anschließend wandern sie wieder nach oben, bis der Inhalt im Programm erscheint.
Dasselbe Prinzip gilt bei einer Grafikausgabe: Spiel, Betriebssystem, Grafikkartentreiber, Grafikkarte, Monitor. Beispiele: Browser, Editor, Spiel, Betriebssystem, Treiber, CPU, RAM, SSD, GPU, Monitor.
EVA-Prinzip und Datenfluss
Jede digitale Handlung folgt einem Ablauf aus Aufnahme, Verarbeitung und Rückmeldung, wodurch Eingabegeräte, Prozessoren, Speicher und Ausgabegeräte in einer logischen Kette verbunden sind, die sich an Smartphones, Laptops, Spielekonsolen und Automaten besonders anschaulich beobachten lässt. Das EVA-Prinzip beschreibt den Grundrhythmus digitaler Systeme. Eingabe bedeutet, dass Daten oder Befehle in ein System gelangen. Verarbeitung bedeutet, dass diese Daten interpretiert, verändert, berechnet, gespeichert oder weitergeleitet werden. Ausgabe bedeutet, dass ein Ergebnis sichtbar, hörbar oder anderweitig nutzbar wird. Eingaben: Tastatur, Maus, Mikrofon, Webcam, Touchscreen, Sensor. Verarbeitung: CPU, GPU, RAM, Cache, Software, Algorithmus. Ausgaben: Monitor, Lautsprecher, Drucker, LED, Vibration, Datei. Ein alltägliches Beispiel ist die Textverarbeitung. Ein Tastendruck wird erfasst, als Zeichen kodiert, im Arbeitsspeicher abgelegt, vom Programm verarbeitet und sofort auf dem Bildschirm dargestellt. Beim Speichern entsteht eine weitere Verarbeitung, weil Daten dauerhaft auf SSD oder Festplatte geschrieben werden. Beim Drucken kommt eine zusätzliche Ausgabe hinzu. Ein zweites Beispiel ist die Smartphonekamera. Der Fingertipp auf den Auslöser ist die Eingabe. Sensor und Bildprozessor verarbeiten Helligkeit, Farbe, Schärfe und Rauschen. Danach erscheint das Foto in der Galerie, wird auf dem Display gezeigt oder über ein Netzwerk weitergesendet.
Prozessor, Arbeitsspeicher und Massenspeicher
Leistung, Geschwindigkeit und Stabilität eines Systems hängen stark davon ab, wie Prozessor, Arbeitsspeicher, Massenspeicher und Bussysteme Aufgaben verteilen, Daten zwischenspeichern und Engstellen vermeiden, besonders bei parallelen Anwendungen, Spielen, Videoschnitt oder großen Datenmengen. Die CPU verarbeitet Befehle schrittweise und steuert viele zentrale Abläufe. Der RAM hält Daten bereit, die gerade schnell benötigt werden. SSD oder Festplatte speichern Daten langfristig. Bussysteme verbinden die Komponenten und transportieren Informationen zwischen ihnen. Daraus ergibt sich ein wichtiges Funktionsprinzip: Nicht alles wird gleichzeitig an einem Ort erledigt, sondern arbeitsteilig. Beim Videoschnitt liegen aktuelle Ausschnitte oft im RAM, damit Vorschauen flüssig bleiben. Der Prozessor berechnet Effekte, die Grafikeinheit unterstützt bei Darstellung und Export, die SSD liest Rohmaterial und schreibt die fertige Datei. Reicht der Arbeitsspeicher nicht aus, muss das System häufiger auf den langsameren Massenspeicher ausweichen. Das macht Programme träge. Auch beim Gaming zeigt sich dieses Zusammenspiel deutlich. Die CPU berechnet Spiellogik, Kollisionen und Gegnerverhalten. Die GPU berechnet Bilder. Der RAM hält Texturen, Modelle und Zwischendaten bereit. Die SSD lädt Spielstände, Karten und Tondateien. Leistung entsteht
also nie nur aus einem Teil, sondern aus dem abgestimmten Zusammenwirken mehrerer Komponenten. Beispiele: CPU, GPU, RAM, Cache, SSD, HDD, Bus, Kühlung.
