Informatik 7: Die wirtschaftliche Bedeutung der IT in den diversen Berufsfeldern und die Chancen von IT-Berufen
18.1 Lernziele
- Branchen benennen
- IT-Nutzen erklären
- Wertschöpfung erkennen
- Berufe zuordnen
- Kategorien bilden
- Chancen einschätzen
- Trends deuten
- Nachfrage begründen
- Kompetenzen nennen
- Wege vergleichen
- Risiken reflektieren
- Entscheidungen begründen
18.2 Lerninhalte
Wirtschaftliche Einordnung gelingt besonders gut, wenn Digitalisierung, Branchenwandel, Arbeitsmarkt, Ausbildungswege und neue Berufsbilder gemeinsam betrachtet werden, weil IT heute zugleich Infrastruktur, Produktivitätsfaktor, Innovationsmotor und eigenständiges Beschäftigungsfeld in sehr unterschiedlichen Berufswelten ist.
IT als wirtschaftlicher Querschnittsfaktor
Die wirtschaftliche Rolle der IT wird daran sichtbar, dass digitale Systeme in Unternehmen Prozesse beschleunigen, Kosten beeinflussen, Daten nutzbar machen, neue Geschäftsmodelle ermöglichen und damit längst nicht mehr nur Hilfsmittel, sondern oft ein Kern wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sind. Statistik Austria beschreibt den IKT-Einsatz in Unternehmen als Feld, das unter anderem Internetnutzung, E-Commerce, IKT-Sicherheit, Cloud Services, Data Analytics und Künstliche Intelligenz umfasst. 2025 nutzten in Österreich 52 Prozent der Unternehmen Cloud Services, 26 Prozent Data Analytics und 30 Prozent KI; zugleich zeigen die Statistiken, dass IKT direkt mit Entscheidungen, Leistung und digitaler Transformation von Unternehmen verbunden ist. Wirtschaftliche Bedeutung heißt deshalb nicht nur „Computer werden verwendet“, sondern IT verändert Wertschöpfung. Software automatisiert Arbeitsschritte, Datenanalysen verbessern
Planung, digitale Plattformen erweitern Märkte, Sicherheitslösungen schützen Geschäftsprozesse und Cloud-Dienste machen Zusammenarbeit flexibler. Gerade dadurch steigt die Bedeutung von IT in fast allen Berufsfeldern, auch dort, wo der Beruf selbst nicht als klassischer IT-Beruf bezeichnet wird. Beispiele: Cloud, Datenanalyse, KI, E-Commerce, IT-Sicherheit, Plattformen, Automatisierung, Vernetzung.
Wirtschaftliche Bedeutung der IT in verschiedenen Berufsfeldern
Die Breite digitaler Wertschöpfung zeigt sich besonders dann, wenn konkrete Branchen betrachtet werden, in denen IT Planung, Produktion, Kommunikation, Verkauf, Diagnose, Steuerung oder Dokumentation wesentlich prägt und dadurch ganze Tätigkeitsprofile verändert. Im Handel ist IT wirtschaftlich bedeutsam durch Onlineshops, Warenwirtschaft, Bezahlsysteme, Kundendaten und digitale Logistik. Im Gesundheitswesen tragen digitale Dokumentation, Bilddaten, Termin- und Informationssysteme sowie sichere Kommunikation wesentlich zum Betrieb bei. In Industrie und Technik spielen Automatisierung, Robotik, Sensorik, Embedded Systems und digitale Produktionsplanung eine große Rolle. Im Verkehr wirken IT-Systeme in Navigation, Routenplanung, Flottensteuerung und Kommunikationsnetzen. Im Bildungsbereich prägen Lernplattformen, Cloud-Arbeit und digitale Verwaltung den Alltag. Auch Medien, Kreativwirtschaft, Finanzwesen, Verwaltung, Umwelttechnik und Landwirtschaft arbeiten wirtschaftlich zunehmend daten- und softwaregestützt. Dadurch entstehen zwei wichtige Einsichten: Erstens gibt es klassische IT-Berufe in der IT-Branche. Zweitens gibt es sehr viele Berufe außerhalb der Kerninformatik, in denen IT-Anwendung inzwischen wirtschaftlich unverzichtbar ist. Diese Unterscheidung ist für Berufsorientierung zentral. Berufsfelder: Handel, Gesundheit, Industrie, Verkehr, Bildung, Medien, Verwaltung, Umwelttechnik.