Betriebssystem, Firmware, Treiber und Dateisystem
Zwischen Benutzeroberfläche und elektronischen Bauteilen vermitteln Betriebssysteme, Dateisysteme, Firmware und Treiber, damit Geräte starten, Ressourcen verwalten, Dateien auffindbar bleiben und angeschlossene Komponenten wie Drucker, Kamera oder Grafikkarte korrekt angesprochen werden. Der Bootvorgang beginnt mit Firmware, meist BIOS oder UEFI. Diese prüft Grundfunktionen, erkennt wichtige Hardware und sucht den Bootloader. Erst danach startet das Betriebssystem. Das Betriebssystem übernimmt dann die Verwaltung von Prozessen, Fenstern, Benutzerkonten, Dateien, Netzwerken und Zugriffsrechten. Treiber sind Vermittler zwischen allgemeiner Systemlogik und spezieller Hardware. Ohne passenden Druckertreiber druckt ein Gerät oft nicht korrekt. Ohne Grafiktreiber sind Auflösung oder Bildbeschleunigung eingeschränkt. Ohne Netzwerktreiber gibt es trotz funktionsfähiger Hardware keine stabile Verbindung. Treiber entscheiden daher wesentlich mit, ob ein Gerät nur erkannt oder wirklich sinnvoll genutzt wird. Das Dateisystem organisiert Daten auf Speichermedien. Es regelt Namen, Ordnerstrukturen, Speicherorte, Zugriffsrechte und freien Platz. Dadurch wird aus einer großen Menge gespeicherter Bits ein geordnetes System, in dem Dokumente, Bilder, Musik oder Programme wieder auffindbar bleiben. Begriffe: BIOS, UEFI, Bootloader, Betriebssystem, Treiber, Ordner, Datei, Zugriff.
Netzwerke, Protokolle und Übertragung
Sobald Daten ein Gerät verlassen, übernehmen Protokolle, Adressen und Netzwerkschichten die Koordination, damit Informationen in kleinen Einheiten verlässlich transportiert, richtig zugeordnet, bei Bedarf verschlüsselt und am Ziel wieder sinnvoll zusammengesetzt werden können. Netzwerke funktionieren nur, weil alle beteiligten Systeme gemeinsame Regeln befolgen. Diese Regeln heißen Protokolle. Wichtige Beispiele sind HTTP, HTTPS, TCP, IP, FTP, SMTP, IMAP und POP3. Jedes Protokoll erfüllt eine bestimmte Aufgabe und ist Teil eines größeren Zusammenspiels. Beim Aufruf einer Webseite sendet der Browser eine Anfrage. HTTP oder HTTPS regeln den Abruf von Webinhalten. IP sorgt für die Adressierung. TCP teilt Daten in Pakete, überwacht Reihenfolge und Vollständigkeit und veranlasst nötigenfalls eine erneute Übertragung. HTTPS ergänzt den Webabruf durch Verschlüsselung und schützt so Inhalte gegen unbefugtes Mitlesen. Beim E-Mail-Verkehr zeigt sich eine ähnliche Arbeitsteilung. SMTP dient dem Versand einer Nachricht an einen Server. IMAP oder POP3 holen Nachrichten ab. Bei Cloudspeichern, Videokonferenzen oder Online-Spielen laufen ebenfalls ständig abgestimmte Übertragungen, oft gleichzeitig und im Hintergrund.
Für Lernende ist wichtig: Ohne Protokolle gäbe es zwar elektrische oder funkbasierte Signale, aber keine verständliche digitale Kommunikation. Beispiele: Webseite, E-Mail, Cloudordner, Videokonferenz, Onlinespiel, Dateitransfer.
Sicherheit, Verschlüsselung und Datensicherung
Technische Systeme bleiben nur dann vertrauenswürdig, wenn Schutzmaßnahmen gegen Datenverlust, Schadsoftware und unbefugte Zugriffe mitgedacht werden, weshalb Verschlüsselung, Backups, Updates, Firewalls und starke Authentifizierung als fester Teil funktionierender Informatiksysteme betrachtet werden müssen. Verschlüsselung schützt Inhalte vor Mitlesen. Dabei werden Daten so umgewandelt, dass sie ohne passenden Schlüssel nicht lesbar sind. Das ist wichtig bei E-Mails, Cloudspeichern, USB- Sticks, Laptops und Messenger-Diensten. Wer etwa ein Notebook verliert, schützt persönliche Daten deutlich besser, wenn die Festplatte verschlüsselt ist. Backups schützen nicht vor Angriffen, aber vor deren Folgen. Werden Dateien versehentlich gelöscht, durch einen Defekt unlesbar oder durch Ransomware verschlüsselt, kann eine Sicherungskopie entscheidend sein. Gute Strategien arbeiten mit mehreren Orten, etwa externe SSD und Cloud. Noch wichtiger als das Vorhandensein eines Backups ist die Überprüfung, ob eine Wiederherstellung tatsächlich funktioniert. Updates, Firewalls und Antimalware gehören ebenfalls zu den Grundfunktionen technischer Sicherheit. Updates schließen bekannte Schwachstellen. Firewalls filtern Verbindungen. Schutzprogramme erkennen verdächtige Dateien oder Prozesse. Mehrfaktorauthentifizierung erschwert unbefugte Anmeldungen zusätzlich. Sicherheit ist deshalb keine Zusatzfunktion, sondern Teil der Funktionsfähigkeit eines Informatiksystems. Beispiele: BitLocker, FileVault, GPG, Firewall, Backup, Cloud, MFA, Phishing.
Fehlersuche, Wartung und Optimierung
Ein vertieftes Verständnis technischer Grundlagen zeigt sich besonders dann, wenn Störungen systematisch eingegrenzt werden, weil beobachtbare Symptome auf bestimmte Ebenen verweisen und dadurch Diagnose, Wartung und Optimierung planbar statt zufällig erfolgen. Fehlersuche beginnt mit Beobachtung. Kein Bild auf dem Monitor kann an Kabel, Monitor, Grafikkarte, Treiber, Energieversorgung oder Anwendung liegen. Kein Ton kann durch Lautsprecher, Audioausgabe, Systemlautstärke, stumme App oder fehlenden Treiber verursacht werden. Langsames Arbeiten kann auf vollen Speicher, zu wenig RAM, viele Hintergrundprozesse, Malware oder ausstehende Updates hindeuten. Hilfreich ist ein einfacher Diagnoseweg: beobachten, eingrenzen, vergleichen, testen, ändern, prüfen, dokumentieren. Wer zuerst entscheidet, auf welcher Ebene ein Problem wahrscheinlich liegt, spart Zeit. Ein WLAN-Problem ist oft kein Browserproblem. Ein Druckfehler ist nicht automatisch ein Dateifehler. Ein abstürzendes Spiel bedeutet nicht sofort einen defekten Computer. Wartung verbessert außerdem die Alltagstauglichkeit. Dazu gehören Speicher bereinigen, unnötige Programme deaktivieren, Updates einspielen, Backups prüfen, Passwörter erneuern, Treiber aktualisieren und Sicherheitseinstellungen kontrollieren. Optimierung meint also nicht
nur „schneller machen“, sondern das zuverlässige, sichere und nachvollziehbare Funktionieren eines Systems. Beispiele: Neustart, Update, Treibercheck, Speicherprüfung, Virenscan, Backup-Test.