Die Vielfalt an IT-Berufen sinnvoll kategorisieren
Übersicht entsteht leichter, wenn IT-Berufe nach Tätigkeitsprofilen und wirtschaftlicher Funktion geordnet werden, weil Entwickeln, Betreiben, Absichern, Analysieren, Beraten oder Gestalten unterschiedliche Aufgaben, Kompetenzen und Arbeitskontexte mit sich bringen. Eine erste Kategorie bilden Software- und Entwicklungsberufe, etwa Softwareentwicklerin, Webentwicklerin, App-Entwicklerin oder Applikationsentwicklerin. Hier geht es um Entwurf, Programmierung, Test und Weiterentwicklung digitaler Anwendungen. Eine zweite Kategorie sind System- und Infrastrukturberufe, etwa Systemadministratorin, Netzwerkadministratorin, IT-Systemtechnikerin oder Spezialistin für Telekommunikation. Diese Rollen sorgen dafür, dass Netze, Server, Geräte und Dienste zuverlässig funktionieren. Hinzu kommen Datenberufe wie Data Analyst, Data Scientist oder Data Engineer, Sicherheitsberufe wie Security Specialist oder Datensicherheitsexpertin sowie Beratungs- und Organisationsberufe wie IT-Projektmanagerin, Wirtschaftsinformatiker*in, Business Analyst oder Requirements Engineer. AMS und JobBarometer zeigen diese Berufsgruppen ausdrücklich als eigenständige Obergruppen mit eigenen Trends und Aufgabenprofilen.
Kategorien: Entwicklung, Infrastruktur, Daten, Sicherheit, Beratung, Management, Support, Gestaltung.
Chancen von IT-Berufen am Arbeitsmarkt
Die Einschätzung von Berufschancen wird belastbarer, wenn nicht nur persönliche Interessen, sondern auch Nachfrage, Branchenbreite, Stabilität, Spezialisierung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten betrachtet werden, die IT-Berufe in Österreich derzeit vergleichsweise attraktiv machen. AMS beschreibt die Chancen am Arbeitsmarkt in der IT als besonders hoch und betont, dass die Bedeutung von IT-Jobs weiter steigen werde; außerdem hebt die Plattform Beständigkeit auch in Krisenzeiten sowie Möglichkeiten bis ins IT-Management und in die Selbstständigkeit hervor. Das JobBarometer meldet für die Berufsobergruppe IT-Analyse und -Organisation einen positiven 3-Jahres-Trend für 2025 bis 2027 und weist für 2024 19.597 Inserate aus; innerhalb dieser Gruppe lagen etwa IT-Projektmanagerinnen bei 5.823 und Datensicherheitsexpertinnen bei 4.066 Inseraten. Auch EDV- und Netzwerktechnik wird laut AMS in nahezu allen Branchen der österreichischen Wirtschaft nachgefragt. Ein zentraler Nachfragefaktor sind Informationssicherheit, Datenschutz, steigende Datenmengen und der wachsende Bedarf an Sicherheitskonzepten, Zugriffskontrollen, Backups und Monitoring. Für Softwareentwicklung hebt das JobBarometer zusätzlich die wirtschaftliche Hebelwirkung hervor: Entwickler*innen ermöglichen digitale Anwendungen, Automatisierung und neue Geschäftsmodelle und sind daher eng mit Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit verbunden. Chancen: Nachfrage, Stabilität, Spezialisierung, Karriere, Selbstständigkeit, Innovation, Branchenbreite, Entwicklung.
Neue Chancen durch KI, Daten und Sicherheit
Besonders dynamisch werden IT-Berufe dort, wo Unternehmen neue digitale Infrastruktur aufbauen, Daten intensiver nutzen und Sicherheitsanforderungen erhöhen, weil genau an diesen Stellen zusätzliche Spezialisierungen und neue Rollen entstehen oder stark an Bedeutung gewinnen. 2025 nutzten laut Statistik Austria 30 Prozent der Unternehmen in Österreich Technologien auf Basis von Künstlicher Intelligenz, gegenüber 20 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig stieg die Nutzung von Cloud Services auf 52 Prozent und Data Analytics auf 26 Prozent. Diese Entwicklung erklärt, warum Berufe rund um KI, Dateninfrastrukturen, Cloud-Architekturen und IT-Sicherheit wirtschaftlich an Gewicht gewinnen. Das JobBarometer betont bei Data Scientists, dass Unternehmen zunehmend Fachkräfte suchen, die nicht nur analysieren, sondern auch belastbare Dateninfrastrukturen, Schnittstellen und Datenarchitekturen aufbauen können. Für Wirtschaftsinformatik und Requirements Engineering hebt AMS hervor, dass digitalisierte und KI-gestützte Prozesse professionelle IT-Lösungen und strukturierte IT-Projekte in nahezu allen Wirtschaftsbereichen wichtiger machen. Damit wird sichtbar: Chancen bestehen nicht nur im klassischen Programmieren, sondern auch an den Schnittstellen zwischen Daten, Organisation und Strategie.
Beispiele: KI, Data Science, Cloud, Cybersecurity, Requirements Engineering, Wirtschaftsinformatik, Datenarchitektur, Automatisierung.
Ausbildungswege und Zugangschancen
Berufschancen lassen sich realistischer einschätzen, wenn auch Ausbildungswege und Einstiegsmöglichkeiten mitgedacht werden, weil IT-Berufe in Österreich über Lehre, schulische Ausbildung, Studium und spezialisierte Weiterbildung auf mehreren Wegen erreichbar sind. AMS nennt duale Ausbildung, Fachhochschule, Studium und auch Quereinstieg als mögliche Wege in die IT. WKO beschreibt aktuelle Lehrwege ausdrücklich über Applikationsentwicklung – Coding sowie Informationstechnologie mit den Schwerpunkten Systemtechnik und Betriebstechnik. Die Neuordnung der IT-Lehrberufe hat die früheren Lehrberufe ersetzt, und laut WKO können rund 2.200 IT-Lehrlinge in Österreich auf digitale Lernstrecken zugreifen. Für Schülerinnen und Schüler ist wichtig: Gute Chancen bedeuten nicht, dass alle denselben Weg brauchen. Manche Rollen verlangen stärker praktische Technik, andere mehr Analyse, Datenarbeit, Kommunikation oder Projektsteuerung. Gerade deshalb ist die Kategorisierung von IT-Berufen hilfreich, weil sie Interessen und Stärken besser mit passenden Bildungswegen verbinden lässt. Zugänge: Lehre, HTL, FH, Studium, Weiterbildung, Quereinstieg, Spezialisierung, Praxis.
Chancen realistisch abschätzen heißt auch Grenzen sehen
Eine fundierte Einschätzung von IT-Berufen bleibt unvollständig, wenn nur Vorteile betrachtet werden, denn hohe Chancen gehen oft mit Weiterbildungsdruck, schnellem Technologiewandel, Verantwortung und der Notwendigkeit lebenslangen Lernens einher. AMS betont ausdrücklich die laufende Weiterentwicklung, Trendverfolgung und Bereitschaft, ständig neues Know-how zu generieren. Genau darin liegt eine Stärke, aber auch eine Anforderung: IT-Berufe sind chancenreich, weil sie sich weiterentwickeln, zugleich verlangen sie Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und oft fachübergreifendes Wissen. Auch das JobBarometer verweist in mehreren Berufsgruppen auf Spezialisierung, veränderte Aufgabenprofile und die zunehmende Bedeutung von Daten, Sicherheit und regulatorischen Anforderungen. Für die Berufsorientierung bedeutet das: Chancen sind hoch, wenn Interesse, Kompetenzausbau und Anpassungsbereitschaft zusammenkommen. Wer IT-Berufe einschätzen will, sollte daher nicht nur auf Einkommen oder Nachfrage schauen, sondern auch auf Tätigkeitsprofil, Tempo des Wandels, Teamarbeit, Verantwortung und persönliche Passung. Genau daraus ergibt sich eine realistische und nicht bloß idealisierte Sicht. Aspekte: Lernbereitschaft, Wandel, Verantwortung, Spezialisierung, Teamarbeit, Tempo, Anpassung, Passung.
18.3 Weiterführende Links
- Statistik Austria, IKT-Einsatz in Unternehmen.
- AMS, IT Jobs.
- AMS JobBarometer, IT-Analyse und -Organisation.
- AMS JobBarometer, EDV- und Netzwerktechnik.
- AMS JobBarometer, Softwaretechnik und Programmierung.
- AMS Berufslexikon.