1.3 Weiterführende Links
- BSI Verschlüsselung
- BSI Kommunikation
- MDN HTTP
- MDN Browser
- IETF TCP/IP
- BSI Cloud
1.4 Aufgaben für den Unterricht
1.4.1 Systemanalyse eines Alltagsgeräts
An einem vertrauten Gerät werden technische Ebenen sichtbar gemacht, sodass Schülerinnen und Schüler das Zusammenspiel von Hardware, Betriebssystem, Anwendungen, Eingabe, Verarbeitung, Speicherung und Ausgabe strukturiert erfassen und ihre Beobachtungen in verständlicher Fachsprache präsentieren. Die Lernenden wählen ein Gerät aus dem Alltag, etwa Smartphone, Laptop, Tablet, Spielkonsole oder Smartwatch. Zuerst sammeln sie sichtbare und unsichtbare Bestandteile des Systems. Danach ordnen sie jede Komponente einer Funktion zu und erklären, wie ein konkreter Vorgang technisch abläuft, zum Beispiel Foto aufnehmen, Nachricht senden oder Musik abspielen.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen ein Schaubild mit den Ebenen des gewählten Geräts und beschreiben anschließend den Ablauf einer Handlung in Einzelschritten. Wichtig ist, dass nicht nur Bauteile benannt, sondern ihre Aufgaben erklärt werden. Erwartete Produkte:
- Schaubild, Beschriftung
- Ablaufplan, Einzelschritte
- Fachbegriffe, Erklärungen
- Beispielvorgang, Präsentation
Mögliche Leitfragen: Wie gelangt eine Eingabe in das System Welche Teile verarbeiten Daten Wo werden Daten kurzfristig und dauerhaft gespeichert Welche Ausgabe erhält die Nutzerin oder der Nutzer Welche Softwareebene vermittelt zwischen Anwendung und Hardware
1.4.2 Fehlerdiagnose an Lernstationen
Gezielt eingebaute Störungen lenken den Blick auf technische Ursachen, weil Lernende Symptome beobachten, Vermutungen formulieren, Prüfwege planen und begründet entscheiden müssen, auf welcher Ebene ein Problem tatsächlich entsteht und wie es behoben werden kann. Mehrere Stationen enthalten typische Fehlerbilder, etwa kein Ton, kein Internet, Drucker reagiert nicht, Bildschirm bleibt dunkel oder Datei lässt sich nicht öffnen. Die Lernenden dokumentieren zuerst die Beobachtung, formulieren dann mögliche Ursachen und testen diese schrittweise. Abschließend vergleichen sie verschiedene Lösungswege.
Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten in Gruppen mehrere Stationen und halten zu jeder Störung fest, welches Problem sichtbar war, welche Ursache vermutet wurde, welche Prüfungen sinnvoll waren und welche Lösung schließlich funktionierte. Erwartete Produkte:
- Fehlerprotokoll, Beobachtung
- Vermutung, Begründung
- Prüfschritte, Reihenfolge
- Lösung, Reflexion
Mögliche Fehlerbilder:
- Tonproblem, Lautstärke
- Netzproblem, WLAN
- Druckfehler, Treiber
- Anzeigeproblem, Kabel
- Dateierror, Format
Didaktischer Mehrwert: Die Aufgabe stärkt problemlösendes Denken, weil nicht bloß eine richtige Antwort gesucht wird, sondern ein nachvollziehbarer Diagnoseweg. Dadurch lernen die Schülerinnen und Schüler, Symptome nicht vorschnell mit Ursachen gleichzusetzen.
1.4.3 Datenfluss im EVA-Modell nachspielen
Körperliche Darstellung, sprachliche Beschreibung und grafische Modellierung machen abstrakte Abläufe begreifbar, weil die Lernenden selbst zu Komponenten eines Systems werden und dabei schrittweise erleben, wie Informationen aufgenommen, verarbeitet, gespeichert und ausgegeben werden.