- WKO, IT-Ausbildung.
- WKO, Neuordnung der IT-Lehrberufe.
18.4 Aufgaben für den Unterricht
18.4.1 Branchenanalyse mit IT-Fokus
Wirtschaftliche Bedeutung wird besonders anschaulich, wenn Lernende untersuchen, an welchen Stellen digitale Systeme in verschiedenen Branchen Wertschöpfung, Kommunikation, Planung, Verkauf oder Sicherheit beeinflussen und warum Unternehmen ohne IT in vielen Bereichen deutlich weniger leistungsfähig wären. Die Klasse arbeitet mit mehreren Branchenbeispielen, etwa Handel, Medizin, Industrie, Tourismus, Logistik oder Bildung. Die Gruppen sammeln zunächst typische Tätigkeiten dieser Branche und markieren danach, wo IT-Systeme eine zentrale Rolle spielen, zum Beispiel in Terminplanung, Datenverwaltung, Automatisierung, Kundenkontakt oder Sicherheit. Anschließend bewerten sie, ob IT in diesem Berufsfeld eher unterstützend, wichtig oder unverzichtbar ist.
Jede Gruppe untersucht eine Branche, beschreibt typische IT-Anwendungen und begründet, welche wirtschaftliche Bedeutung IT dort für Abläufe, Qualität, Tempo und Wettbewerb besitzt.
- Branche, Anwendungen
- Abläufe, Daten
- Kosten, Nutzen
- Tempo, Qualität
- Bewertung, Begründung
- Präsentation, Vergleich
18.4.2 Wertschöpfungsketten vor und nach Digitalisierung vergleichen
Ein tieferes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge entsteht, wenn Arbeitsprozesse vor und nach digitaler Unterstützung verglichen werden, weil dadurch sichtbar wird, wie IT Zeit spart, Fehler reduziert, neue Angebote schafft oder auch neue Abhängigkeiten erzeugt. Die Gruppen erhalten Fallbeispiele wie Schulcafé, Versandhandel, Arztpraxis, Werkstatt oder Hotelbetrieb. Zuerst beschreiben sie einen Arbeitsablauf ohne digitale Unterstützung. Danach entwerfen sie denselben Ablauf mit IT-Unterstützung, etwa durch Datenbanken,
Terminsoftware, Online-Bestellungen, Lagerverwaltung oder digitale Kommunikation. In der Auswertung wird verglichen, welche wirtschaftlichen Veränderungen durch Digitalisierung entstehen.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen zu einem Betrieb einen Vorher-Nachher-Vergleich und erläutern, welche wirtschaftlichen Effekte durch IT-Einsatz entstehen können.
- Vorher, Nachher
- Arbeitsablauf, Digitalisierung
- Zeitgewinn, Fehlerreduktion
- Kosten, Aufwand
- Nutzen, Abhängigkeit
- Vergleich, Urteil
18.4.3 IT-Berufe nach Chancenprofilen ordnen
Berufschancen werden besonders verständlich, wenn unterschiedliche IT-Berufe nach Nachfrage, Entwicklungsmöglichkeiten, Spezialisierung und Branchenbreite verglichen werden und dabei deutlich wird, dass Chancen nicht für alle Rollen aus denselben Gründen hoch sind. Die Lehrkraft stellt Berufskarten bereit, etwa Softwareentwicklung, Netzwerktechnik, IT- Sicherheit, Datenanalyse, Support, Cloud, KI oder IT-Projektmanagement. Die Gruppen entwickeln Kriterien wie Nachfrage, Einsatzbreite, Weiterbildungsmöglichkeiten, Zukunftsrelevanz und Zugänglichkeit. Anschließend ordnen sie die Berufe auf einem Chancenprofil an und begründen jede Platzierung. In der Diskussion vergleichen sie ihre Gewichtungen.
Jede Gruppe erstellt ein Chancenranking für verschiedene IT-Berufe und erläutert, welche Kriterien die Einschätzung besonders beeinflusst haben.