Die Klasse bildet ein lebendiges Modell eines Informatiksystems. Einzelne Schülerinnen und Schüler übernehmen Rollen wie Tastatur, Mikrofon, CPU, RAM, SSD, Betriebssystem, Monitor oder Lautsprecher. Ein einfacher Vorgang, etwa das Schreiben eines Wortes oder das Öffnen eines Bildes, wird gemeinsam durchgespielt.
Die Lerngruppe entwickelt zuerst ein Rollenspiel zum EVA-Prinzip und überträgt den Ablauf danach in ein Flussdiagramm. Abschließend wird verglichen, welche Schritte im Rollenspiel leicht sichtbar waren und welche in echten Geräten verborgen bleiben. Erwartete Produkte:
- Rollenkarte, Zuordnung
- Ablaufspiel, Darstellung
- Flussdiagramm, Pfeile
- Vergleich, Reflexion
Rollenbeispiele:
- Tastatur, Mikrofon
- CPU, RAM
- SSD, Datei
- Monitor, Drucker
- Betriebssystem, Treiber
Vertiefung: Im zweiten Durchgang wird ein Fehler eingebaut, etwa fehlender Treiber oder zu wenig Arbeitsspeicher. Die Klasse bespricht dann, an welcher Stelle der Ablauf stockt und warum das Gesamtsystem darunter leidet.
1.4.4 Netzwerkkommunikation mit Paketkarten
Die Übertragung von Daten wird durch ein handelndes Modell verständlich, weil Adressen, Pakete, Reihenfolge, Verlust, Wiederholung und Protokolle nicht nur erklärt, sondern in einer vereinfachten Kommunikationssituation konkret erfahren und anschließend fachlich ausgewertet werden. Die Lernenden simulieren den Versand einer Nachricht durch ein Netzwerk. Eine Nachricht wird in kleine Pakete zerlegt, nummeriert und mit Zieladresse versehen. Einzelne Schülerinnen und Schüler stellen Router, Server und Endgeräte dar. Einige Pakete kommen verspätet an, gehen verloren oder werden an falsche Stellen geleitet.
Die Schülerinnen und Schüler übertragen eine kurze Nachricht in nummerierte Pakete, lassen diese durch das Klassennetz laufen und setzen sie am Ziel wieder zusammen. Danach erklären sie, warum Regeln für Adressierung, Kontrolle und Wiederholung nötig sind. Erwartete Produkte:
- Paketkarten, Nummern
- Zieladressen, Wege
- Netzskizze, Knoten
- Auswertung, Erklärung
Fachbegriffe:
- Paket, Adresse
- Router, Server
- Protokoll, Kontrolle
- Verlust, Wiederholung
- Sender, Empfänger
Transfer: Zum Abschluss werden die Modellbegriffe mit realen Anwendungen verbunden, etwa Webseitenabruf, Videotelefonie, Messenger oder Cloudspeicher. So erkennen die Lernenden, dass selbst einfache Nachrichtenübertragung auf klaren technischen Regeln beruht.
1.4.5 Bootvorgang und Systemstart als Erklärvideo
Der Start eines Computers eignet sich besonders gut für vertiefendes Lernen, weil mehrere technische Ebenen nacheinander aktiviert werden und die Lernenden diesen Prozess in einer anschaulichen Erklärung fachlich richtig und zugleich allgemein verständlich aufbereiten müssen. Die Lernenden recherchieren den Weg vom Einschalten bis zur Anmeldung. Dabei berücksichtigen sie Stromversorgung, Firmware, Hardwareprüfung, Bootloader, Betriebssystemstart, Treiberladung und Benutzeroberfläche. Anschließend erstellen sie ein kurzes Erklärvideo, eine Audioerklärung oder eine bebilderte Schrittfolge.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine verständliche Erklärung des Bootvorgangs für jüngere Lernende. Ziel ist nicht Vollständigkeit bis ins Detail, sondern ein fachlich korrekter, logisch geordneter und anschaulicher Ablauf. Erwartete Produkte:
- Storyboard, Reihenfolge
- Erklärvideo, Audio
- Fachwörter, Erklärung
- Bildkarten, Symbole
Pflichtbegriffe:
- Einschalten, Firmware
- Testphase, Bootloader
- Betriebssystem, Treiber
- Anmeldung, Oberfläche
Bewertungsschwerpunkte: Richtigkeit der Schritte, klare Sprache, sinnvolle Visualisierung, logische Reihenfolge, passende Fachbegriffe, nachvollziehbare Beispiele.