- Berufe, Kriterien
- Nachfrage, Entwicklung
- Spezialisierung, Breite
- Zugang, Weiterbildung
- Ranking, Begründung
- Diskussion, Reflexion
18.4.4 Stellenanzeigen als Wirtschaftssignal auswerten
Arbeitsmarktinformationen fördern besonders starke Lernprozesse, wenn Lernende echte oder vorbereitete Stellenanzeigen untersuchen und daraus ableiten, welche Kompetenzen, Tätigkeiten und Branchen aktuell besonders stark mit IT verbunden sind. Die Gruppen erhalten mehrere Stellenanzeigen oder Berufsbeschreibungen aus unterschiedlichen Bereichen, etwa IT-Sicherheit, Datenanalyse, Support, Webentwicklung oder Wirtschaftsinformatik. Sie markieren Anforderungen, Werkzeuge, Soft Skills, Branchenbezug und Hinweise auf wirtschaftliche Bedeutung. Danach vergleichen sie, welche Kompetenzen
mehrfach auftreten und welche Berufe besonders stark Wachstum, Sicherheit oder Spezialisierung erkennen lassen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren mehrere Stellenanzeigen und erstellen daraus eine Übersicht über gefragte Kompetenzen, Einsatzfelder und erkennbare Berufschancen.
- Stellenanzeigen, Analyse
- Kompetenzen, Werkzeuge
- Branche, Aufgaben
- Nachfrage, Chancen
- Übersicht, Muster
- Auswertung, Vergleich
18.4.5 Unternehmensentscheidung zu einer IT-Investition beurteilen
Wirtschaftliche Bedeutung wird besonders greifbar, wenn Lernende entscheiden müssen, ob sich eine digitale Investition für ein Unternehmen lohnt, weil dabei Nutzen, Risiken, Kosten und Folgen für Beschäftigung und Arbeitsqualität gemeinsam betrachtet werden. Die Klasse bearbeitet Fallbeispiele wie neues Warenwirtschaftssystem, Cloud-Lösung für ein Team, digitale Terminverwaltung, automatisierte Lagersteuerung oder Sicherheitserweiterung durch MFA und Backups. Die Gruppen prüfen, welche Kosten entstehen, welche Vorteile zu erwarten sind und welche Auswirkungen auf Mitarbeitende, Kundschaft und Abläufe wahrscheinlich sind. Anschließend geben sie eine begründete Empfehlung ab.
Jede Gruppe beurteilt eine IT-Investition aus wirtschaftlicher Sicht und entscheidet, ob die Einführung sinnvoll, riskant oder nur unter Bedingungen empfehlenswert ist.
- Investition, Betrieb
- Kosten, Nutzen
- Risiko, Sicherheit
- Mitarbeitende, Kundschaft
- Empfehlung, Bedingungen
- Urteil, Begründung
18.4.6 Berufsfelder-Matrix mit IT-Bedeutungsstufen erstellen
Ein systematischer Überblick entsteht besonders wirksam, wenn Branchen nicht nur gesammelt, sondern nach dem Grad ihrer IT-Abhängigkeit geordnet werden und dadurch Unterschiede zwischen unterstützender, wichtiger und unverzichtbarer IT-Anwendung sichtbar werden. Die Gruppen erstellen eine Matrix mit Berufsfeldern wie Handel, Logistik, Medizin, Verwaltung, Industrie, Medien, Landwirtschaft und Tourismus. Zu jedem Feld tragen sie typische digitale Werkzeuge und Arbeitsprozesse ein. Danach ordnen sie eine Bedeutungsstufe zu und begründen diese. Besonders wertvoll ist die Aufgabe, weil sie wirtschaftliche Einordnung und Berufswissen miteinander verbindet.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine Matrix mit Berufsfeldern, IT-Anwendungen und Bedeutungsstufen und erklären, warum manche Bereiche besonders stark von IT abhängen.
- Berufsfelder, Matrix
- Anwendungen, Werkzeuge
- wichtig, zentral
- unverzichtbar, ergänzend
- Abstufung, Begründung
- Überblick, Sicherung
18.4.7 Zukunftschancen von IT-Berufen diskutieren
Ein reflektierter Blick auf Berufschancen entsteht dann, wenn technische Trends, wirtschaftliche Veränderungen und persönliche Anforderungen gemeinsam betrachtet werden und daraus mehrere mögliche Entwicklungen für IT-Berufe abgeleitet werden. Die Gruppen sammeln Trends wie KI, Cloud, Automatisierung, Cybersecurity, Datenanalyse oder Plattformarbeit. Danach überlegen sie, welche Berufe dadurch wachsen, sich verändern oder neue Spezialisierungen hervorbringen könnten. Im zweiten Schritt besprechen sie, welche Kompetenzen in Zukunft noch wichtiger werden dürften. So wird aus Arbeitsmarktbeobachtung eine begründete Zukunftseinschätzung.
Jede Gruppe entwickelt Zukunftsaussagen zu mehreren IT-Berufen und begründet, welche wirtschaftlichen Entwicklungen diese Einschätzung stützen.
- Trends, Berufe
- KI, Cloud
- Sicherheit, Daten
- Wandel, Spezialisierung
- Zukunft, Begründung
- Diskussion, Transfer
18.4.8 Experteninterview zu IT und Wirtschaft vorbereiten
Berufs- und Wirtschaftswissen wird besonders nachhaltig aufgebaut, wenn Lernende gezielte Fragen an reale Berufspersonen entwickeln, weil sie dadurch wirtschaftliche Bedeutung, Berufsalltag und Chancen direkt an praktischen Erfahrungen überprüfen können. Die Klasse bereitet ein Interview mit einer Person aus einem IT-Beruf oder einem IT-geprägten Berufsfeld vor, etwa aus Support, Softwareentwicklung, Handel, Medien oder Verwaltung. Die Gruppen formulieren Fragen zu Aufgaben, wirtschaftlicher Relevanz, gefragten Kompetenzen, Ausbildung und Zukunftschancen. Nach dem Gespräch werden die Antworten ausgewertet und mit den vorherigen Annahmen verglichen.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln einen Interviewleitfaden, führen ein Experteninterview oder werten ein vorbereitetes Interview aus und leiten daraus zentrale Erkenntnisse ab.
- Interview, Leitfaden
- Aufgaben, Branche
- Kompetenzen, Chancen
- Ausbildung, Wandel
- Aussagen, Erkenntnisse
- Auswertung, Vergleich
18.4.9 Eigene Berufsinteressen mit Arbeitsmarktchancen verbinden
Berufsorientierung wird besonders wirksam, wenn persönliche Interessen nicht isoliert betrachtet, sondern mit realen Chancen, Anforderungen und wirtschaftlichen Perspektiven verbunden werden, sodass Wunsch, Eignung und Arbeitsmarkt gemeinsam reflektiert werden. Die Lernenden erstellen zunächst ein Interessenprofil mit Kategorien wie Kreativität, Technik, Daten, Sicherheit, Kommunikation oder Organisation. Danach wählen sie passende IT-Berufe oder IT-nahe Berufsfelder aus und prüfen, wie attraktiv diese hinsichtlich Nachfrage, Entwicklung und persönlicher Passung erscheinen. Abschließend formulieren sie ein erstes Urteil zu zwei oder drei für sie interessanten Richtungen.
Jede Schülerin und jeder Schüler verbindet eigene Interessen mit ausgewählten IT-Berufen und erstellt daraus ein persönliches Chancenprofil.
- Interessen, Stärken
- Berufe, Passung
- Nachfrage, Entwicklung
- Chancen, Anforderungen
- Profil, Reflexion
- Entscheidung, Ausblick
18.4.10 Wirtschaftliche Bewertung in einer Kurzpräsentation verdichten
Nachhaltiges Lernen entsteht besonders dann, wenn wirtschaftliche Einordnung, Berufswissen und persönliche Bewertung in einer klaren Präsentation zusammengeführt werden, weil dabei Wissen ausgewählt, strukturiert und argumentativ verständlich dargestellt werden muss. Zum Abschluss erstellen die Gruppen eine kurze Präsentation zu einem Berufsfeld oder IT- Beruf. Darin sollen wirtschaftliche Bedeutung, typische Tätigkeiten, Chancen, Anforderungen und ein eigenes Gesamturteil vorkommen. Wichtig ist, dass nicht nur Fakten gesammelt, sondern sinnvoll gewichtet und verständlich begründet werden. So entsteht ein kompaktes, argumentatives Endprodukt.
Jede Gruppe präsentiert ein Berufsfeld oder einen IT-Beruf unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und formuliert am Ende eine begründete Einschätzung der Chancen.
- Kurzpräsentation, Fokus
- Berufsfeld, Beruf
- Bedeutung, Chancen
- Anforderungen, Urteil
- Argumente, Struktur
- Vortrag, Rückmeldung
Grundlage: Informatik – Lehrband 7. Klasse, Final V1.7 (2026).