1.4.6 Sicherheitscheck für ein digitales Gerät
Technische Schutzmaßnahmen werden besonders nachhaltig verstanden, wenn Lernende ein Gerät systematisch prüfen, Risiken erkennen, Sicherheitsfunktionen begründen und daraus konkrete Empfehlungen ableiten, die sich unmittelbar auf schulische und private Nutzungssituationen übertragen lassen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen ein reales oder beschriebenes Gerät auf Sicherheitsaspekte. Geprüft werden Passwortschutz, Mehrfaktoranmeldung, Updates, Virenschutz, Backup, Verschlüsselung, App-Berechtigungen und Netzwerksicherheit. Anschließend bewerten sie, welche Maßnahmen bereits vorhanden sind und welche verbessert werden sollten.
Die Lernenden erstellen einen Sicherheitsbericht für ein Gerät und erläutern, welche Schutzmaßnahme welches Risiko reduziert. Wichtig ist dabei die Begründung, nicht nur das Abhaken einer Liste. Erwartete Produkte:
- Checkliste, Bewertung
- Risikoanalyse, Begründung
- Schutzmaßnahme, Zuordnung
- Bericht, Empfehlung
Prüfpunkte:
- Passwort, Länge
- Update, Stand
- Backup, Häufigkeit
- Verschlüsselung, Status
- WLAN, Schutz
- Rechte, Apps
Anwendungsbezug: Die Aufgabe verbindet Technikverständnis mit verantwortlichem Handeln, weil Schutzmaßnahmen nicht abstrakt bleiben, sondern als konkrete Bestandteile funktionierender Informatiksysteme erkannt und in alltägliche Entscheidungen übersetzt werden.
1.4.7 Komponentenvergleich mit begründeter Kaufentscheidung
Vergleichende Entscheidungen machen technische Merkmale bedeutsam, weil Lernende Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicherart, Grafikeinheit, Anschlüsse und Akkuleistung nicht isoliert betrachten, sondern in Bezug auf Nutzungsszenarien, Leistungsanforderungen und Preis-Leistungs-Verhältnisse erklären müssen. Die Klasse erhält mehrere fiktive oder reale Geräteprofile, etwa für Office, Gaming, Videoschnitt, Schule oder mobiles Arbeiten. Die Lernenden vergleichen die Merkmale und entscheiden begründet, welches Gerät für welchen Zweck geeignet ist. Dabei sollen sie technische Zusammenhänge sprachlich sauber herleiten.
Die Schülerinnen und Schüler ordnen verschiedene Geräte vorgegebenen Nutzungsszenarien zu und verfassen zu jeder Entscheidung eine technische Begründung. Aussagen wie „besser“ oder „schneller“ reichen nicht aus, sondern müssen auf konkrete Merkmale bezogen werden. Erwartete Produkte:
- Vergleichstabelle, Merkmale
- Nutzungsszenarien, Zuordnung
- Begründung, Fachsprache
- Empfehlung, Präsentation
Vergleichsmerkmale:
- CPU, Kerne
- RAM, Größe
- SSD, HDD
- GPU, Leistung
- Akku, Laufzeit
- Anschlüsse, Netzwerk
Lernwirksamkeit: Die Aufgabe verbindet Analyse und Anwendung, weil technische Daten nicht bloß gelesen, sondern für eine reale Entscheidung interpretiert werden. Dadurch wächst das Verständnis dafür, wie Komponenten gemeinsam die Leistungsfähigkeit eines Systems bestimmen.
Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).